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West Wohngebiet mit 240 Häusern und Wohnungen entsteht
Hannover Aus den Stadtteilen West Wohngebiet mit 240 Häusern und Wohnungen entsteht
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09:16 05.02.2010
Von Jutta Oerding
In Ahlem entsteht ein Wohngebiet mit 240 Häusern und Wohnungen. Quelle: Handout
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Schon mit der Einwohnerfragestunde des Bezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt hat die Diskussion um den künftigen Namen des Baugebiets auf dem früheren Gelände der Landwirtschaftskammer begonnen: Den Namen „Heisterbergblick“ finde sie nicht gut, sagte eine ältere Ahlemerin. Die Bezeichnung „An der Gartenbauschule“ sei dagegen aussagekräftig. Damit sprach sie den Bezirksratsmitgliedern offenbar aus der Seele. Denn einstimmig beschlossen die Lokalpolitiker wenig später einen Änderungsantrag der Grünen mit genau diesem Ziel.

Auch die SPD hatte in ihrer Begründung zu einem ähnlichen Antrag Zweifel angemeldet, dass sich die künftigen Bewohner bei einem „wenig attraktiven Namen wie Heisterbergblick“ mit ihrem Neubauviertel identifizieren können: „Eine Benennung in Bezug zur ehemaligen israelitischen Gartenbauschule und der damit verbundenen Historie wäre sehr wünschenswert und auch angemessen.“ Der Vorschlag der Grünen war jedoch konkreter: Das Wohngebiet soll „An der Gartenbauschule“ heißen, und die Verwaltung wird aufgefordert, darauf hinzuwirken.

Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Sabine Nolte-Vogt (Grüne) erläuterte die Problematik: Die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) als Bauträger dürfe einen Vermarktungsnamen festlegen. Im Herbst hatte die HRG vier Wochen lang Vorschläge aus der Bevölkerung gesammelt und schließlich den Namen „Heisterbergblick“ prämiert. Zuvor hieß das Gebiet auf einem früheren Gemüse-Experimentierfeld der Landwirtschaftskammer an der Heisterbergallee schlicht „Auf dem Gemüsefeld“. Inzwischen tendiere die HRG zu der Bezeichnung „Am Heisterberg“, sagte Nolte-Vogt. Mit seinem eindeutige Votum hofft der Bezirksrat jetzt, seinen Vorschlag mit Hilfe der Stadtverwaltung durchzusetzen.

Zusätzlich wurde ein Antrag der SPD beschlossen, bei der Benennung von Straßen und Plätzen Bezug auf die Gartenbauschule zu nehmen. Nolte-Vogt enthielt sich der Stimme, weil ihr auch dieser Antrag nicht konkret genug erschien: „Wir sollten selbst passende Namen vorschlagen.“ In dem Wohngebiet sollen 160 Einfamilienhäuser und Stadthäuser sowie 80 Wohnungen und Büros entstehen. Der erste Spatenstich ist für Mitte 2010 geplant. Die HRG hat die rund 80.000 Quadratmeter große Fläche neben der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau 2008 für 4,2 Millionen Euro von der Landwirtschaftskammer gekauft.

Mit der Namensgebung will der Bezirksrat daran erinnern, dass das neue Viertel auf geschichtsträchtigem Boden liegt. Im Jahre 1883 hat dort der jüdische Banker Moritz Simon die Israelitische Gartenbauschule eröffnet, in der auch viele ärmere jüdische Jugendliche die Chance auf eine qualifizierte Ausbildung erhielten. Zur Zeit der Nationalsozialisten richtete die Gestapo dort 1941 ein Sammellager für die Deportation von Juden in die Konzentrationslager ein.

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