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Tango Milieu gehört seit zwanzig Jahren zu den Top-Tanzschulen

Linden-Nord Tango Milieu gehört seit zwanzig Jahren zu den Top-Tanzschulen

Er führt, sie folgt: Seit zwanzig Jahren betreibt der ausgebildete Argentinotänzer Joachim Knust das Tango Milieu. Auf dem Faustgelände in Linden gibt er Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene.

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Reinhard Heuer und Sigrid Löhr geben sich regelmäßig im Tango Milieu iher Leidenschaft hin. Die beiden sind befreundet - aber kein Paar.

Quelle: Alexander Körner

Linden-Nord. Wenn die Menschen heute ins Tango Milieu auf das Faust-Gelände kommen, erwarten sie sinnliche Umarmungen, elegante Drehungen und variationsreiche Schrittfolgen in entspannter und gemütlicher Atmosphäre. Bereits seit 20 Jahren betreibt Gründer und ausgebildeter Argentinotänzer Joachim Knust das Tango Milieu nun schon. Dabei war er vor 20 Jahren noch gelernter Fernsehtechniker, als er sich entschied, seine große Leidenschaft, das Tangotanzen, zu seinem Beruf zu machen. „Damit es funktioniert und ich konsequent davon leben konnte, habe ich mir meine eigene Tanzschule aufgebaut“, erzählt er.

Das war anfangs aber nicht ganz so leicht. Als Knust vor Jahren nach Räumen suchte, in denen er eine Tanzschule eröffnen könnte, stieß er auf den damals gerade entstehenden ökologischen Gewerbehof in Linden. Dort stand er zunächst vor dem Nichts: Ein kleiner Raum, der sogenannte Sozialtrakt der ehemaligen Bettfedernfabrik, hinter mit Brettern vernagelten Fenstern und Berge von Müll. Der gebürtige Berliner ließ sich davon nicht abschrecken und baute die Räume aus. So begann er, seinen Traum von der eigenen Tango-Tanzschule zu verwirklichen. Mit Geduld, Fleiß und viel Liebe für Details hat sich Joachim Knust im Laufe der Jahre einen guten Ruf in der bundesweiten Tango-Szene erarbeitet. Inzwischen gehört das Tango Milieu zu einigen der wenigen Tanzschulen in Deutschland, die schon so lange an einem Fleck bestehen.

Zusammen mit seiner Kollegin Martina Meyer, die seit 2001 im Tango Milieu eigene Kurse führt, gibt Joachim Knust Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene. Beim sonntägige Schnupperkurs unter dem Motto „Verführung zum Tango“ können sich die Besucher ausprobieren. Ziel dabei ist, die lateinamerikanischen Tänze in ihrer ursprünglichen Weise zu vermitteln. „Dabei geht es um den persönlichen Ausdruck des Tanzes und das Gefühl für das Miteinander als Paar“, sagt Joachim Knust. So knüpften in den beiden Jahrzehnten mehr und mehr Menschen neue Beziehungen, die sie immer wieder in die Tanzschule zurückführten, um zu tanzen.

Tango ist ein Prinzip

Anschließend haben Besucher des Schnupperkurses und Teilnehmer aus den Kursen die Möglichkeit, im großen Spiegelsaal gleich nebenan ungezwungen weiter zu tanzen. An Tischen im 180 Quadratmeter großen Saal können die Tänzer sich in gemütlicher Runde bei Kerzenlicht unterhalten und mit Getränken von der Bar eindecken. Wer die Lust verspürt zu tanzen, steht auf und swingt bei gedämpften Licht und durchlaufender Musik los. „Tango ist ein Prinzip. Wichtigste Lektion dabei: der Mann führt, die Frau folgt ihm“, erzählt der ausgebildete Tanzlehrer.

Das Zusammenspiel von Frau und Mann beim Tango brachte sogar schon das ein oder andere Paar zusammen. So auch die beiden tanzbegeisterten, Astrid Deking und Uwe Thomsen, die sich in der Tanzschule vor vier Jahren ineinander verliebten. Noch heute schwärmen beide von dem temperamentvollem Tanz, der sie zusammenbrachte. „Tango ist total flexibel und gleicht keinem anderen Tanz“, erzählt der 49-jährige EDV-Ingenieur. Seine Freundin, Astrid Deking, kann ihm nur zustimmen. „Es ist ein prickelndes und auch sehr leidenschaftliches Gefühl, wenn die Frau mit dem Mann und der Musik verschmelzen kann.“

Die Musik beim Tango ist hauptsächlich lebendig und impulsiv. Welche Art von Musik aus den Boxen kommt, spielt keine Rolle. Denn Tango Argentino ist nur ein Oberbegriff, dem mehrere Tänze untergeordnet sind. Der Vorläufer von Tango ist Milonga. Dieser Tanz ist fast doppelt so schnell wie Tango und bringt die Menschen ordentlich in Schwung. „Meistens schafft man nur drei Stücke, dann sind die Tänzer so fertig, dass sie eine Pause brauchen“, sagt Knust. Der Tango Valz ist hingegen weicher und runder. Es wird wie beim Wiener Walzer zu Musik im Dreivierteltakt getanzt. Argentinische Musiker spielen ihn aber meistens etwas schneller. „Das Wichtige dabei ist, dass der Mann wie beim Tango Argentino führt. Sonst macht der Tanz keinen Sinn“, erzählt er.

Im Tango Milieu sind Schnupperkurse immer sonntags von 15 bis 16.30 Uhr für fünf Euro möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ab 18 Uhr finden dann die Fortgeschrittenenkurse im Tanzstudio statt. Montag bis Mittwoch und freitags von 19 bis 22 Uhr bietet die Tanzschule Kurse auf unterschiedlichen Niveaus an.

Von Verena Gassmann

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