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West Stadt Hannover will Altlasten beseitigen
Hannover Aus den Stadtteilen West Stadt Hannover will Altlasten beseitigen
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13:33 23.06.2011
Auf dem Gelände neben dem Spielplatz soll ein kleiner Park entstehen. Quelle: Schwarzenberger
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Hannover

Üppiges Grün wuchert heute dort, wo im Untergrund giftige Altlasten schlummern: Eine alte Tongrube, vor Jahrzehnten mit Erde, Bauschutt und vermutlich auch Resten ehemaliger Betriebe zugeschüttet, liegt im Zentrum eines neuen Baugebiets in Limmer. Die Stadt will das Areal zwischen Wunstorfer Straße, Brunnenstraße und Steinfeldstraße neu nutzen, doch es wird noch mindestens ein Jahr dauern, bis der Bebauungsplan rechtskräftig wird. Einem ersten Entwurf hat die Sanierungskommission Limmer in ihrer jüngsten Sitzung zugestimmt.

Das sogenannte Plangebiet Sieben verbindet das alte Dorf mit dem künftigen Wohngebiet „Wasserstadt“ auf dem ehemaligen Conti-Gelände sowie dem alten Werksparkplatz. Damit nimmt das Areal eine Schlüsselrolle im Sanierungsgebiet Limmer ein, der es aber derzeit kaum gerecht wird. Die Tongrube wurde um 1900 stillgelegt und danach verfüllt. Und wo eins mehrere Betriebe existierten, gibt es heute nur noch die Kraftfahrzeug-Firma Steinfeld. Städtische und private Flächen stoßen in einem Wirrwarr von Grundstücksgrenzen aneinander. Öffentliche Wege quer durch das Gebiet gibt es nicht. Diese gewachsene Gemengelage will die Stadt mit dem Planverfahren ordnen.

In mehreren Bereichen will die Stadt den Bau neuer Wohnhäuser ermöglichen. Zwischen Brunnenstraße und dem frisch hergerichteten Spielplatz „Schleusengrund“ soll ein neuer Weg für Radfahrer und Fußgänger entstehen. Zudem soll ein kleiner Stadtteilpark neben dem Spielplatz angelegt werden. Derzeit gibt es dort noch eine alte Aufschüttung, auf der Kleingärtner Land gepachtet haben. Diese Aufschüttung war einst als Teil einer Straßenverbindung zwischen Schleuse und Wunstorfer Straße gedacht. Von diesem Plan ist die Stadt aber längst abgerückt. „Die Aufschüttung soll deshalb geräumt werden, um Platz für einen Park zu schaffen“, erläuterte Stadtplaner Michael Römer. Sobald dort die beiden letzten Kleingärten aufgegeben worden seien, könne der Umbau beginnen. Derzeit verhandelt die Stadt noch mit Eigentümern über den Kauf privater Flächen im Plangebiet, die sie für den Bau des Fußwegs benötigt. Der Kfz-Handel soll das Gebiet mittelfristig verlassen; an dessen Stelle sollen Wohnungen errichtet werden.

Ende Mai hatten Gutachter die Untersuchung der ehemaligen Tongrube abgeschlossen. „Jetzt werden mögliche Auswirkungen geprüft“, erläuterte Römer. Wie berichtet, fanden die Experten im Boden Schwermetalle und sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die unter anderem in Kohle oder Altöl vorkommen. „Das Erdreich ist teils bis zu 6,50 Meter tief belastet“, berichtete Römer. Die Bodensanierung wird also teuer. Eine exakte Kalkulation liege noch nicht vor, sagte der Stadtplaner. Klar ist aber, dass der Umfang der Sanierung auch die spätere Nutzung beeinflusst – so muss das Gebiet weniger tief ausgekoffert werden, wenn lediglich eine Grünanlage entstehen soll.

„Grünfläche oder Wohnungsbau, was will die Stadt denn nun?“, fragte Kommissionsmitglied Anja Niezel. Das hänge von den finanziellen Möglichkeiten ab, antwortete Römer. Das Sanierungsprogramm für Limmer läuft bald aus; um aus diesem Programm noch Geld für eine Bodensanierung abzuzweigen, muss das Vorhaben spätestens im nächsten Jahr beginnen. Die Verwaltung drückt jetzt aufs Tempo. „Wir bemühen uns zudem um eine Finanzierung durch die Region Hannover“, ergänzte der Stadtplaner.

Marcel Schwarzenberger

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