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Zooviertel Stadt steckt Millionen ins KWRG
Hannover Aus den Stadtteilen Zooviertel Stadt steckt Millionen ins KWRG
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00:15 04.02.2016
Von Andreas Schinkel
„Wenn nach dem Schalterdefekt alles in Ordnung wäre, müsste man nicht so viel Geld ausgeben“ – Die CDU hat Zweifel am Zustand des KWRG und will Akteneinsicht beantragen. Quelle: HAZ/Archiv
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Hannover

„Die Mängel wurden sofort behoben“, sagte Hannovers Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) kürzlich auf Nachfrage der CDU in der Ratssitzung. Im Übrigen sei es Sache der Schulleitung, technische Fehler sofort zu melden. Das sei aber nicht geschehen. Zugleich kündigte die Dezernentin in der Ratssitzung an, mehrere Millionen Euro in die Sanierung der Physik- und Chemieräume zu investieren.

Die CDU glaubt nicht daran, dass die Reparatur eines einziges Schalters ausreicht, um marode Fachräume wieder herzurichten. „Wenn nach dem Schalterdefekt alles in Ordnung wäre, müsste man nicht so viel Geld ausgeben“, sagt CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt. Um den Vorgang aufzuklären, will die CDU jetzt Akteneinsicht beantragen.

Ende November hatten Experten der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) die Fachräume im KWRG in Augenschein genommen und danach den Betrieb von Gasanlagen und Elektrik untersagt. Die Installationen und dadurch bedingt auch die hygienischen Zustände entsprächen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Die Anlagen wurden gesperrt. In einem Rundbrief an die Elternschaft teilte Schulleiterin Ruht Völker mit, dass nur noch Experimente erlaubt seien, die ohne Gas, Strom und Abzug auskommen. Die Lehrer sollten über Alternativangebote nachdenken. Das könnten Ausflüge in Museen oder andere Versuchsformen, etwa Elektrizitätsversuche mit Batterie statt mit Strom aus der Steckdose, sein.

Nicht zum ersten Mal macht die marode Bausubstanz dem Traditionsgymnasium zu schaffen. Im September 2014 musste ein Gebäudetrakt geschlossen werden, weil er akut einsturzgefährdet war. Rund 180 Schüler wurden zunächst in ein leer stehendes Schulgebäude ausquartiert, danach stellte die Stadt Container auf. Inzwischen ist der baufällige Trakt abgerissen, die Stadt errichtet einen Neubau für sechs Millionen Euro.

Insgesamt fast zehn Millionen Euro will die Verwaltung in die Hand nehmen, um das KWRG zu modernisieren. „Zusätzlich zum Neubau sanieren wir den Haupttrakt, richten eine Mensa ein und erneuern drei Biologie- und Chemieräume sowie zwei Physikräume“, sagte Tegtmeyer-Dette in der Ratssitzung. Die CDU ist skeptisch, ob die Pläne tatsächlich umgesetzt werden. „Die Schule hat schon oft erlebt, dass solche Vorhaben wieder zurückgestellt werden“, sagt CDU-Ratsherr Oppelt. Ihn verwundere, wie resolut die Dezernentin in der Ratssitzung aufgetreten sei, obwohl es die Stadt jahrelang versäumt habe, das Schulgebäude instand zu halten. Die Christdemokraten argwöhnen, dass die Rot-Grün geführte Stadt für ein humanistisches Gymnasium tendenziell weniger Geld ausgibt als für Integrierte Gesamtschulen.

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