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Wülferode "Kostspieliger Beruf": Ein Landwirt erklärt seine Arbeit
Hannover Aus den Stadtteilen Wülferode "Kostspieliger Beruf": Ein Landwirt erklärt seine Arbeit
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00:15 16.06.2017
Geduldiger Erklärer: Landwirt Dirk Gericke im Erbsenfeld bei Wülferode im Hintergrund. Quelle: Marius Klingemann
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Hannover

„Na, was haben wir hier?“ Dirk Gericke hält einen Getreidestrunk in die Höhe und blickt sich erwartungsvoll um. Die Gäste, die ihm heute auf die Felder am Fuße des Kronsberges gefolgt sind, kennen sich aus: Hafer, lautet die einhellige Antwort.

Landwirt Gericke hatte zu einer rund zweistündigen Erkundungstour entlang der von ihm bestellten Ackerflächen bei Wülferode eingeladen. 15 interessierte Bürger, allesamt mit einem Fahrrad ausgestattet, sind diesem Aufruf gefolgt. Hier, am südöstlichsten Zipfel Hannovers, fühlt man sich tatsächlich schon ins ländliche Leben versetzt. Der laue Abendwind streicht sanft über die Felder, während nur vereinzelt Spaziergänger und Jogger in der vom sonnenbestrahlten Kronsberg dominierten Landschaft anzutreffen sind. Ein idyllisches Bild, das für viele Städter sicherlich nicht alltäglich ist.

„Die Menschen wissen in der Regel noch, dass es unterschiedliche Getreidearten wie etwa Weizen und Gerste gibt.“ Welche unterschiedlichen Eigenschaften sie haben, wüssten viele aber nicht mehr – und noch weniger könnten die Pflanzen auf dem Feld auseinanderhalten.

"Landwirtschaft ist ein kostspieliger Beruf"

„Ich möchte meine Arbeit und ihre Facetten denjenigen, die sich dafür interessieren, näherbringen“, sagt der Landwirt, der seit rund 30 Jahren seinen Wülferoder Hof unweit der angrenzenden Feldmark führt.

Die Radstrecke führte an sämtlichen Ackerfrüchten des Familienbetriebes vorbei – angefangen beim Hafer über Weizen und Zuckerrüben bis zu den Erbsen. Gericke erklärte dabei, wann die einzelnen Pflanzen gesät und geerntet werden. Er berichtet, welche Bodenverhältnisse ideal für den Anbau sind und wie eine angemessenen Düngung aussieht. Der 53-Jährige erklärte anschaulich, dass Hafer keine Ähren, sondern Rispen hat, und dass Zuckerrüben mehr Sauerstoff produzieren als die Bäume des Waldes.

„Lohnt sich so ein Job denn finanziell?“, will eine junge Teilnehmerin wissen, die selbst ein Agrar-Studium anstrebt. Eins, so Dirk Gericke, müsse jedem klar sein: „Landwirtschaft ist ein kostspieliger Beruf.“

200 Hektar Anbaufläche

Circa 200 Hektar bestelle er in der Kronsberger Feldmark insgesamt, darunter beispielsweise 30 für Raps, woran er rund 16 000 Euro pro abgeerntetem Hektar verdiene. Allerdings müsse man auch immer mit Ernteausfällen durch Käferlarven oder Pilzbefall rechnen. „Auch das technische Equipment schlägt natürlich zu Buche“, wusste Gericke zu berichten.

Die Zukunft des Hofes sieht er allerdings gesichert: Sein Sohn, der bereits voll in alle Abläufe integriert sei, wolle den Betrieb auf Sicht übernehmen. Aber auch über weitere Nachwuchs-Landwirte würde man sich hier freuen. Aus diesem Grund möchte Gericke gerne weitere Touren anbieten. „Sagen Sie ruhig allen Ihren Freunden und Verwandten Bescheid“, grüßte er zum Abschied in die Runde – und radelte Richtung Heimat davon.

Von Marius Klingemann

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