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Wülferode Ein Neubaugebiet nur für Besserverdiener?
Hannover Aus den Stadtteilen Wülferode Ein Neubaugebiet nur für Besserverdiener?
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00:15 08.01.2017
Unverstellter Blick: Links der Straße Am Wiesengarten entsteht ein neues Baugebiet. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Im Bezirksrat äußerte Linkenpolitiker Maximilian Wahl allerdings Bedenken: „Ist denn das wirklich nötig, wenn jetzt schon Kronsberg-Süd kommt?“, fragte er. Stadtplaner Matthias Fabich argumentierte, dass sich die beiden Baugebiete deutlich unterscheiden. Am Wiesengarten in Wülferode sollen frei stehende Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen, während in Bemerode Stadthäuser geplant sind. „Da wird am Kronsberg-Süd schon dichter bebaut“, sagte Fabich. Zudem sei die Anfrage in Wülferode hoch. Für die 16 Grundstücke des Baugebiets „Am Wiesengarten I“ habe es 197 Bewerbungen gegeben.

Bezirksbürgermeister Bernd Rödel (SPD) ergänzte, dass der ländliche Charakter des Stadtteils in jedem Fall erhalten bleiben solle. Daher seien dort auch keine höheren Häuser geplant. „Wir sind stolz auf unser einziges Dorf - das macht den Flair von Wülferode aus“, sagte Rödel. Außerdem, so der Bezirksbürgermeister, sei das dortige Baugebiet schon länger geplant als das am Kronsberg.

Der Vertreter der Linken äußert jedoch weitere Zweifel. „Ich habe das Gefühl, das Gebiet ist nur für bestimmte Menschen gedacht - und der Rest kommt dann nach Kronsberg-Süd“, sagte Wahl. Fabich versicherte, dass keine Selektion vorgenommen werde. „Ich bin bestürzt über Ihren Eindruck“, sagte der Stadtplaner. Auch Rödel bestätigte, dass keine primäre Klientel angesprochen werde. „Wir haben im Stadtbezirk alles - vom Bankdirektor bis zum Hartz-IV-Empfänger. Die Mischung ist wichtig“, sagte der Bezirksbürgermeister. In der Drucksache der Stadt heißt es dagegen: „Das so entstehende Angebot ist an einen Interessentenkreis gerichtet, der sich in seinen Ansprüchen an den Wohnstandort von anderen Nachfragegruppen im Stadtgebiet unterscheidet.“ Daher sei keine Konkurrenz zu den Wohnquartieren am Kronsberg zu befürchten.

Trotz der Kritik des Linkenvertreters wurde der Beschluss im Bezirksrat mit deutlicher Mehrheit angenommen. Der Bebauungsplan wird nun zunächst im Bauausschuss und dann im Umwelt- und im Verwaltungsausschuss diskutiert. Der Bauplan sieht vor, den Stadtteil um etwa 1,5 Hektar Wohngebiet zu erweitern. Insgesamt 27 Wohnhäuser sollen an der Straße Am Wiesengarten am nördlichen Dorfrand entstehen. Für diese Grundstücke gebe es bereits 116 Bewerbungen, sagte Fabich. Nördlich des reinen Wohngebiets sieht der Bauplan zudem einen Streifen Grünfläche vor, im Osten sind ein Regenwasserrückhaltebecken und ein Wirtschaftsweg geplant.

Von Johanna Stein

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