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Streit um die Außenterrasse des „Pfannkuchen-Hauses“

Kompromiss abgelehnt Streit um die Außenterrasse des „Pfannkuchen-Hauses“

Bis vor Kurzem konnte man seinen Pfannkuchen draußen auf der hölzernen Veranda des „Pfannkuchen-Hauses“ genießen. Die Konstruktion muss laut Gericht nun dauerhaft verschwinden. Auf einen Kompromiss für eine weitere Außenbewirtung will sich der Wirt nicht einlassen und kritisiert die Stadt.

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Auf der windgeschützten Veranda konnten die Gäste des „Pfannkuchen-Hauses“ bis 2009 draußen essen.

Quelle: Hagemann

Calenberger Neustadt. Im Streit um die hölzerne Außenterrasse des „Pfannkuchen-Hauses“ in der Calenberger Straße wollen Inhaber Adolf Kuhn und sein Sohn Marco keine Kompromisse eingehen. Sie hatten vor dem Verwaltungsgericht eine Niederlage einstecken müssen und wollen nun in die nächste Instanz gehen. Die beiden hatten dagegen geklagt, dass die Stadt ihnen untersagte, ihre hölzerne Veranda für die Außenbewirtung aufzubauen. Bis 2009 durften hier ein Jahrzehnt lang Gäste ungehindert speisen. Laut Gerichtsurteil muss die Konstruktion dauerhaft verschwinden, erlaubt seien auf dem Bürgersteig indes Sonnenschirme, Pflanzenkübel sowie ein niedriger, transparenter Windfang .

„Bevor wir die hölzerne Veranda errichtet haben, standen ein paar Jahre lang Schirme vor der Tür“, sagt der Wirt, der sein Lokal seit 27 Jahren an der Calenberger Straße betreibt. Da in der Calenberger Straße aber regelmäßig ein recht frischer Westwind wehe, seien die Schirme ständig umgefallen. „Das Speisen im Wind war offensichtlich nicht so angenehm, regelmäßig wechselten die Gäste ins Innere“, betont Kuhn. Aus diesem Grund habe er damals die Holzkonstruktion gebaut, die die Stadt auch nicht beanstandet habe – genauso wenig wie „die feste Markise, die als Wind-, Regen- und Sonnenschutz diente. Alljährlich im Frühjahr wurde die 14 Meter lange und zwei Meter breite Konstruktion auf- und im Herbst wieder abgebaut.

Zehn Jahre lang hatten Veranda und Markise niemanden gestört, doch 2009 trat eine neue Satzung in Kraft. Kuhn musste alles wieder abbauen. „Wir dürfen keine wetterfesten Stellwände aus Holz und keine Markise mehr haben. Außerdem soll laut der Satzung der Außenbereich ,wandelbar’ sein, das heißt, da sollen Passanten durchgehen können“, ereifert sich Kuhn. Wer will denn schon durch gedeckte Tische hindurchspazieren?, fragt sich der Wirt. Und da er all diese Kompromisse nicht eingehen will, hat er nun komplett auf eine Außenterrasse verzichtet und bereitet eine Klage für die nächsthöhere Instanz, das Oberverwaltungsgericht, vor.

Kuhn ärgert sich vor allem darüber, dass er auch seine feste Markise entfernen musste. „Ich bin in der Stadt herumgefahren und habe andere Beispiele gefunden, wo eine Markise erlaubt wird“, betont der Wirt. Am Bredero-Hochhaus etwa habe ein Lokal eine feste Dachkonstruktion, ein Restaurant an der Lister Meile dürfe offensichtlich rund um die Außenterrasse feste Stellwände verankern. „Die Stadt hat für diese Ausnahmen vor Gericht zwar Gründe genannt. Trotzdem drängt sich mir der Eindruck auf, dass dies willkürliche Entscheidungen sind.“ Die Stadt könnte seine Konstruktion genehmigen, wolle es aber einfach nicht.

In der Abteilung für das Markt- und Veranstaltungswesen im Fachbereich Wirtschaft hieß es, man habe im Jahre 2007 festgestellt, dass für den fest montierten Vorbau des Pfannkuchenhauses noch nie eine Baugenehmigung beantragt worden sei und habe den Aufbau deshalb – mit einer Verlängerung für 2008 – ab dem Jahr 2009 komplett untersagt.

Kuhn widerspricht. Man habe damals die Anlagen nur anmelden müssen, das sei auch geschehen. Die alte Holzkonstruktion sei aber auch noch aus anderen Gründen unzulässig gewesen konterte die Stadt: Das Podest habe für Behinderte keinen barrierefreien Zugang geboten, und im Ernstfall – etwa bei Leitungsarbeiten auf dem Bürgersteig – hätte es mindestens einen Tag gedauert, die Konstruktion abzubauen.

Kuhn möchte trotzdem weiter für eine in seinem Sinne komfortable Möglichkeit zum Speisen vor der Tür sorgen und daher weiterkämpfen. Um Umsatzeinbußen gehe es ihm dabei weniger. „Wir haben zwar 36 Außenplätze verloren, aber die meisten gehen einfach rein.“ Und dieser Sommer komme ihm in dieser Hinsicht derzeit immerhin entgegen.

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