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West Thailändischer Tempel
 zieht viele Gläubige an
Hannover Aus den Stadtteilen West Thailändischer Tempel
 zieht viele Gläubige an
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20:56 23.09.2009
Bei jeder Tempelfeier spenden Gläubige für die Mönche. Quelle: Sirany Schümann

Die Kennzeichen der Autos, die auf dem Hof und in den Straßen rund um den Ahlemer Turm parken, deuten schon darauf hin: In diesem Gebäude treffen sich nicht nur Menschen aus der Region Hannover. Auch aus Hildesheim, Wolfsburg, Goslar, Bremen, Kassel, Minden und Bielefeld sind gläubige Buddhisten und Besucher gekommen, um im Wat Dhammavihara das Muttertagsfest Tambun Wan-Mae zu feiern, das mit dem Geburtstag von Thailands Königin Sirikit zusammenfällt. Der Wat Dhammavihara ist die erste und bisher einzige thailändische Tempelanlage in Niedersachsen. Die rustikale Fachwerkfassade des ehemaligen Ausflugslokals Ahlemer Turm erinnert jedoch kaum an die prunkvollen, mit Blattgold verzierten Tempelanlagen in Thailand.

Seit 2007 ist die thailändisch-buddhistische Gemeinde im Ahlemer Turm Zuhause. Der hannoversche Verein Wat Dhammavihara hat seither bereits viele baufällige Abschnitte des Tempels instand setzen lassen. So wurden im Hauptgebäude neue wärmegedämmte Fenster eingesetzt und das Fachwerk beider Türme saniert. Für die Neugestaltung des Speisezimmers und des Versammlungsraumes hat der Verein eigens Original-Holzvertäfelungen in Thailand anfertigen lassen. Im von exotischen Essensdüften durchzogenen Erdgeschoss geben offen liegende Kabel in den Wänden jedoch zu erkennen, dass die Sanierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. „Die Kosten für den bisherigen Umbau belaufen sich auf rund 415.000 Euro“, schätzt Kiaetchai Chatchvasvimol, Tempelhelfer und Mitersteller des Konzepts von Wat Dhammavihara.

„40.000 Euro hat der Staat Thailand dazu gegeben“, ergänzt er. Ebenfalls saniert ist der Fußboden des großen Gebetssaales im ersten Stock: Ein roter flauschiger Teppich füllt fast den gesamten Raum aus. Gemeinsam mit der golden glänzenden Buddhastatue, die auf einer Art Altar thront, verleiht er dem Saal ein festliches Aussehen. Auf dem Teppich knien etwa 150 Männer und Frauen – einige in der traditionellen Kleidung ihrer Heimat – ehrfürchtig vor Phra Maha Thongnark nieder. Der Abt und Gründer des Tempels kam 2003 von Bangkok nach Deutschland und lebt nun mit zwei weiteren Mönchen im Wat Dhammavihara. Für die Gebetszeremonie haben die drei Mönche sich im Lotussitz vor der Menge niedergelassen, hinter sich einen Schrein mit dem Foto ihrer Königin. „Wir erzählen den Menschen, was ihre Mütter alles Gutes für sie getan haben und danken ihnen dafür“, sagt der Gründer des Wats.

Während im oberen Stockwerk noch gebetet wird, stehen im Innenhof die ersten Gemeindemitglieder für die Reisspende in einer Schlange an. Nachher werden die Mönche die Reihe abgehen, um sich von jedem einen Löffel Reis in den Topf füllen zu lassen. „Der buddhistische Glaube besagt, dass man dann im nächsten Leben nicht hungern muss“, erläutert Phra Maha Thongnark. Einige Thais richten derweil schon ihre Stände ein, an denen sie landestypisches Essen wie Papayasalat, gebratene Nudeln, Suppen und Fleischspieße frisch zubereiten. Nach der Zeremonie sollen die Speisen gegen eine kleine Spende an die Besucher verteilt werden. Bis zum Abend sitzen die Frauen und Männer im Hof zusammen, essen und plaudern miteinander. Gesprächsthema ist sicherlich auch der Wat Dhammavihara, der immer mehr die Gestalt eines „echten“ Tempels annimmt.

Trotz der Umbauarbeiten finden im Ahlemer Turm bereits viele Aktivitäten statt: Sonnabends in der Zeit von 13 Uhr bis 17 Uhr bietet die Gemeinde Thaiboxen, traditionelle Obstschnitzerei-Workshops und Thaisprachkurse für Deutsche an. Genauere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es unter der Telefonnummer7 68 57 46. Zudem können Interessierte sonntags von 14.30 Uhr bis 18 Uhr in einer Tanzgruppe des Vereins „Muangthai Kunst und Kultur“ klassische Tänze aus den verschiedenen Provinzen Thailands kennen lernen. Nähere Auskünfte dazu gibt Kanya Bomhardt unter Telefon (0 51 21) 9 97 51 32.

von Sirany Schümann

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