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Viertklässler schmieden das heiße Eisen

Oberricklingen Viertklässler schmieden das heiße Eisen

In einem Workshop haben Viertklässler der Wilhelm-Busch-Schule Erfahrungen beim Schmieden gesammelt – mit der Hilfe eines versierten Profis.

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Kraftvoll: Rinor, Anna-Sophia und Jannis (v. l.) lernen das Schmiedehandwerk von Siegmund Kupka.

Quelle: Mario Moers

Hannover. Man muss das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist. Die Viertklässler der Wilhelm-Busch-Grundschule in Oberricklingen wissen das. „1300 Grad hat der Stahl, wenn er aus dem Feuer kommt. Bei 1400 würde er schmelzen“, erklärt der zehnjährige Jannis und setzt seine Schutzbrille auf. Klassenkameradin Anna-Sophia holt am Amboss schwungvoll mit dem Hammer aus und verpasst dem glühenden Stahlnagel vor ihr ein paar kräftige Hiebe. Jannis biegt mit viel Feingefühl in der Zange eine Kurve in das Metall. „Das könnte ein Blatt werden“, beurteilt Profi Siegmund Kupka das fertige Werkstück der Viertklässler und taucht den Nagel mit einem lauten Zischen in einen Wassereimer. Auf dem Schulhof vermischt sich der Wasserdampf mit dem rußigen Geruch der Schmiedekohle. Zum ersten Mal hat die Grundschule einen Schul-Schmied zur Projektwoche eingeladen.

„Das Unterrichtsfach Werken gibt es immer seltener“, sagt Kupka. „Aber es ist wichtig, dass die Kinder selbst etwas gestalten können, abseits vom Computer“, erklärt er das Ziel des Angebots. Seit der gelernte Metallbauer sich vor einigen Jahren als Schmied selbstständig gemacht hat, bietet er Kurse an Schulen und für private Interessenten an. „Kinder können so erste Erfahrungen mit der Eisenverarbeitung machen - es muss dann ja nicht jeder gleich Schmied werden“, sagt Kupka, dem man seine Leidenschaft für das glühend heiße Metall an seiner Nasenspitze ansieht. Genau wie bei den Kindern hat sich darauf eine Lage Kohlestaub festgesetzt, ebenso unter den Fingernägeln.

Fünf Tage haben der Schmied und die Viertklässler aus der Ganztagsbetreuung stilisierte Blätter aus Zimmermannsnägeln geschmiedet - in Herz-, Ring- oder Schlangenform. „Mehr als 100 Stück sind es bestimmt“, schätzt ein Schüler stolz. Die Einzelteile wird Kupka zu einem kleinen „Schul-Baum“ zusammenschweißen. „Den pflanzen wir in ein Beet auf dem Schulhof ein,“ sagt Sylvia Mahler, eine von zwei Koordinatorinnen der Ganztagsbetreuung.

Projekte wie die „Fahrende Schmiede“ seien eine gute Möglichkeit, zusätzliche Lerninhalte in den Schullalltag einzubauen, erklärt Mahler. Die Wilhelm-Busch-Schule ist seit dem Schuljahr 2013/2014 eine offene Ganztagsschule. 172 Kinder - ungefähr die Hälfte - nutzen derzeit die Angebote der Ganztagsbetreuung. Dazu zählen etwa eine afrikanische Trommelgruppe, Häkeln und eine „Umweltforscher“-Gruppe. Mit dem Budget, das die Stadt zur Verfügung stellt, werden regelmäßig besondere Kurse von externen Anbietern eingekauft, um die Auswahl zu erweitern.

Ginge es nach Viertklässlerin Anna-Sophia, könnte die mobile Schmiede ein fester Bestandteil im Ganztagsprogramm werden. „Das macht einfach Spaß“, sagt sie. „Komm’ ein paar Teile schaffen wir noch“, motiviert ein anderer Nachwuchsschmied die Gruppe. Der Pausengong hat längst geläutet.

Von Mario Moers

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