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Wülferode Straße wird nach Künstlerin Sabine Gerke benannt
Hannover Aus den Stadtteilen Wülferode Straße wird nach Künstlerin Sabine Gerke benannt
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00:15 07.03.2017
„Sie würde sich über die Benennung freuen“: Ernst-Michael Gerke schaut sich Bilder seiner verstorbenen Frau Sabine an. Quelle: Johanna Stein
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Hannover

Sabine-Gerke-Weg soll die Straße im Baugebiet „Am Wiesengarten“ heißen, das beschloss der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode im Februar. Vorgeschlagen hatten das die Grünen, trotz Gegenstimmen der CDU votierte die Mehrheit dafür.

Direkt um die Ecke des neuen Wegs wohnt Ernst-Michael Gerke, Witwer der Künstlerin. „Ich glaube, sie würde sich darüber freuen“, sagt er. Seit 1977 lebte das Ehepaar in Wülferode - kennengelernt haben sich die beiden aber schon viel früher. Als 17-Jährige gingen Ernst-Michael und Sabine (damals noch Förster) in die gleiche Klasse an der Schillerschule in Kleefeld. „Wir haben uns sofort ineinander verliebt“, erinnert er sich und lächelt. Die Berufswahl war nicht der einzige Unterschied: Die Künstlerin war zurückhaltend, der Wirtschaftsingenieur hatte mehr Temperament. „Aber sie war sehr intensiv in allem. Und in dem, was wir schön fanden, waren wir uns sehr, sehr einig“, sagt Gerke. Auch vier Jahre nachdem seine Frau an Krebs starb, ist die Liebe noch deutlich im gemeinsamen Haus zu spüren. Das große, helle Wohnzimmer beherbergt Zeichnungen aller Art: Blumen, Landschaften, Hasen, Porträts.

Inspiration aus der Umgebung

„Meine Frau hat immer gezeichnet - das war fast eine Manie“, sagt Gerke. Das kann auch ihre ehemalige Galeristin Renate Bodek bestätigen. „Sabine war nie ohne ihr Skizzenbuch unterwegs“, sagt sie. 20 Jahre lang stellte sie Gerkes Werke in der Galerie im Heideviertel aus - nicht ohne Folgen. „Meine Tochter studiert auch Grafikdesign, Sabine war ihr Vorbild“, sagt Bodek.

Das Besondere an der Kunst der Grafikerin - neben dem ganz eigenen Strich, den schon der Professor erkannte - war, dass sie die Inspiration aus der Umgebung schöpfte. „Sie hat immer gezeichnet, was sie sah“, sagt der Ehemann. So zeigt eine Illustration im Kinderbuch „Tod und Sterben - Kindern erklärt“ den Grabstein von Gerkes Schwiegeroma. Für die jährlichen Dankeskarten des Bürgervereins zeichnete sie verschiedene Motive aus Wülferode. Genügend Inspiration fand sie im Stadtteil.

"Erste nach einer Frau benannte Straße"

Dass dort nun eine Straße nach ihr benannt werden soll, gefiel nicht allen Politikern im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode. Andernorts wäre das denkbar gewesen, so die CDU. „Aber da passt es einfach nicht rein“, sagt Fraktions­vorsitzende Petra Stittgen. Michael Quast (SPD) stimmt zwar zu, dass der Stadtteil bisher vor allem Flurnamen auf der Karte verzeichnet. Andererseits gebe es auch drei nach Männern benannte Straßen und Plätze in Wülferode. „Wir sind froh, wenn es eine erste nach einer Frau benannte Straße in Wülferode gibt“, sagt Quast und spricht damit auch für Grüne, Linke und FDP.

Dabei wohnte Sabine Gerke nicht immer „hinter’m Berg“. Aufgewachsen ist „Sabinchen“, wie Mutter Lonny Förster sagt, im Bünteweg. Nach Aufenthalten in den USA und Karlsruhe kam sie wieder zurück nach Hannover, schließlich zog das Paar nach Wülferode, bekam zwei Kinder. Gerkes Mutter wohnt bis heute in Kirchrode - und die 90-Jährige ist stolz. „Den Namen der Tochter als Straßennamen: Das ist mal was anderes“, sagt sie. Dort werde sie sicher oft spazieren gehen. Und auch Sabine Gerkes Tochter Johanna sagt: „Das ist wirklich eine Ehre für uns.“

Von Johanna Stein

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