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West Stadtbibliothek verabschiedet sich mit Bücherflohmarkt
Hannover Aus den Stadtteilen West Stadtbibliothek verabschiedet sich mit Bücherflohmarkt
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19:30 20.03.2013
Gebundene Bücher für 50 Cent, Taschenbücher für 30 Cent: In der Stadtbibliothek können Lesebegeisterte echte Schnäppchen machen. Quelle: Gassmann
Linden

Im Mai sollen die rund 40.000 Medien in die neuen Räume gebracht werden, ihre Eröffnung hat die Stadt für den Sommer vorgesehen. Für Lesebegeisterte in Linden-Nord hat die Inventur in der bisherigen Bibliothek im Freizeitheim zumindest ein Gutes: Noch bis Ende März können sie auf einem großen Bücherflohmarkt im Eingangbereich des Freizeitheims das eine oder andere Schnäppchen ergattern.

Im Rathaus wird danach mit der Zusammenlegung der Bibliotheken ein zentraler Bildungsstandort im Stadtbezirk Linden entstehen. Für die Stadtbibliothek am Lindener Marktplatz wird der Umzug nicht weit, sie zieht lediglich vom Egestorff-Flügel in den Trakt zur Schwalenberger Straße. Für die frei werdenden Räume im Freizeitheim strebt die Verwaltung zeitweilige Zwischennutzungen an, etwa als Proberäume für Theatergruppen.

Das stellt die Anwohner allerdings nicht zufrieden. Sie waren schon vor fünf Jahren von dem Umzug nicht begeistert und sammelten mehr als 30.000 Unterschriften - ohne Erfolg. Den Betroffenen wird die Bücherei im Freizeitheim Linden als willkommene Anlaufstelle fehlen. „Sie ist einfach am nächsten dran“, sagt Torsten Albert, der regelmäßig als Besucher vorbeikommt. Vor allem für Menschen mit Migrationshintergrund bereite der Umzug Schwierigkeiten. „Für solche Leute ist der Standort wichtig, weil sie nicht die Möglichkeit haben, nach Linden-Mitte zu fahren“, sagt er.

Mit seiner Meinung steht Albert nicht alleine da. Auch Anne Noll, die in der Nähe der Bücherei wohnt, kommt einmal die Woche mit ihrer Tochter her. „Ich bin sehr enttäuscht, weil wir immer gerne hier sind und stöbern“, sagt die Chemikerin.

Durch die Fusion der Bibliotheken verspricht sich die Stadt Einsparungen von 244.000 Euro im Jahr. Diese treffen auch das Personal. Zwei Mitarbeiter gehen in Pension und werden nicht ersetzt, drei weitere erhalten eine Stelle in einer anderen Bibliothek in Hannover. Die restlichen acht Angestellten beider Büchereien ziehen mit in das umgestaltete Rathausgebäude in Linden. „Der Umzug in die neue Bibliothek wird dann voraussichtlich im Mai beginnen“, so Claudia Schelle-Wolff, Direktorin der Stadtbibliothek Hannover in der Hildesheimer Straße.

Das sanierte Rathaus mit seiner neuen Bibliothek soll innen hell und transparent werden. Von außen werden farbige Fassaden in unterschiedlichen Rottönen mit viel Glas freundlich und einladend wirken. „Die Fassade stellt eine moderne Planung aus dem beginnenden 21. Jahrhundert dar und spiegelt auch diesen Zeitgeist wider“, sagt Stadtsprecherin Susanne Stroppe. Die Umsetzung des Konzepts wird durch Mittel aus dem EU-Strukturfonds in Höhe von 700.000 Euro gefördert.

Die neue Stadtbibliothek wird sich auf einer Gesamtfläche von 890 Quadratmetern erstrecken. Sie erhält Selbstverbuchungs- und Rückgabegeräte, was Arbeitskraft sparen soll. „Das gibt es in der Stadtbibliothek Limmerstraße nicht“, sagt Schelle-Wolff. Zusätzlich bekommt die Bücherei öffentliche Internetplätze, die das Arbeiten erleichtern. Ein gesonderter Raum soll mit einem Beamer für Veranstaltungen und Lesungen ausgestattet werden. Ein Fahrstuhl sorgt dafür, dass auch Gehbehinderte in der Bücherei zurechtkommen. Inzwischen werden auch die Räume im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des Rathauses saniert und mit neuen Möbeln und moderner Technik ausgestattet.

Künftig werden in der neuen Bücherei insgesamt 40.000 Medien, darunter Bücher, Zeitschriften, CDs und DVDs zum Ausleihen und Arbeiten angeboten. Bereits im vergangenem Jahr haben beide Büchereien ihre Buchbestände miteinander verglichen und das neue Sortiment festgelegt. Der Flohmarkt in der Eingangshalle der Bücherei Limmerstraße besteht daher aus alten und doppelten Büchern sowie Buchspenden, CDs und anderen Medien, die aussortiert wurden. Taschenbücher und gebundene Ausgaben erhalten Interessierte schon ab 30 Cent. CDs gibt es für einen Euro, großformatige Bücher sind für zweiEuro zu haben.

Verena Gaßmann

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