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West Unbekannte stehlen Bronzefigur
Hannover Aus den Stadtteilen West Unbekannte stehlen Bronzefigur
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13:48 02.07.2010
Diesen Bronzemann haben Metalldiebe mitgehen lassen. Quelle: Marcel Schwarzenberger

Darunter auch die Figur eines sitzenden Mannes von der Ricklinger Bildhauerin Ulrike Enders. Mit Gewalt rissen die Täter die rund 30 Kilogramm schwere Figur aus ihrer Verankerung auf einer Steinmauer. „Die werden wohl versuchen, das Metall an Schrotthändler loszuwerden. Dabei lohnt sich das doch kaum“, sagt die Künstlerin betroffen. Der Gießer, der die Figur nach ihren Vorgaben herstellte, schätzt den Materialwert auf lediglich vier Euro je Kilogramm.

2004 bekam Enders von einer Witwe den Auftrag, ein Figurenpaar aus Bronze zu gestalten. Die Frau stiftete das Kunstwerk der Stadt Hannover, die das Aufstellen genehmigte. Die Plastiken schmückten seither eine Treppenmauer in der Nähe des anonymen Gräberfeldes. Dort fand der Mann der Stifterin seine letzte Ruhestätte. „Statt eines Grabsteins wünschte sich die Witwe ein Kunstwerk für den ganzen Friedhof“, erzählt Enders. Sie schuf keine realistischen Porträts. „Ich habe exemplarische Menschen dargestellt, mit denen sich viele Menschen identifizieren können.“ Von ihr stammt auch das lebensgroße Paar mit Regenschirmen in Kröpcke-Nähe. In Hannovers Westen stehen mit dem „Lindener Butjer“, dem Trinkbrunnen auf dem Ricklinger Holwegplatz sowie der Kasperle-Figur auf dem WP-Eberhard-Eggers-Platz weitere Plastiken der überregional bekannten Künstlerin.

Die beiden Skulpturen auf dem Ricklinger Friedhof gehörten über Jahre hinweg zum vertrauten Bild für Spaziergänger und Trauernde. Gut 10 000 Euro kosteten Herstellung und Installation der beiden Figuren – ein Vielfaches dessen, was die Metalldiebe von Schrotthändlern bekommen könnten.

Der Bronzemann ist nicht die einzige Figur, die verschwand. Die Diebe ließen auch den sogenannten „Zehenpuhler“ – die Figur eines Mannes, der sich einen Stachel aus dem Fuß zieht – mitgehen. Er hatte seinen Platz an der Kapelle. Auch an den Metallkreuzen zweier Grabmale machten sich die Unbekannten zu schaffen, konnten diese aber nicht aus ihrer Verankerung lösen.

Bislang gibt es keine Spur der beiden gestohlenen Plastiken. Ob die Stadt zumindest die Plastik von Enders ersetzen wird, sei noch offen, sagt Stadtsprecher Klaus Helmer. Auf gut 2000 Euro schätzt die Friedhofsverwaltung die Kosten für einen Nachguss; die Vorlagen der Künstlerin existieren noch. Die Chefin der hannoverschen Friedhofsverwaltung Cordula Wächtler ist derzeit im Urlaub. Nach ihrer Rückkehr sollen Möglichkeiten für einen Ersatz besprochen werden.

Marcel Schwarzenberger

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