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Zooviertel Malern im HAZ-Sommereinsatz für "Violetta"
Hannover Aus den Stadtteilen Zooviertel Malern im HAZ-Sommereinsatz für "Violetta"
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02:15 27.08.2017
Das Violetta-Team hat Geld für einen professionellen Malermeister-Einsatz bekommen. Quelle: Heidrich
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Hannover

Wenn Christine Linz von den Anfängen der Einrichtung Violetta erzählt, fällt oft das Wort Stolz. 1989 wurde die Fachberatungsstelle in Hannover gegründet und eingerichtet. Es war die erste Anlaufstelle überhaupt in Hannover, in der Mädchen und junge Frauen Schutz fanden und über erlebte sexuelle Gewalt und deren Auswirkungen sprechen konnten.

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Violetta bietet telefonische Sprechzeiten am Dienstag von 16 bis 18 Uhr und am Donnerstag von 10 bis 13 Uhr an. Per Mail sind die Mitarbeiterinnen unter info@violetta-hannover.de erreichbar. Die Einrichtung ist in der Seelhorststraße 11. Es gibt auch die Möglichkeit, sich online beraten zu lassen.

Die Pädagogin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Linz ist von Anfang an dabei. „Ich habe vermutlich mehrere Hundert Mädchen und junge Frauen therapiert. Viele kamen später zu uns zurück und haben sich bedankt. Ihnen ging es besser“, sagt Linz und blickt auf die Kolleginnen mit Pinseln und Farbrollen in ihren Händen. Die Mitarbeiterinnern streichen beim Arbeitseinsatz in den Räumlichkeiten im Zoo-Viertel die eigenen Gruppenraumwände. „Ich bin stolz auf das, was wir geschafft haben. Wir haben das Thema des sexuellen Missbrauchs enttabuisiert und in die Öffentlichkeit getragen. Viele Betroffene wissen nun, dass sie bei uns Hilfe bekommen können“, sagt Linz.

Das ist der Sommereinsatz

Graffiti auf Denkmälern, abgeplatzte Fassaden von Vereinsheimen, Schmuddelecken: Die HAZ und die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover haben sich erneut zusammengetan, um in diesem Sommer Stadt und Umland herauszuputzen. Gemeinnützige Vereine können sich für einen „Sommereinsatz“ bewerben. Das können Maler- oder Gartenarbeiten sein, aber auch andere kleine handwerkliche Eingriffe, die manchmal so viel ausmachen. Das Geld für die Ein-Tages-Aktionen stellt die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover zur Verfügung. Die HAZ kümmert sich um passende Handwerker und ruft ihre Leser dazu auf, mitzumachen und mitzuhelfen. Ziel ist es, gemeinsame Einsätze zu planen und zusammen den Ort, den Verein oder einfach die Nachbarschaft ein wenig schöner, gemütlicher und netter zu machen. Insgesamt unterstützt die STIFTUNG Sparda-Bank 15 Einsätze à 1500 Euro. Letzte Bewerbungen sind noch unter der Adresse www.haz.de/sommereinsatz möglich. Für die Aktion gelten bestimmte Förderkriterien, die es zu beachten gilt. Die Aktion endet am 30. September dieses Jahres.
jan

1500 Euro für den Sommereinsatz

Die Renovierungen der Räumlichkeiten waren dringend nötig. Doch fehlte bisher das Geld. „Der Verein Violetta erhält öffentliche Zuwendungen, ist aber zu einem hohen Maße auf Unterstützung durch Spenden angewiesen“, sagt Sozialpädagogin und Geschäftsführerin Barbara David. „Die Zuwendungen decken die Personalkosten und die laufenden Sachkosten für Miete, Strom, Büro- und Öffentlichkeitsarbeit der Beratungsstelle. Für Renovierungsarbeiten reichen diese Zuwendungen nicht aus.“ Also stellte David einen Antrag für einen „Sommereinsatz“ der HAZ und der STIFTUNG Sparda-Bank Hannover. Dabei werden im Sommer kleine Vereine bei Handwerksarbeiten finanziell unterstützt. Das Violetta-Team bekam 1500 Euro für einen professionellen Malermeister-Einsatz. Der Wartebereich für Betroffene und Angehörige, das Aktenzimmer, die Spielecke und das Besucher-WC leuchten nun in einem ruhig wirkenden Weißton. „Es soll wieder schön und gemütlich für die Mädchen und ihre Angehörigen sein“, sagt David.

Den Malereinsatz leiten die Brüder Oliver und Sven Hohlwein aus Arnum von der Hohlwein GbR an. Gemeinsam mit dem Auszubildenden Marvin Wachsmann und den Violetta-Mitarbeiterinnen verteilen sie fast 40 Liter Farbe auf den Wänden. „Es ist schon etwas anderes, für so einen Verein zu arbeiten“, sagt Oliver Hohlwein. „Da helfen wir gern.“

"Sexueller Missbrauch kommt häufiger vor, als wir uns alle wünschen"

Allein 360 bis 400 Betroffene suchen im Schnitt pro Jahr Hilfe in der Einrichtung. Die Mitarbeiterinnen beraten aber nicht nur Betroffene im Alter von drei bis 26 Jahren. Sie führen Gespräche mit Angehörigen und bieten Fachkräften Fortbildungen von „Intervention bei Verdacht“ bis hin zu Themen wie „Sexuelle Übergriffe und social media“ an. Das Team entwickelt Informationskampagnen von K.o.-Tropfen bis zu sogenannten Loverboys, Männer, die gezielt den Kontakt zu minderjährigen Mädchen suchen. Darum suchen die Mitarbeiterinnen auch den Kontakt mit Schulen und klären regelmäßig auf. „Wir suchen noch immer den Weg in die Öffentlichkeit, um Betroffenen schnelle Hilfe anzubieten“, sagt David. Und die Psychotherapeutin und psychosoziale Prozessbegleiterin Andrea Behrmann unterstreicht die Notwendigkeit ihrer täglichen Arbeit. „Sexueller Missbrauch kommt doch häufiger vor, als wir uns alle wünschen. Und es gibt immer wieder Menschen, die das Hilfssystem nicht kennen. Da setzen wir an.“

Von Jan Sedelies

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