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Mehr Licht für den Sternengucker

Wettbergen Mehr Licht für den Sternengucker

Die Stadt will die Pflegschaft für die Wettberger Skulptur Sternengucker übernehmen. Aber vielleicht hat der Künstler gar nicht gewollt, dass sein hölzernes Werk gepflegt wird - sondern wollte es der Verwitterung überlassen?

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Das Kunst-Teleskop aus Holz droht überwuchtert zu werden.

Quelle: Foto: Schwarzenberger

Hannover. Steht da irgendwo Kunst in den Straßen Wettbergens? Wie die Skulpturen der lokalen Bildhauerin Ulrike Enders in Ricklingen und Oberricklingen, der Anna-Blume-Brunnen in Mühlenberg oder die Plastik von WP Eberhard Eggers auf dem nach ihm benannten Platz? Ja, doch, es gibt öffentliche Kunst; gleich vor dem einstigen Wettberger Rathaus an der Hauptstraße. Sie ist nur nicht gleich als solche zu erkennen - so von Bäumchen und Sträuchern umrankt, wie der „Sternengucker“ sich derzeit präsentiert. Das Werk des Berliner Künstlers Siegfried Pietrusky ist etwas in die Jahre gekommen. Und auch etwas in Vergessenheit geraten, bemängelte die SPD in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ricklingen. Das soll sich ändern.

Wer eigentlich für die Pflege des Werks verantwortlich ist, wollten die Sozialdemokraten wissen. Die Antwort von Bezirksmanager Joachim Sievers lautete schlicht: die Stadt Hannover. Allerdings sei das Werk kein Bestandteil der offiziellen Liste der hannoverschen Straßenkunst, weshalb auch keine Begutachtung der Skulptur erfolgt sei. Bislang. Denn die SPD-Anfrage nahmen Kulturverantwortliche der Stadt zum Anlass, sich den Sternengucker einmal anzuschauen. Die Eisenbänder, die die hölzernen Teile zusammenhalten, haben Rost angesetzt, Farbe ist abgeblättert, es gibt Verwitterungserscheinungen - dennoch sei das Werk in „gutem Zustand“, berichtete Sievers. Und vielleicht habe der Künstler die natürliche Verwitterung ja gewollt. Dennoch.

Die Stadt schlägt nun vor, die Skulptur dem städtischen Sachgebiet Kunst im öffentlichen Raum zu übergeben; Baumschnitt und Grundreinigung inklusive. Der alte Fahnenmast neben der Figur soll entfernt werden.

Seit 1996 steht der Sternengucker vor dem Haus, in dem heute die Musikschule Wettbergen sitzt, das Zupforchester probt und ein Kindergarten residiert. Als eigenständiges Rathaus war das Gebäude schon damals nicht mehr in Gebrauch, Wettbergen gehört seit 1974 zur Stadt Hannover. Initiiert wurde das Aufstellen des Sternenguckers - die Skulptur erinnert an ein riesiges Teleskop - von der Wettberger Kulturgemeinschaft Katakombe. Die hatte ihre Kulturwerkstatt für Jugendliche und Erwachsene schon 1993 „Sternenzelt“ getauft und sorgt im Stadtteil seit Jahrzehnten für Kunst und Kultur. In Form von Konzerten, Kabarett und vor allem Lesungen.

Von Marcel Schwarzenberger

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Wettbergen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 6. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363) Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte : Erstmals wurde Wettbergen 1055 erwähnt. Der Name stammt vom altsächsischen Wort Hvat (= scharf) und bedeutet soviel wie Ortschaft am steilen Hang. Der Ort wurde am 1. März 1974 im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Hannover eingemeindet.
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