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Streit über Zensur im Jugendzentrum

UJZ Kornstraße Streit über Zensur im Jugendzentrum

Die Betreiber des unabhängigen Jugendzentrums in der Kornstraße haben überraschend Post vom Ordnungsamt der Stadt erhalten. In dem Brief werden sie dazu aufgefordert, Teile eines Wandgemäldes im Innenhof des Gebäudes unkenntlich zu machen. Anderenfalls drohe eine Strafe in Höhe von 1000 Euro.

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Dirk Wittenberg vor dem umstrittenen Wandgemälde.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Das angesprochene Bild besteht aus einem Porträt von Halim Dener, jenem jungen Kurden, der im Sommer 1994 von der Polizei erschossen wurde, als er am Steintor Plakate für die kurdische Arbeiterpartei PKK klebte. Das Wandgemälde in der Kornstraße zeigt auch das Symbol der heute verbotenen Organisation.

Genau das ist der Stadt ein Dorn im Auge. Das Bild, das bereits vor fünf Monaten entstand, gefährde die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Drei Tage Zeit ließ die Stadt dem Jugendzentrum, um das PKK-Symbol zu entfernen. Der Vorstand des Vereins, der den Jugendtreff betreibt, hat jetzt Klage gegen die Forderung der Stadt vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. „Das Wandgemälde, das von regelmäßigen Besuchern der Kornstraße angefertigt wurde, ist ein Kunstwerk in Gedenken an Dener“, sagt Dirk Wittenberg, der Sprecher des Zentrums. Dener sei zu Tode gekommen, als er das Symbol der PKK plakatierte. „Deswegen befindet sich das Zeichen auf der Wandbemalung“, sagt Wittenberg.

Er selbst hat auch Ärger wegen des Bildes. Wittenberg bekam einen Strafbefehl der Polizei zugeschickt. Er soll 750 Euro bezahlen, weil er als Verantwortlicher nicht verhindert habe, dass ein Foto des Wandgemäldes im Internet verbreitet worden ist. Ein Bild des Halim-Dener-Porträts samt PKK-Zeichen war auf der Facebook-Seite einer kurdischen Jugendorganisation aufgetaucht. Auch er geht gerichtlich gegen den Strafbefehl vor. „Ich war tatsächlich mal im Vorstand des Vereins tätig, aber das ist 28 Jahre her“, sagt Wittenberg.

Bis es einen Entscheidung des Gerichts zu dem Wandgemälde gibt, haben sich die Betreiber des Jugendzentrums eine Zwischenlösung einfallen lassen. Sie haben die PKK-Symbole mit schwarzen Balken unkenntlich gemacht. „Zensiert. Der Oberbürgermeister“, haben sie daneben geschrieben.

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Etwa 750 Demonstranten haben am Sonnabend unter dem Namen „Kampagne Halim Dener“ in der Innenstadt an den 1994 getöteten Kurden Halim Dener erinnert. Bis auf Provokationen aus dem Schwarzen Block und einem zeitweiligen Verkehrschaos am Steintor verlief die Demonstration friedlich.

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