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Zooviertel Hoopen wie die alten Griechen
Hannover Aus den Stadtteilen Zooviertel Hoopen wie die alten Griechen
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00:15 26.06.2016
Immer schön in Bewegung bleiben: „Sky Flow Artist“ zeigt den Teilnehmerinnen, wie es geht. Quelle: Moers
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Hannover

Am Wochenende traf sich zum dritten Mal die internationale Hooping-Szene in Hannover. In den Turnhallen des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums besuchten rund 100 Reifenfans die German Hoop Convention.

Weitgereiste mit Rucksäcken, viele neonbunte Reifen und ebenso viele wild umeinander liegende Schuhe - die Gänge zu den drei Turnhallen, in denen die Workshops stattfinden, sagen viel aus über das Hooping. Der verspielt-sportliche Tanz mit dem Reifen entspricht einem besonderen Lebensgefühl: einer Kreuzung aus rhythmischer Sportgymnastik, dem Geist alternativer Festival-Kultur, Yoga und dem freien Spiel im Kindergarten.

Eine handvoll Männer macht mit

Zwischen 25 Jahren und Mitte 40 sind die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nur eine Handvoll junger Männer macht mit. Zu entspannter Elektro-Musik findet am Sonntag in Halle C freies Training statt. In der ganzen Halle wird gehoopt. Mit ausreichend Abstand zum Nachbarn üben die Teilnehmerinnen neue Tricks oder festigen ihre grundlegenden Techniken. Trainer aus der ganzen Welt sind angereist, um ihr Wissen in den Workshops weiterzugeben. Die britische Hoop-Tänzerin mit dem Künstlernamen „Sky Flow Artist“ hat klassisches Ballett gelernt. Mit elf Jahren wurde sie in die britische Nationalmannschaft der Rhythmischen Sportgymnasten berufen. Aktuell trägt sie den Titel „Europäische Hooperin des Jahres“. Ihrem bildhübschen Aussehen und der modischen Sportkleidung nach ginge sie glatt als Mitglied einer britischen Girlband durch. „Keep going, flow, flow, flow.“ Alles soll fließen. Die Trainerin wirft ihren Reifen in die Luft, streckt beide Arme aus, lässt ihn über den Oberkörper rollen, von der linken zur rechten Hand. In einer anderen Übung fängt sie den Reifen mit ihrem Nacken wieder auf, dann rollt sie ihn über die Schulter zurück in die Hand. „Den Hintern weiter rausstrecken“, rät sie einer Teilnehmerin, die noch etwas steif versucht, ihren eleganten Fluss nachzuahmen.

"Ich habe fast ausschließlich bei Youtube gelernt"

Als die Gründerin und Hauptorganisatorin der Hoop-Convention selbst mit ihrem Hobby begonnen hat, war das Internet der einzige verfügbare Lehrer. „Ich habe fast ausschließlich bei Youtube gelernt“, erzählt Ina Hofmann, alias „Ina Hoopina“. 2011 gründete sie dann die erste Hoop-Gruppe in Hannover. Jeden Mittwoch trainieren sie derzeit beim Sportverein VFL Eintracht. Nach dem Besuch eines schlecht organisierten Treffens in Regensburg beschlossen Ina Hofmann, ihr Partner und eine Freundin: „Das können wir besser.“ Von Beginn an lockte die Convention Hooping-Fans aus ganz Europa nach Hannover. Inzwischen reist die Landschaftsarchitektin mit ihren Reifen um die ganze Welt, hat zuletzt Treffen auf Bali und in Thailand mitorganisiert. „Das Tolle am Hooping ist, dass es keine Wettbewerbe gibt. Es geht um das Miteinander und darum, einen eigenen Weg zu finden“, erklärt sie die Philosophie der Szene.

„Das Treffen hat das Hooping in ganz Deutschland bekannt gemacht“, berichtet eine der älteren Teilnehmerinnen. Die 57-jährige „Heike Hoops“ wurde vor einigen Jahren von einer in den USA lebenden Schwester mit dem Hoop-Virus angesteckt. Seitdem hat sie ihren Bürojob an den Nagel gehängt und einen Internet-Handel für Hooping-Zubehör eröffnet. „Ich habe jetzt weniger Einkommen, aber bin glücklicher“, berichtet sie lächelnd. Wie zum Beweis lässt sie schwungvoll den Reifen um die Hüften kreisen. Es scheint, als ob sie ihren Fluss gefunden hat.

Von Mario Moers

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