Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
West Üstra: „Niederflur ist die schlechtere Variante“
Hannover Aus den Stadtteilen West Üstra: „Niederflur ist die schlechtere Variante“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:12 30.03.2012
Von Rüdiger Meise
Die Üstra will keine Niederflur-Variante für die D-Linie. Quelle: Martin Steiner
Linden-Nord

Der Streit um den Umbau der D-Linie auf Hoch- oder Niederflurtechnik geht in die nächste Runde: Mit einem offenen Brief hat die Üstra auf das Interview mit Lindens Bürgermeister Rainer-Jörg Grube geantwortet, das dieser im Stadt-Anzeiger vom 22. März gegeben hatte. Grube hatte sich für Niederflur ausgesprochen, weil diese Technik „den Interessen des Stadtteils eher gerecht“ werde. In ihrem Brief wirft die Üstra Grube „inhaltliche Fehler“ vor und betont, dass selbst „ein externer Niederflurexperte – Prof. Meyfahrt aus Kassel – zu dem Fazit kam, dass eine Umstellung auf Niederflur in Hannover die schlechtere und teurere Variante ist“.

Auch die Meinung Grubes, die Entscheidung Hannovers für Hochflur sei vor Jahrzehnten eine unternehmerische Fehlentscheidung gewesen, will die Üstra so nicht stehen lassen: „Eine Vorfestlegung auf ein Hochflursystem erfolgte 1965 durch politischen Beschluss der Landeshauptstadt Hannover. Niederflurfahrzeuge gab es zu dieser Zeit noch nicht.“ Außerdem sei Grubes Darstellung falsch, die Kosten für den Bau von Hochbahnsteigen – insgesamt eine halbe Milliarde Euro – müssten durch Tarifeinnahmen finanziert werden: „Investitionen in die Infrastruktur werden durch die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover realisiert.“ Die Tarifeinnahmen würden lediglich für den „operativen Verkehr“ verwendet.Außerdem könne die D-Linie per Niederflurtechnik nicht „schnell“ behindertenfreundlich gestaltet werden: Weil der Kauf von Niederflurfahrzeugen europaweit ausgeschrieben werden müsste, würde der zeitliche Nachteil im Vergleich zum Bau von einzelnen Hochbahnsteigen „mindestens drei Jahre“ betragen.

Grube lag der Brief bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vor. „Das ist ebenso peinlich wie der Stil der Üstra, sich ständig unzulässig in die öffentliche Meinungsbildung einzumischen“, kommentierte er.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Hochflur oder Niederflur? Über die künftige Technik der Stadtbahnlinie sollen die Bürger in der Region entscheiden. Doch das ist nicht unbedingt im Interesse der westlichen Stadtteile, meint Rainer-Jörg Grube.

24.03.2012

Rainer-Jörg Grube (Grüne), Bezirksbürgermeister von Linden und Limmer, hat der Üstra vorgeworfen, sich „unzulässig in die öffentliche Meinungsbildung einzumischen“. Das Verkehrsunternehmen habe sich mittlerweile derart verselbstständigt, dass es die Politik vor sich hertreibe.

01.04.2012

Klaus Scheelhaase, ehemaliger Leiter des U-Bahn-Bauamtes, bringt mit einer Idee zur Gestaltung der sogenannten D-Linie wieder Bewegung in die verfahrene Diskussion. Der Experte schlägt eine unterirdische Expresslinie und eine oberirdische Endstation am Steintor vor.

26.03.2012

Im Gezerre um die Umbaupläne für den Kötnerholzweg in Linden-Nord revidiert der Bezirksrat seine Entscheidung. Er stimmt nun der Planung der Verwaltung zu.

Rüdiger Meise 01.04.2012

An der Beekestraße in Ricklingen ist ein umstrittenes Verkehrszeichen entfernt worden. Der grüne Pfeil an der Ampelanlage hatte bei vielen Autofahrern für Verwirrung gesorgt.

Bärbel Hilbig 29.03.2012

Trotz eines Freispruchs warnt die IGS Linden vor dem Ladenbesitzer gegenüber der Schule. Der Kioskbetreiber prüft deshalb eine Klage gegen die IGS Linden.

Rüdiger Meise 28.03.2012