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Zooviertel Ilse Naumann feiert 100. Geburtstag
Hannover Aus den Stadtteilen Zooviertel Ilse Naumann feiert 100. Geburtstag
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00:15 30.07.2016
Glückwunsch: Bürgermeister Klaus Dieter Scholz gratuliert Ilse Naumann zum 100. Quelle: Stein
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Hannover

„Können Sie Ihr Knie küssen?“, fragt Ilse Naumann und demonstriert sogleich, dass sie trotz starker Arthrose noch ziemlich beweglich ist. Hannovers Bürgermeister Klaus Dieter Scholz ist beeindruckt - schließlich besucht der die Seniorin, um ihr zum 100. Geburtstag zu gratulieren. „Ich mache täglich meine Übungen und nehme auch gern einmal Muskelkater in Kauf“, sagt Naumann.

Nicht nur ihre Sportlichkeit, sondern auch Humor und Selbstbewusstsein hat sie sich bis ins hohe Alter bewahrt. Das beweist sie bei ihrer Geburtstagsfeier in der Kursana-Villa vergangene Woche. Als sie von ihrer Ehe erzählt, sagt sie: „Manche sagen, einmal ist keinmal - ich finde einmal ist schon einmal zu viel.“ Von 1939 bis kurz nach Kriegsende war sie verheiratet. Die 1944 geborene Tochter Petra wuchs bei den Großeltern auf. „Männer tun sich mit selbstständigen Frauen schwer, deshalb habe ich auch nie wieder geheiratet“, sagt Naumann und grinst.

Naumann wollte nach Afrika

Stattdessen war die Geschäftsfrau als Handelsreisende unterwegs. Nach einer kaufmännischen Ausbildung an der Buhmann-Handelsschule arbeitete sie im Familienunternehmen, der ersten deutschen Zwirnsohlen-Strumpffabrik. In Zeiten, als Frauen in Deutschland zum Arbeiten noch die Zustimmung des Ehemannes benötigten, reiste Naumann allein wochenlang für das Unternehmen durch das ganze Land. Als Ende der Fünfzigerjahre die Strumpffabrik aufgelöst werden musste, ging sie als kaufmännische Angestellte ans Amtsgericht. „Ich hätte mich als junge Frau gern im Team von Albert Schweitzer in der Entwicklungshilfe in Afrika engagiert. Doch diese Arbeit hat man mir leider aufgrund meiner zarten Statur nicht zugetraut“, erzählt Naumann.

Auftreten machte sprachlos

Dabei war die Hannoveranerin alles andere als schwach und hilflos. Auch als forsche Autofahrerin in ihrem VW Käfer sorgte sie als junge Frau für Aufsehen. „Der Chauffeur meines Vaters hatte mir schon mit 17 Jahren neben dem Autofahren eine Menge über die Technik beigebracht“, erzählt sie. „Wenn jemand mit seinem Auto liegen geblieben ist, bin ich rechts rangefahren und habe unter die Motorhaube geschaut.“ Das Auftreten der jungen Frau habe die Leute damals oft sprachlos gemacht.

Auch mit 100 Jahren ist Ilse Naumann eine starke Persönlichkeit geblieben, die ihre Meinung sagt. Sie unterstützt oft jüngere Mitbewohner in der Kursana-Villa, in der sie seit viereinhalb Jahren lebt. Dort plant sie auch schon ihren 101. Geburtstag. „Nächstes Jahr bin ich auch noch da“, sagt sie überzeugt. „Dann komme ich ab jetzt jedes Jahr“, entgegnet Scholz. „Ach“, meint Naumann und grinst verschmitzt, „das schaffen sie nicht.“

Von Johanna Stein

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