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Noch mehr Container für die Grundschule Wettbergen

Wettbergen Noch mehr Container für die Grundschule Wettbergen

Verwaiste Klassenzimmer sind ein Problem, das Robert Kühn nicht hat. Im Gegenteil: Der neue Rektor der Grundschule Wettbergen plagt sich mangels Platz schon jetzt mit Unterrichtscontainern auf seinem Schulhof herum - in den kommenden Sommerferien werden weitere mobile Klassenzimmer aufgestellt.

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Notlösung: Die Container - hier beim Fest zum 50. Geburtstag der Grundschule Wettbergen im vergangenen September - sollen durch eine größere Mobilanlage ersetzt werden.

Quelle: Katrin Kutter (Archiv)

Hannover. Wurden vor vier Jahren noch rund 260 Kinder in der Schule an der Straße In der Rehre unterrichtet, sind es heute knapp 350 Schüler. In den nächsten Jahren könnte deren Zahl auf über 400 ansteigen, prognostiziert die Verwaltung - und die Schule selbst wächst nicht mit. Mehr als eine Notlösung bietet die Stadt im Augenblick aber nicht. Die Schülerzahlen steigen unter anderem wegen des benachbarten Neubaugebiets zero:e.

Sechs mobile Klassenzimmer

Rektor Kühn übernahm die Schule im Februar von seiner Vorgängerin Dorothea Kling, die sich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Sie hatte in ihrem letzten Schuljahr noch erlebt, wie die Verwaltung zwei Containeranlagen auf dem Schulhof verteilen ließ - dort sind bereits drei Klassen untergebracht. Der Plan sieht jetzt vor, diese alten Container abzuschaffen und durch eine vergrößerte Anlage zu ersetzen. Rund 500 Quadratmeter brauchen die geplanten sechs Klassenzimmer, ein verbindender Flur und eine eigene Sanitäranlage. Auch ein Stück des Sportplatzes wird mit Beschlag belegt. Aufbau und Installation kosten rund 405 000 Euro. Jedes Jahr muss die Stadt zudem 170 000 Euro Miete für die mobilen Einheiten überweisen.

Wie lange die Container bleiben müssen, steht noch nicht fest. Dazu lasse sich derzeit keine Aussage treffen, sagte Jörg Gronemann vom städtischen Fachbereich Gebäudemanagement. Aber die Modulanlage werde so geplant, dass je nach Bedarf einzelne Container wieder abgebaut werden könnten, versichert er.

Die Schulleitung mochte sich noch nicht zu der Entwicklung äußern. Im Bezirksrat aber wurden jüngst Forderungen nach einer besseren Lösung laut. „Die Container reichen da nicht. Es ist dringend ein Ausbau nötig“, sagte Frank Weber (SPD). Hans-Jörg Schrader (FDP) sorgt sich um die schrumpfende Freifläche für die Kinder: „Könnte man die Container nicht stapeln?“ Das sei wegen der höheren Auflagen für Brandschutz und Fluchtwege auch teurer, erwiderte Gronemann. Vor allem habe man die Anlage aber ebenerdig geplant, damit die Räume barrierefrei erreichbar seien. Steile Treppen will die Stadt vermeiden.

CDU-Fraktionschef Christian Weske forderte eine Aktualisierung des Schulentwicklungsplans, der unter anderem das Bauprogramm für die hannoverschen Schulen festlegt. Die Wettberger Schule, die 2016 ihren 50. Geburtstag feierte, solle in das Programm aufgenommen werden. Weske regte zudem eine Änderung der Schulbezirksgrenzen an. Einen Ansatz dafür biete die Abwicklung von Lernförderschulen, sagte er. Im Sommer 2018 werden die Martin-Luther-King-Schule in Oberricklingen und die Maximilian-Kolbe-Schule im Heideviertel geschlossen. Die verbliebenen Schüler werden zur Bothfelder Albrecht-Dürer-Schule geschickt. 2022 soll nach dem Willen der Stadt auch dort Schluss sein - allerdings hat der Schulausschuss diesen Vorschlag jüngst abgelehnt. Entscheidend wird nun das Votum des Verwaltungsausschusses sein.

Neue Schulbezirksgrenzen?

Im Zuge der Inklusion werden seit 2014 an den verbliebenen Förderschulen „Lernen“ keine neuen Schüler mehr im Primarbereich aufgenommen. Allerdings sollen die Schulstandorte erhalten bleiben. Die Martin-Luther-King-Schule könnte in gut eineinhalb Jahren also zum neuen Quartier für Grundschüler werden, meinte Weske. Je nach Festlegung der Schulbezirke könnten so mehrere Schulen im Stadtbezirk entlastet werden.

Vorerst aber ist aus Sicht des Bezirksrats eine Notlösung besser als gar keine. Das Gremium stimmte den neuen Klassencontainern für die Grundschule Wettbergen einmütig zu. Auch die Auflösung der Lernförderschule in Oberricklingen stand zur Abstimmung. Die SPD meldete hier noch Diskussionsbedarf an und zog die städtische Drucksache in die Fraktionen. Über das Papier wird im Mai neu verhandelt.

Von Marcel Schwarzenberger

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Wettbergen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 6. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363) Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte : Erstmals wurde Wettbergen 1055 erwähnt. Der Name stammt vom altsächsischen Wort Hvat (= scharf) und bedeutet soviel wie Ortschaft am steilen Hang. Der Ort wurde am 1. März 1974 im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Hannover eingemeindet.
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