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Mit Nadel, Faden und guter Gesellschaft

Wülferode Mit Nadel, Faden und guter Gesellschaft

Selber nähen statt Kaufen kommt immer mehr in Mode: Im beschaulichen Wülferode greifen junge Mütter zur Nähmaschine, wenn es darum geht, den eigenen Nachwuchs mit neuer Kleidung auszustatten.

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In der Alten Schule von Wülferode treffen sich regelmäßig junge Mütter, um gemeinsam neue Kleidung für ihre Kinder zu nähen.

Quelle: Christian Link

Hannover. „Früher habe ich viel in der MHH operiert“, sagt Andrea Meyer. Inzwischen hat die niedergelassene Augenärztin aus Kleefeld das chirurgische Nahtmaterial gegen eine Nähmaschine eingetauscht. „Das technische Arbeiten macht mir ganz viel Spaß“, sagt sie. Seit 2015 gehört Meyer der Nähgruppe der Bürgergemeinschaft Wülferode an. Die Leidenschaft für das kreative Arbeiten mit Stoff entdeckte Meyer über ihre Freundin Jana Exner, die den Nähkurs leitet. „Nachdem ich gesehen habe, was Jana so Schönes macht, habe ich mir zum Geburtstag eine Nähmaschine gewünscht“, erzählt sie. „Alle haben zunächst gelacht, aber ich bin ganz glücklich“.

Bei den gemeinsamen Nähtreffen in Wülferode bringt jede der Damen ihre eigene Nähmaschine sowie haufenweise Zubehör mit. „Wir sind im November 2014 mit sechs Teilnehmerinnen gestartet“, berichtet Kursleiterin Exner. „Wir waren alle Anfänger, aber mittlerweile nähe wir Jacken und Hosen.“ Inzwischen hat sich die Gruppe mehr als verdoppelt und ist zu einer verschworenen Gemeinschaft geworden. Über WhatsApp bleiben die Damen regelmäßig in Kontakt, damit sie sich gegenseitig über ihre Fortschritte berichten und sich helfen können. „Ich schreite nur manchmal ein, wenn ich merke, dass bei einem Stück das Nähen in eine falsche Richtung geht“, sagt Exner.

Die Teilnehmerinnen stellen ausschließlich Kinderkleidung her. Mittlerweile hat jede der Näherinnen mindestes einen Sohn oder eine Tochter, die mit neuen Kleidungsstücken bedacht werden. „Wir haben auch eine Zwillingsmama, die näht immer doppelt“, erzählt Exner. Neben den eigenen Kindern beschenken die Damen auch den Nachwuchs von Freunden und Verwandten. „Demnächst wollen wir aber auch mal etwas für uns selbst nähen“, sagt Exner.

Der jüngste Nachwuchs ist der kleine Henri, für den Mama Jana Schomburg aktuell einen Kapuzenpullover anfertigt. „Zu Hause ist es schwierig, Zeit zum Nähen zu finden“, sagt sie. Deswegen sei ein fester Termin außer Haus besser, um voranzukommen. Dafür nimmt Schomburg, die in Wülferode aufgewachsen ist, aber mittlerweile in Pattensen lebt, auch eine lange Anfahrt in Kauf. „Hier traue ich mich an Nähstücke heran, die ich zu Hause nicht machen würde“, sagt sie, „außerdem ist es einfach nett, miteinander zu quatschen“.

Von Christian Link

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Wülferode in Zahlen
  • Stadtbezirk : Kirchrode-Bemerode-Wülferode, 6. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 29.728
  • Einwohner je Stadtteil: Kirchrode (10.941 Ew.), Bemerode (17.908 Ew.) und Wülferode (879 Ew.)
  • Bevölkerungsdichte : 1.246 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30539/30559
  • Markantes aus der Geschichte: Die denkmalgeschützte Kapelle wurde im Jahr 1756 als Fachwerkbau errichtet. Ihre Glocke stammt aus dem Jahr 1644. Am 1. März 1974 wurde Wülferode im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Hannover eingemeindet.
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