Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Anwohner entsorgen Tannenbäume trotz Brandgefahr

Wülferode Anwohner entsorgen Tannenbäume trotz Brandgefahr

Obwohl Abfallentsorger Aha die einzige Sammelstelle für die Tannenbaumabholung in Wülferode gestrichen hat, türmen sich auf dem Parkplatz gegenüber dem Feuerwehrhaus die Weihnachtsbäume. Die Stadtteilbewohner entsorgen ihre Tannen an der altbewährten Stelle, doch dort dürfen sie aus Brandschutzgründen eigentlich gar nicht liegen.

Voriger Artikel
Ein Neubaugebiet nur für Besserverdiener?
Nächster Artikel
Neues Konzept für Kapellenplatz im Frühjahr

Die Tannenbaumsammelstelle in Wülferode darf aus Brandschutzgründen nicht mehr genutzt werden: Vielen ist das aber egal.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Aha hatte den Parkplatz an der Hoyerstraße/Kirchbichler Straße überraschenderweise aus der Liste der Abholstellen gestrichen. „Im Rahmen einer Routinekontrolle hinsichtlich der Brandsicherheit hat sich gezeigt, dass dieser Platz nicht mehr den gültigen Brandschutzbestimmungen entspricht“, erklärt Aha-Sprecherin Helene Herich auf Anfrage des Stadt-Anzeigers. Ein Brand auf der Sammelstelle könne auf den nahe gelegenen Stromkasten oder das benachbarte Einfamilienhaus übergreifen. Daher habe Aha den Standort aufgeben müssen.

Als neuen Sammelplatz für Wülferode wies Aha stattdessen den Standort Sticksfeld/Ecke Liethfeld aus - ein Eckgrundstück auf dem Kronsberg, das mehr als einen Kilometer vom Ortseingang Wülferode entfernt liegt. „Wir wissen, dass dieser Standort von Wülferode aus gesehen nicht unbedingt fußläufig zu erreichen ist“, räumt Aha-Sprecherin Herich ein. Es handele sich hierbei jedoch um den nächstgelegenen möglichen Standort.

Nach eigenen Angaben sei Aha bei der Suche nach einem neuen Sammelplatz in Wülferode nicht fündig geworden. Bislang habe kein anderer Standort die laut Herich erforderlichen Kriterien erfüllt:

  • Belastbarkeit: Abfallsammelfahrzeuge mit 26 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht müssen vorfahren können.
  • Zentrale Lage: Gute Erreichbarkeit für die Bürger.
  • Einverständnis: Genehmigung des Grundstückseigentümers muss vorliegen.
  • Sicherheit: Die Auflagen gemäß der gültigen Brandschutzbestimmungen müssen erfüllt werden.

Bis ein neuer Standort gefunden ist, dürfte sich an der Weihnachtsbaumabholung in Wülferode also nichts ändern. Schließlich muss Aha die Tannen trotzdem entsorgen - auch wenn sie unerlaubt abgelegt werden.

Auch Sammelplätze brauchen Bürgernähe

Wie renitent der Hannoveraner seine lieb gewonnnenen Gewohnheiten verteidigt, bekommt Aha gerade in Wülferode zu spüren. Dass der Entsorger einen neuen Tannenbaum-Abholplatz eingerichtet hat, ignoriert das halbe Dorf einfach. Schließlich holt Aha auch die illegal entsorgten Tannen ab. Wir lernen: Auch Sammelplätze brauchen Bürgernähe.

Ein Kommentar von Rüdiger Meise

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wülferode
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Wülferode in Zahlen
  • Stadtbezirk : Kirchrode-Bemerode-Wülferode, 6. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 29.728
  • Einwohner je Stadtteil: Kirchrode (10.941 Ew.), Bemerode (17.908 Ew.) und Wülferode (879 Ew.)
  • Bevölkerungsdichte : 1.246 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30539/30559
  • Markantes aus der Geschichte: Die denkmalgeschützte Kapelle wurde im Jahr 1756 als Fachwerkbau errichtet. Ihre Glocke stammt aus dem Jahr 1644. Am 1. März 1974 wurde Wülferode im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Hannover eingemeindet.
Region