Calenberger Neustadt. Am Ostufer der Ihme sind am Dienstag erneut rund 160 Bäume und zahlreiche Sträucher gefällt worden. Damit summiert sich die Zahl der Großgewächse, die zwischen Legions- und Leinertbrücke dem Hochwasserschutz zum Opfer gefallen sind, nach Angaben der Stadt auf rund 300. Zum Ausgleich sollen 540 neue Bäume gepflanzt werden. Das geschieht aber nur zum Teil im neu geplanten Glocksee-Park. Der Großteil wird in Linden und vor allem bei Marienwerder nachgepflanzt.
Die Fällaktion startete gegen 5 Uhr morgens unter Polizeischutz. Die Stadt wollte verhindern, dass erneut Bäume besetzt wurden wie 2010, als die ersten Fällungen begannen. Baudezernent Uwe Bodemann betonte am Dienstag, dass die Stadt rechtmäßig handele: Das Verwaltungsgericht hat einen Eilantrag gegen die Hochwasserprojekte zurückgewiesen. Die Stadt investiere gut 30 Millionen Euro, um die Bevölkerung vor einem Hochwasser, wie es statistisch alle 100 Jahre vorkommt, zu schützen.
Von der Initiative gegen die Abgrabung gab es scharfen Protest. Sprecher Thomas Ganskow wirft Dezernent Bodemann Wortbrüchigkeit vor. Tatsächlich hatte Bodemann öffentlich versprochen, Radfahrer rechtzeitig über die Sperrung des Uferwegs zu informieren. „Wir haben frühmorgens Schilder installiert“, rechtfertigte sich Bodemann am Dienstag verschmitzt: „Das war rechtzeitig genug.“
46.500 Kubikmeter Boden werden ab April abgegraben und per Schiff abtransportiert. Die Hochböschung wird bis zu vier Meter vertieft und später als Park hergerichtet. 2013 sollen alle Projekte fertig sein, kündigte Bodemann an.
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