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West Zuwachs im Stichweh-Leinepark
Hannover Aus den Stadtteilen West Zuwachs im Stichweh-Leinepark
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18:04 04.12.2014
Von Juliane Kaune
Gemeinsame Sache: Hanno Ziehm (l.), Geschäftsführer des Stichweh-Leineparks, und Rewe-Gebietsleiter Jörg Baumgarten freuen sich über den fertigen Neubau. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Der Stichweh-Leinepark ist weiter gewachsen: Am heutigen Donnerstag eröffnet in dem Dienstleistungszentrum an der Wunstorfer Straße ein Rewe-Markt mit rund 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche. Der Nahversorger belegt das Erdgeschoss des nun fertigstellten westlichen Gebäudetrakts auf dem Areal. Damit ist die in drei Abschnitte aufgeteilte Bebauung des alten Firmengrundstücks des Reinigungsunternehmens Stichweh abgeschlossen, die 2010 begonnen hatte. „Wir haben nun nur noch wenige freie Flächen an Mieter zu vergeben“, sagt Hanno Ziehm, Geschäftsführer des Stichweh-Leineparks.

Mehr als 20 Millionen Euro hat die von Ziehm geleitete Gurndstücksgesellschaft bisher in die Entwicklung des Geländes investiert. Das Engagement ist auch familiär bedingt: Ziehm ist der Ururenkel des Firmengründers Friedrich August Stichweh. Schritt für Schritt haben der Geschäftsführer und sein Projektentwicklerteam das Vorhaben realisiert, das an der Fösse gelegene Areal der seit 1891 in Limmer ansässigen Traditionsreinigung umzugestalten. In dem zuerst fertiggestellten etwa 7000 Quadratmeter großen östlichen Gebäude sind seit Anfang 2012 die Polizeiinspektion West und der Fahrradladen Radgeber ansässig. Im nebenan gelegenen historischen Ziegelsteingemäuer hat vor zwei Jahren das Veranstaltungszentrum Schwanenburg eröffnet, das inzwischen auch eine Tagesgastronomie für Beschäftigte des Stichweh-Leineparks und Stadtteilbewohner anbietet.

Der insgesamt 6000 Quadratmeter große Komplex, in dem nun der Rewe-Markt eröffnet hat, wurde in zwei Teilstücken realisiert. Bereits Mitte vergangenen Jahres sind in die Büroetagen über dem Supermarkt drei Lehrerseminare des Landes Niedersachsen eingezogen, in denen angehende Pädagogen ausgebildet werden. Der nun abgeschlossene hintere Teil des gleichen Gebäudeabschnitts, der sich bis zum Fössegrünzug erstreckt, bietet zwei weiteren Lehrerseminaren Platz, sodass jetzt alle 700 Studenten und 40 Mitarbeiter an einem zentralen Standort vereint sind.

Jörg Baumgarten, Gebietsleiter bei Rewe, freut sich über die Nachbarschaft im Stichweh-Leinepark. „Wir haben uns bereits vor drei Jahren für diesen Standort entschieden“, sagt er. „Hier ist ein attrakives Stadtteilzentrum entstanden, das ideal für einen Nahversorger ist.“ Neben den 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche hat Rewe weitere 500 Quadratmeter Lagerräume angemietet. Für die Kunden des Marktes stehen 80 der insgesamt rund 300 Stellplätze auf dem Gelände zur Verfügung. Die 28-jährige Katharina Schell wird den Markt als sogenannte Partnerkauffrau betreiben. Das bedeute, dass sie unter dem Namen der Rewe-Kette weitgehend eigenverantwortlich wirtschafte, erklärt Baumgarten. Die Erstinvestitionen für die Ausstattung des Geschäfts, in dem 29 Mitarbeiter tätig sind, hat der Konzern übernommen - wie hoch die Summe ist, sagt Baumgarten aber nicht. Zu den besonderen Angeboten des Marktes gehört nach seinen Worten ein breites Angebot regionaler Produkte. Im vorderen Bereich des Marktes eröffnen zudem die Bäckerei Rehbock und das Friseurgeschäft Verschnitt eine Filiale.

Unterm Strich sind aktuell 24 Unternehmen und Institutionen auf dem Dienstleistungsareal ansässig. Dazu zählen Rechtsanwaltskanzleien, Ingenieurbüros und Arztpraxen ebenso wie Kreativunternehmen - zum Beispiel ein Designbüro oder eine Faltbootwerkstatt. Auch das Mädchenhaus Hannover ist dort eingezogen. „Wir haben einen besonderen Mietermix“, sagt Ziehm. Von den mehr als 13 000 Quadratmetern, die in den Gebäuden auf dem Gelände zu vergeben waren, sind derzeit nur noch knapp 600 Quadratmeter Büroflächen frei.

Allerdings hat Ziehm bereits den vierten Bauabschnitt im Auge. Im vergangenen Jahr hat er vom Land das ehemalige Uni-Gebäude an der Wunstorfer Straße erworben, das seit Jahren leersteht. In Sanierung und Umbau des 17 000 Quadratmeter großen Komplexes will er weitere 20 Millionen Euro investieren. Von einer Büronutzung „bis zu vielen anderen Lösungen“ sei alles denkbar. Zu der jüngst von Stadtteilpolitikern aufgeworfenen Frage, ob sich das Gebäude auch als Standort für ein neues Gymnasium im Westen der Stadt eignen würde, will Ziehm sich nicht äußern.

Firmenstandort mit Geschichte

Die Firma Stichweh verbindet mit dem Stadtteil Limmer eine mehr als 120-jährige Geschichte. 1891 verlagerte Stichweh seinen Sitz von Anderten ans Leineufer nach Limmer. Auf diesem Gelände, auf dem heute noch die Firmenzentrale steht, ist der Stichweh-Leinepark entstanden. Der Sohn und Nachfolger des früheren Unternehmenschefs Wilhelm Stichweh ließ zwischen 1924 und 1928 die Gebäude in der Färberstraße von Walter Wickop im Bauhausstil umgestalten – diese Optik ist erhalten geblieben (Foto rechts). Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil des Geländes zerstört. 1953 war der Vorkriegsstand wiederhergestellt. Danach wuchs die Produktionsfläche auf 7500 Quadratmeter. Später entstand im Zuge der Renaturierung ein 8000 Quadratmeter großer Park bis zum Ufer der Fösse. 2003 nahm der vergrößerte Teppichreinigungsbetrieb seine Arbeit auf. In den Folgejahren wurden die Pläne für den Stichweh-Leinepark umgesetzt. Ist der vierte Bauabschnitt beendet, wird dort ein mehr als 22?000 Quadratmeter großes Geschäftsquartier im Grünen entstanden sein.

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