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Wucherpfennig will Edeka-Filialen aufgeben

Ricklingen Wucherpfennig will Edeka-Filialen aufgeben

Eine lang gehegte Befürchtung von Stadtteilpolitikern und Anwohnern wird wahr: Edeka-Wucherpfennig schließt in absehbarer Zeit zwei seiner Filialen in Ricklingen und Oberricklingen.

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Das Geschäft am Sauerwinkel neben dem WP-Eberhard-Eggers-Platz schließt in einem Jahr - Ersatz ist nicht in Sicht.

Quelle: Schwarzenberger

Das Angebot der Nahversorger im Stadtbezirk Ricklingen wandelt sich bald beträchtlich. Wieder ist es die Handelskette Edeka, die nach der Eröffnung des E-Centers am Ricklinger Kreisel von sich reden macht: Eine lang gehegte Befürchtung von Stadtteilpolitikern und Anwohnern wird wahr, denn Edeka-Wucherpfennig schließt in absehbarer Zeit zwei seiner Filialen in Ricklingen und Oberricklingen. Ob es einen Ersatz gibt, steht noch nicht fest.

Zunächst trifft es die Filiale an der Pfarrstraße. Ende dieses Jahres läuft der Mietvertrag aus. Das hannoversche Familienunternehmen Wucherpfennig wird diesen Vertrag nicht mehr verlängern. „Wir gehen da raus“, bestätigte Geschäftsführer Stefan Wucherpfennig auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers. Auch das Edeka-Geschäft Am Sauerwinkel in Oberricklingen wird es bald nicht mehr geben. Dort endet der Mietvertrag aber erst im Mai 2012.

Beide Schließungen hätten schon lange im Raum gestanden, sagte CDU-Fraktionschef Albert Koch in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ricklingen. „Aber beide Geschäfte werden dringend für die Nahversorgung gebraucht“, kritisierte er. Die Filiale Pfarrstraße werde von vielen älteren Menschen besucht, denen der Weg zum neuen E-Center an der Göttinger Chaussee zu weit sei. „Gibt es denn einen Nachfolger?“, wollte Koch von der Stadt wissen. Stadtplanerin Eva Ehrenberg-John betonte, dass die Handelsgesellschaft Edeka Minden-Hannover zumindest den Ricklinger Standort behalten wolle. „Wir sehen deshalb die Nahversorgung als gesichert an“, sagte sie. Tatsächlich denkt die Handelskette zumindest darüber nach. „Es laufen aber noch Verhandlungen über einen Mietvertrag“, sagte Edeka-Sprecher Andreas Laubig. Möglich sei der Einzug eines Discounters aus der Firmenfamilie – allerdings ohne Vollsortiment. So wurde unter anderem vor Kurzem aus dem Edeka am Davenstedter Markt ein NP-Markt. Ähnliches sei für Ricklingen denkbar, sagte Laubig. „Ob das auch in Oberricklingen so funktioniert, prüfen wir noch“, sagte er.

Wucherpfennig betreibt das E-Center im ehemaligen Yimpas-Komplex. Für diesen Standort hätten sich auch große Wettbewerber interessiert,. „Wäre etwa Kaufland dort eingezogen, und nicht Edeka, hätten wir unsere benachbarten Filialen schon viel früher zugemacht“, sagte der Geschäftsführer. Die Branche setzt zunehmend auf Größe. Kleine Geschäfte wie an der Pfarrstraße und Am Sauerwinkel gelten als unrentabel. Dass die Edeka-Muttergesellschaft dennoch über den Einzug von NP-Filialen nachdenkt, liegt an den niedrigeren Betriebskosten. „Der Discounter hat ein kleineres Sortiment und braucht weniger Personal“, sagte Laubig. Bei Edeka-Wucherpfennig sind indes die Umsätze noch weiter gesunken, seit es das E-Center gibt. Lediglich die Edeka-Filiale An der Bauerwiese in Ricklingen hält Wucherpfennig noch offen. „Dieses Geschäft verzeichnet die geringsten Verluste. Wir erhalten es auch aus sozialen Aspekten“, sagte der Juniorchef. Der Stadtbezirk Ricklingen sei insgesamt ein schwieriges Umfeld, betonte Wucherpfennig. „Auch der neue Rewe-Markt in Wettbergen macht es uns schwerer.“

Wie berichtet, bekommt das Neubaugebiet an der Straße In der Rehre einen großen Supermarkt, den Rewe betreiben wird. Im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen. „Im Herbst wird der Markt eröffnen“, sagte Ehrenberg-John. „Schließt dann die alte Rewe-Filiale an der Berliner Straße?“, wollte Albert Koch wissen. Die Stadtplanerin bestätigte das. Der neue Rewe-Markt entsteht als Passivhaus und passt damit zur Wohnsiedlung mit den Niedrigenergiehäusern. Das Gebäude bekommt eine Holzschindelfassade; Ladezone und Müllpresse werden aus Lärmschutzgründen überdacht und mit Wänden versehen. Zudem soll eine Lärmschutzwand den Marktbereich zu den Wohnhäusern hin abgrenzen.

Marcel Schwarzenberger

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