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Zooviertel Expandiert Hannovers erster Stadt-Hofladen?
Hannover Aus den Stadtteilen Zooviertel Expandiert Hannovers erster Stadt-Hofladen?
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00:15 20.04.2017
Geschäftsleiterin Uta Kuhlmann-Warning in dem Laden an der Seelhorststraße. Quelle: Mario Moers
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Hannover

Drei Jungbauern und eine Marketing-Expertin schlossen sich nach einem gemeinsam besuchten „Intensivseminar zur Öffentlichkeitsarbeit“ zusammen, um herauszufinden, ob sich der anhaltende Hofladen-Trend erfolgreich in einer Großstadt umsetzen lässt.

Sieben Tage die Woche geöffnet

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„Hoftalente“ in der Seelhorststraße 12 ist von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Sonnabend und Sonntag von 10 bis 14 Uhr.

Die Resonanz auf das „Hoftalente“-Konzept an der Seelhorststraße war bereits zur Eröffnung riesig. Inzwischen denken die Betreiber über weitere Filialen nach. „Hoftalente ist so etwas wie ein Pilot-Projekt. Wir können sagen, es funktioniert“, zieht Geschäftsleiterin Uta Kuhlmann-Warning eine positive Bilanz. Diesen Monat wurden außerdem die Öffnungszeiten der steigenden Nachfrage angepasst. „Hoftalente“ ist nun als einer der wenigen Lebensmittelläden der Stadt sieben Tage die Woche geöffnet. „Das ist eben eine Besonderheit der Hofläden, dass man dort jeden Tag einkaufen kann“, berichtet die Ladenleitung.

Selbst überrascht hat die „Hoftalente“-Macher, wie viele Anfragen sie ihrerseits von Landwirten aus der Region bekommen. Lieferten anfangs 15 Handelspartner frische Ware an den kleinen Laden, kooperiert man inzwischen mit der doppelten Anzahl. „Viele Bauern und Manufakturen melden sich, weil sie hier in das Sortiment aufgenommen werden möchten“, erzählt Kuhlmann-Warning. Gleichzeitig überlegen die Ladenbetreiber selbst, im nächsten Winter gezielt Tomaten, Paprika und Co. aus dem europäischen Ausland einzukaufen. Das naturbedingte Saisongeschäft der Hofläden erweist sich in der Stadt als Wettbewerbsnachteil.

Große Nachfrage erhält der Hofladen im Zooviertel auch von einer gänzlich unerwarteten Seite. „Uns kontaktieren immer wieder Kunden, die fragen, ob wir auch online versenden“, sagt Kuhlmann-Warning. So weit wollen die Direktvermarkter dann doch nicht gehen. Man ist unsicher, ob Online-Hofladen-Shopping zu dem Konzept passt. Das Vertrauen der Kunden in die Frische und Qualität ist schließlich das Wichtigste im wachsenden Hofladen-Geschäft.

Nachgefragt bei Axel Priebs, Dezernent für Umwelt, Planung und Bauen bei der Region

Welche Funktion haben Hofläden heute?

Für die Landwirtschaft ist es von fundamentaler Bedeutung, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen. In den Hofläden bekommen sie direkten Kontakt zu den städtischen Verbrauchern, die wiederum häufig meinungsbildend sind. Zunehmend sind Hofläden außerdem zu einem zweiten Standbein für die Landwirte geworden.

Sie sind also Schnittstelle zwischen entfremdeten Welten?

Tatsächlich sind Hofläden wichtig für die Stadt-Land-Partnerschaft. In der Region Hannover haben wir schon traditionell eine hohe Dichte. Viele Bauern haben gelernt, die Leute auch mal in den Stall zu lassen. Wir sehen das auch zunehmend als Teil der Naherholung. Die Region hat etwa Fahrradrouten zu Hofläden im Calenberger Land entwickelt. Eine weitere ist in Arbeit.

Macht Direktvermarktung den fehlenden Supermarkt in strukturarmen Gegenden verzichtbar?

Für die Nahversorgung sind Hofläden in der Regel kein Ersatz für den Supermarkt. Bei der Region begleiten und unterstützen wir aber die Entwicklung von Dorfläden. In einigen Fällen ist der Übergang fließend. Auch Hofläden können heute nicht allein durch den Verkauf von Gemüse und Obst existieren. Diese Produkte sind, auch wenn sie ökologisch angebaut sind, immer an eine gewisse Preisspanne gebunden. Deshalb auch die Entwicklung zu immer mehr Convenience-Produkten in den Hofläden.

Das Interview führte Mario Moers

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