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Hannoveraner Künstler

Vier Hobbykünstler eröffnen Galerie

Von Margret Jans-Lottmann

Den Traum von einer eigenen Galerie haben sich jetzt vier Hobbykünstler aus Hannover erfüllt. In einem Ladenlokal auf der Badenstedter Straße präsentieren sie die eigenen Bilder und Skulpturen.
Brigitte Schlienkamp, Angelika Wissel-Mönkemeyer und Werner Schlienkamp zeigen ihre Werke erstmals öffentlich in Badenstedt. Mikel Engelke vertritt seinen Vater, der verhindert ist.

Brigitte Schlienkamp, Angelika Wissel-Mönkemeyer und Werner Schlienkamp zeigen ihre Werke erstmals öffentlich in Badenstedt. Mikel Engelke vertritt seinen Vater, der verhindert ist.

© Handout

Badenstedt. In den vergangenen Monaten war Werner Schlienkamp immer wieder an dem Haus mit der Nummer 195 in der Badenstedter Straße vorbeigegangen. Er und seine Frau Brigitte wohnen um die Ecke, da liegt der Weg nahe. Häufig war er dann vor den Schaufenstern stehen geblieben und hatte in den Laden gespäht, wo fast 30 Jahre lang Zierfische in Aquarien schwammen. Seit der Zierfischhandel im Januar in einen kleineren Laden umgezogen war, standen die Räume leer. Und so begann bei Brigitte und Werner Schlienkamp eine Idee zu reifen: Dort eine Galerie für die eigenen Bilder und Skulpturen einzurichten, gemeinsam mit zwei Freunden, Hobbykünstler wie sie selbst – das wäre was. Am Freitag um 17 Uhr ist es so weit. Dann wird „4 in Badenstedt – die temporäre Galerie“ eröffnet. „Temporär“, weil es die Galerie voraussichtlich nur für eine vorübergehende Zeit geben wird.

„Wir haben immer wieder überlegt: Sollen wir oder sollen wir nicht?“, erzählt Werner Schlienkamp. Gemeinsam mit den Hobbykünstlern Angelika Wissel-Mönkemeyer und Eckard Engelke hatte das Ehepaar in etlichen Gesprächen das Für und Wider abgewogen und sich gegenseitig ermutigt, die eigenen Werke öffentlich auszustellen. Seit vielen Jahren beschäftigen sich die Vier mit der Kunst, haben sich in Kursen bei Malern, Bildhauern und Fotografen fortgebildet. Aber ihre Werke öffentlich gezeigt? Das hatten sie, alle über 60, bisher noch nicht. Und sie wollten auch etwas für ihren Stadtteil tun. „In der Badenstedter Straße stehen einige Läden leer, das ist nicht schön“, sagt Schlienkamp.

Doch der Traum schien schon ausgeträumt, als die Schlienkamps die Miteigentümerin des Ladens, Marie-Luise Krauss, nach dem Mietpreis fragten. „Als sie uns den nannte, haben wir nur gesagt: Nein danke“, erzählt Werner Schlienkamp schmunzelnd. Schon am nächsten Tag kam der erlösende Anruf: Solange sich kein anderer Mieter für den 80 Quadratmeter großen Laden finde, könne die Gruppe diesen für rund ein Viertel der Miete von 750 Euro haben, bot die Vermieterin an. Da überlegten die vier Hobbykünstler nicht lange und sagten zu.

„Ich habe selbst Spaß an der Kunst“, sagt Marie-Luise Krauss. „Und die Vier sind so voller Begeisterung, dass sie andere anstecken. Wäre ich jünger, würde sich selbst mitmachen.“ Statt dessen wird die 73-Jährige nun bei der Galerie-Eröffnung am Freitag die Laudatio halten und dabei auch ein wenig über das Haus plaudern, das 1898 gebaut wurde und in dem der Laden einst die Wohnung der Großeltern war.

In der Galerie werden die Hobbykünstler nun wechselnde Ausstellungen zeigen: Angelika Wissel-Mönkemeyer widmet sich der abstrakten Malerei in Acryl, Mischtechnik sowie Collagen. Brigitte Schlienkamp hat mit dem Portraitzeichnen begonnen, später kamen Bilder in Acryl, Mischtechniken und Collagen dazu. Eckard Engelke befasst sich mit Fotocollagen, experimenteller Fotografie und Malerei. Und Werner Schlienkamp hat eine Vorliebe für Skulpturen, die er aus Ytong, Gips und Speckstein gestaltet.

„Wir freuen uns auf eine kritische Auseinandersetzung der Besucher mit unseren Werken“, sagt Schlienkamp. An Verkauf denken die Hobbykünstler vorerst nicht. „Es fiele mir schwer, mich von dem einen oder anderen Werk zu trennen“, sagt der 65-Jährige. Aber er und seine Mitstreiter haben einen Traum: „Wenn sich mehr Leute oder Sponsoren mit uns zusammentun – dann könnten wir den Laden fest mieten.“

Die Galerie wird am Freitag um 17 Uhr eröffnet, die Feier dauert bis etwa 18 Uhr. Danach können die Werke täglich zwischen 15.30 und 18 Uhr besichtigt werden. Wer die Galerie außerhalb der Öffnungszeiten besuchen oder mitmachen möchte, kann sich bei Werner Schlienkamp unter Telefon 5 90 44 24 melden.

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