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Ahlem Stadt pachtet KZ-Gelände

Das Mahnmal für das Konzentrationslager in Ahlem wird erweitert: Die Fundamente der Baracken sollen Teil der Gedenkstätte werden.

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Eine Besucherin liest die Tafel an der KZ-Gedenkstätte Ahlem. Die Fundamente der Baracken liegen hinter ihr – versteckt zwischen Bäumen und Gestrüpp.

Quelle: Meise

Ahlem. Die Fundamentreste des Konzentrationslagers Ahlem sollen endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im März soll ein entsprechender Vertrag zwischen der Stadt und dem Eigentümer der Fläche unterschrieben werden, teilte der zuständige Fachbereichsleiter Dieter Wuttig in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ahlem mit. Bei der Erstellung eines Konzepts zur historischen Erschließung der Fläche will die Stadt sowohl die Leibniz-Uni als auch Schulen mit ins Boot holen.

Bislang ist das betreffende Grundstück direkt neben dem Mahnmal eingezäunter Privatbesitz. Seit Jahrzehnten stehen hier Obstbäume, die die wenigen noch verbliebenen Fundamente des Lagers verdecken. Mittlerweile werden die Bäume nicht mehr abgeerntet, und der Eigentümer ist bereit, das Grundstück an die Stadt zu verpachten.

Für die Neugestaltung des Mahnmals für das Konzentrationslager Ahlem hat die Stadt die Leibniz-Uni als „konzeptionellen Partner“ gewonnen, sagte Wuttig. Studenten sollen ebenso an der historischen Aufbereitung der Fläche mitarbeiten wie Schülergruppen. So soll im kommenden Jahr ein einwöchiges „Work-Camp“ zu dem Thema stattfinden. „Wir wollen keine Eröffnung auf Knopfdruck, sondern einen Prozess“, sagte Wuttig.

Im Jahr 2011 hatte der Bezirksrat Ahlem die Verwaltung aufgefordert, das Flurstück langfristig zu pachten und mit dem Grundstück des Mahnmals zu verbinden. Zuvor hatte der Verein „Bürger gestalten ein Mahnmal“ mit Unterstützung der Verwaltung und des damaligen Bezirksbürgermeisters Wilfried Gunkel (SPD) die noch vorhandenen Fundamentreste der Baracken besichtigt und den Grundbesitzer zu einer Verpachtung überredet. Damals hatte SPD-Fraktionschef Rainer Göbel angeregt, anhand von Aufzeichnungen auf einem der Fundamente ein Gebäude aufzusetzen, „sodass der Besucher eine Vorstellung davon bekommt, wie so ein Lager ausgesehen hat.“ Ein Teil des großen Geländes, auf dem noch ein Haus steht, das an eine Seniorin vermietet ist, soll von den Maßnahmen nicht berührt werden.

Das KZ wurde in der Zeit des Nationalsozialismus unmittelbar neben der ehemaligen jüdischen Gartenbauschule errichtet. Die Region baut dieses Gebäude derzeit für rund 5,3 Millionen Euro zum „zentralen Erinnerungs- und Informationsort zum Thema Nationalsozialismus in der Region Hannover“ um, sagt die Leiterin der Einrichtung, Stefanie Burmeister. Eröffnung soll im Sommer 2014 sein.

Wie die beiden direkt nebeneinander liegenden Gedenkorte konzeptionell miteinander verzahnt sind, konnte Wuttig auf Nachfrage von Wolfram Römer (SPD) noch nicht sagen. Es wäre doch widersinnig, wenn beide Orte miteinander in Konkurrenz treten würden, mahnte Römer an. Wuttig versprach: „Bei der Erinnerungskultur darf und wird es keine Konkurrenz geben.“

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