Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
famila-Markt steht vor dem Aus

Bornum famila-Markt steht vor dem Aus

famila will Mitarbeiter an der Bornumer Straße in diesem Monat informieren. Auch Deichmann und Takko wären betroffen.

Voriger Artikel
„So bin ich“ im Kindermuseum Zinnober
Nächster Artikel
Reitunterricht stärkt Schulkinder

Um den Einkaufskomplex rund um den famila-Markt in Bornum steht es schlecht.

Quelle: Schledding

Hannover. Der famila-Markt an der Bornumer Straße steht offenbar vor der Schließung. Entsprechende Meldungen wollte die Pressestelle von famila-Nordost in Kiel nicht bestätigen. Es hieß lediglich, man wolle „die Mitarbeiter in diesem Monat über die aktuelle Lage informieren“, sagt Claudia Wittfooth von famila. Im Markt selbst ist die Aufgabe des Standortes ein offenes Geheimnis: „Wir wissen, dass der Markt schließen wird. Unsere Verträge enden im Februar 2015“, berichten Ladeninhaber, die im famila-Markt Gewerbeflächen angemietet haben. Auf dem rund 1. 000 Quadratmeter großen Komplex sind außer famila Filialen die Textilkette Takko und Deichmann ansässig sowie die Bäckerei Bosselmann, ein Blumenladen, ein Schuh- und Schlüsseldienst und ein Fotostudio.

„Ich habe Anfang des Jahres von meiner damaligen Chefin von der Schließung erfahren - aber von famila wurde ich nie informiert“, heißt es aus dem Kreis der Ladeninhaber. „Das steht schon seit dem vorletzten Jahr im Raum“, erzählt eine Verkäuferin.

„Ich habe den Marktleiter schon mehrmals angesprochen. Er sagte, er wisse selbst nicht, wie es weitergehen soll“, berichtet einer der Ladeninhaber. Mehrere Kunden hätten sich schon nach dem Termin der Schließung erkundigt.

An der Kasse von famila gibt man sich ahnungslos: „Davon wissen wir nichts“, sagt eine Kassiererin, als sie auf die mögliche Schließung angesprochen wird. In einem weiteren Einzelhandelsgeschäft ist man sich indes sicher, dass der Markt keine Zukunft hat: Unklar sei lediglich das Datum. Die Mieter beschäftigen sich mit der Frage, was dann mit den Ladenflächen im und am Markt passiert. Die meisten Einzelhändler haben keine Angst, so sagen sie, sind aber stark verunsichert. Müssen auch sie schließen? Kommt ein neuer Supermarkt, wie zum Beispiel Kaufland oder real?

Fest steht zumindest, dass der Markt, der als sogenanntes „Selbstbedienungswarenhaus“ fungiert, an diesem Nachmittag fast leer ist. Nur zwei Kassen sind geöffnet, und die Kassierinnen haben wenig zu tun. „Ich bin froh, wenn ich hier raus bin. Die Umsätze sind im Keller“, erklärt jemand aus dem Kreis der Ladeninhaber: Seitdem in der Nähe ein Rewe eröffnet hat, seien die Geschäfte stark zurückgegangen.

In der benachbarten Deichmann-Filiale ist man allerdings mit dem Umsatz zufrieden: „Sollte famila aber hier seine Geschäftstätigkeit einstellen, würden wir gezwungen sein, den Standort auf den Prüfstand zu stellen“, sagt Deichmann-Pressesprecher Ulrich Effing. In der Firmenzentrale der Textilkette Takko ist man bereits über die Schließung informiert. „Über den Verbleib der dortigen Takko-Filiale können wir Ihnen jedoch derzeit keine Informationen geben. Aktuell prüfen wir die Situation vor Ort“, erklärt Corinna Sörensen.

Bei famila in Kiel will man sich zu dem Markt in Bornum derzeit in keiner Weise äußern: Das Unternehmen wollte auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers weder die Größe der Verkaufsfläche noch die Anzahl der Mitarbeiter nennen. famila hat das Grundstück an der Bornumer Straße gemietet, das an einer Zufahrt zum Großmarkt Am Tönniesberg liegt.

Kunden vermuten, dass eine mögliche Schließung des Marktes mit dem Engagement von famila in Langenhagen und Laatzen zusammenhängt. In Langenhagen übernahm die Handelskette im März dieses Jahres einen real-Markt, der zurzeit aufwendig umgebaut wird. In Laatzen wiederum ist famila einer der Interessenten für den real-Supermarkt im Leine-Center, der im Juli dieses Jahres schließen wird.

Die Betreiber der acht Ladeneinheiten blicken unterdessen in eine ungewisse Zukunft. „Ich hoffe und glaube, dass ein neuer Markt kommt - ich bin doch schon 14 Jahre hier“, sagt ein Ladeninhaber.

Das ist famila

Die Firma famila-Nordost wurde 1974 in Kiel gegründet. Die Handelskette betreibt derzeit 81 Warenhäuser im Norden Deutschlands. In der Region Hannover ist das Unternehmen außer dem Markt in Bornum mit zwei weiteren Filialen vertreten: an der Wedemarkstraße in Mellendorf sowie am Rudolf-Diesel-Ring in Neustadt am Rübenberge. Einen ehemaligen real in Langenhagen baut das Unternehmen derzeit zum famila-Markt um. famila-Nordost hat nach eigenen Angaben etwa 7000 Mitarbeiter und 400 Auszubildende. Die Firma ist eine Tochter der Handelsgesellschaft Bartels-Langness (Bela), der neben Famila-Nordost noch weitere Groß- und Einzelhandelsunternehmen angehören. Bela gehört zu den zwölf größten Lebensmittelhändlern in Deutschland.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus West

Das Ihme-Zentrum hat viele Facetten, hinter seiner grauen Kulisse verbergen sich Geschichten aus vergangener Kinderzeit, Heimatliebe und Zukunftsträumen. In unserer multimedialen Reportage nehmen wir Sie mit zu einem interaktiven Besuch vor Ort. So haben Sie das Ihme-Zentrum noch nie gesehen – versprochen. mehr

So schön ist Hannover-Linden
So schön ist Hannover-Limmer
Region Hannover