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Calenberger Neustadt

Weihnachtsausstellung zeigt altes Spielzeug


Von Autorennbahn bis Dampfmaschine: Eine Ausstellung im Museum für Energiegeschichte(n) in der Calenberger Neustadt zeigt rund 100 Exponate.
Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

© Meyland

Elektrisches Spielzeug war bei Mädchen wie Jungen vor 60 Jahren besonders beliebt. Was Kinder damals bei der Bescherung unter dem Weihnachtsbaum fanden, zeigt das Museum für Energiegeschichte(n) in der Calenberger Neustadt in seiner Weihnachtsausstellung. Die rund 100 Exponate, die aus dem Fundus des Museums und aus Privatbesitz stammen, sind bis Dienstag, 22. Dezember, zu sehen.

Weil Spielzeug immer auch ein Spiegel der jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse ist, dokumentiert die Ausstellung auch ein Stück Zeitgeschichte. Liebevoll haben die Museumsmitarbeiter ein Wohnzimmer mit Nierentisch, Blumenbank und Musiktruhe weihnachtlich geschmückt. Unter dem Tannenbaum liegen Puppen, Puppengeschirr und Spiele wie „Hätten Sie’s gewußt?“. Das Gesellschaftsspiel basiert auf einer Quizsendung mit Moderator Heinz Maegerlein, die von 1958 bis 1969 im Fernsehen ausgestrahlt wurde und damals mindestens so beliebt war wie heute die Sendung „Wer wird Millionär?“.

Fast alle der kostbaren Raritäten noch funktionstüchtig

Ein Kosmos-Bausatz aus den dreißiger Jahren, ein nostalgisches Puppenhaus und eine Laterna Magica mit bunten Glasbildchen sind weitere Höhepunkte der Ausstellung, die in die faszinierende Welt des historischen Spielzeugs führt. „Das war Luxusspielzeug und für die damalige Zeit nicht selbstverständlich“, sagt Museumsmitarbeiterin Sabine Müller. Solche Spielwaren hätten sich nur gut betuchte Familien leisten können, ergänzt die stellvertretende Museumsleiterin Silvia Schmitz. Heutzutage hätten diese Stücke zum Teil einen Sammlerwert von mehr als 500 Euro. Fast alle der kostbaren Raritäten sind noch funktionstüchtig, einige von ihnen werden bei einem Museumsrundgang vorgeführt.

Mädchen wurden mit elektrischen Öfen, Bügeleisen und Puppen auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet. Jungen spielten mit Autos, Eisenbahnen und Technik-Baukästen. 1933 gab es für sie den Nachbau des Luftschiffes „Graf Zeppelin“, das 1928 seinen Jungfernflug erlebte. Anlässlich der ersten bemannten Mondlandung mit Neil Armstrong am 20. Juli 1969 kam im selben Jahr ein Modell der Raumfähre „Eagle“ auf den Markt.

Bei dem Rundgang durch die Ausstellung wird aber auch auf erschreckende Weise deutlich: Mit Spielzeug wurde nicht nur gespielt, es diente auch Propagandazwecken. So befindet sich unter den Ausstellungsstücken eine „Reichsautobahn“ aus dem Jahr 1937 – die Autobahn galt damals als eines der Vorzeigeprojekte im Hitler-Deutschland. Bilder und Anleitungen dokumentieren zudem, wie schon den Kleinsten mithilfe von Kriegsspielzeug ein positives Bild vom Krieg vermittelt wurde. „Das ist Propaganda bis ins Kinderzimmer und muss heute mit der Distanz der Zeitgeschichte betrachtet werden“, sagt Schmitz.

Der Eintritt in das Museum, in dem es noch viel mehr zu sehen und auch anzufassen gibt, ist frei. Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet, für Gruppen und Schulklassen werden nach Anmeldung unter der Telefonnummer 1 23 11 63 49 41 Führungen angeboten.

Am kommenden Sonntag, 6. Dezember, veranstaltet das Museum zwischen 13 und 18 Uhr ein Kinder- und Familienfest. Außer Führungen, Bastelaktionen und Überraschungen wartet die Clownin „Mimi“ mit energiegeladenen Zaubereien auf die Besucher.

Von Dirk Meyland

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