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Ricklingen

Wegen Neubau der Eisenbahnbrücke Verkehrsprobleme befürchtet


Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne für den Abriss und Neubau der maroden Eisenbahnbrücke über die Beeke in Ricklingen vorgelegt.
Die 100 Jahre alte Eisenbahnbrücke ist in einem schlechten Zustand.

Die 100 Jahre alte Eisenbahnbrücke ist in einem schlechten Zustand.

© Herzog

Im Frühjahr 2011 sollen die Bauarbeiten beginnen, Ende 2012 sollen sie abgeschlossen sein. Auch eine 370 Meter lange Lärmschutzwand ist geplant. Die Bahn investiert rund zehn Millionen Euro. Der Bezirksrat Ricklingen stimmte dem Projekt in der vergangenen Woche einmütig zu.

Mehrere Betonpfeiler werden für die neue Stahlbetonbrücke in den Boden eingelassen. Dafür müssen rund 9000 Kubikmeter Boden ausgehoben werden. Diese Erde will die Bahn zwischenlagern. Dafür komme ein städtisches Grundstück zwischen Stammestraße und Ritter-Brüning-Straße infrage, sagte Siegfried Plöger vom Fachbereich Tiefbau. Innerhalb von 20 Tagen sollen einige hundert Lastwagen mit Erdaushub zwischen Baustelle und Zwischenlager pendeln – und das zu einer Zeit, in der auch die Bauarbeiten im nahe gelegenen Klinikum Siloah auf Hochtouren laufen. Das Haus wird in den nächsten Jahren zu einem Großkrankenhaus umgebaut. „Das alles zusammen wird aber für erhebliche Probleme im Straßenverkehr sorgen“, kritisierte Albert Koch, CDU-Fraktionschef im Bezirksrat Ricklingen.

Verwaltungsvertreter Plöger verwies darauf, dass die Bahn noch detailliert darlegen müsse, wie sie sich den Transport vorstellt. Er schränkte jedoch gleich ein: „Ein Schienentransport wäre jedenfalls ein zu hoher technischer Aufwand. Außerdem müssten dafür zusätzlich Gleise gesperrt werden.“ Den Erdaushub will die Bahn anschließend wieder unter der Brücke verteilen. Aber dazu wird es möglicherweise gar nicht kommen. Die Erde könne unter anderem mit altem Bauschutt und Schlacken belastet sein, sagte Plöger. Bislang gebe es jedoch erst einige Stichproben.

Werden die Vermutungen mit einer umfangreichen Bodenuntersuchung bestätigt, dann hat die Stadt eine klare Position: „Belasteter Boden wird nicht auf städtischer Fläche zwischengelagert und darf auch nicht wieder verbaut werden“, betonte Plöger.

2011 sollen zunächst neue Kabel verlegt werden, der Abriss beginnt im März 2012. Die Bahn muss eigens Bauwege zur Brücke in der Beekeniederung anlegen. Eine Strecke soll nördlich der Brücke über den Ohedamm führen; südlich davon soll ein Weg vom Enercity-Parkplatz an der Stammestraße aus eingerichtet werden. Die Bahn müsse noch ein Baustellenkonzept vorlegen, sagte Plöger. Dazu gehört unter anderem der Nachweis von Aufstellflächen für Großfahrzeuge und Baukräne. Für den Brückenbau sollen die Grünflächen entlang der Beeke so wenig wie möglich belastet werden.

Vorgesehen ist zudem der Einbau besonders schalldichter Fenster in den nahen Wohnquartieren an Stammestraße und Distelkamp – auf Kosten der Bahn. „Um diesen Anspruch zu prüfen, wird es aber noch Einzelgutachten für jedes Grundstück geben“, sagte Plöger.

Die 1909 erbaute Brücke steht unter Denkmalschutz. Inzwischen ist das Bauwerk aber in einem schlechten Zustand, seit Langem klagen Anwohner zudem über den Lärm, den die Züge auf der veralteten Konstruktion verursachen. Eine Sanierung ist unwirtschaftlich, die städtische Denkmalbehörde stimmte deshalb dem Neubau zu.

Von Marcel Schwarzenberger

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