Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Stadt steckt Millionen ins KWRG

Zooviertel Stadt steckt Millionen ins KWRG

Mehr als zwei Monate waren wissenschaftliche Experimente in den Physik- und Chemieräumen des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums (KWRG) untersagt. Jetzt hat die Stadt sie wieder freigegeben – angeblich musste nur ein defekter Schalter repariert werden. Trotzdem sollen mehrere Millionen Euro in die Sanierung der Physik- und Chemieräume investiert werden.

Voriger Artikel
Initiative kämpft gegen Umbenennung von Straßen
Nächster Artikel
Hoopen wie die alten Griechen

„Wenn nach dem Schalterdefekt alles in Ordnung wäre, müsste man nicht so viel Geld ausgeben“ – Die CDU hat Zweifel am Zustand des KWRG und will Akteneinsicht beantragen.

Quelle: HAZ/Archiv

Hannover. „Die Mängel wurden sofort behoben“, sagte Hannovers Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) kürzlich auf Nachfrage der CDU in der Ratssitzung. Im Übrigen sei es Sache der Schulleitung, technische Fehler sofort zu melden. Das sei aber nicht geschehen. Zugleich kündigte die Dezernentin in der Ratssitzung an, mehrere Millionen Euro in die Sanierung der Physik- und Chemieräume zu investieren.

Die CDU glaubt nicht daran, dass die Reparatur eines einziges Schalters ausreicht, um marode Fachräume wieder herzurichten. „Wenn nach dem Schalterdefekt alles in Ordnung wäre, müsste man nicht so viel Geld ausgeben“, sagt CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt. Um den Vorgang aufzuklären, will die CDU jetzt Akteneinsicht beantragen.

Ende November hatten Experten der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) die Fachräume im KWRG in Augenschein genommen und danach den Betrieb von Gasanlagen und Elektrik untersagt. Die Installationen und dadurch bedingt auch die hygienischen Zustände entsprächen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Die Anlagen wurden gesperrt. In einem Rundbrief an die Elternschaft teilte Schulleiterin Ruht Völker mit, dass nur noch Experimente erlaubt seien, die ohne Gas, Strom und Abzug auskommen. Die Lehrer sollten über Alternativangebote nachdenken. Das könnten Ausflüge in Museen oder andere Versuchsformen, etwa Elektrizitätsversuche mit Batterie statt mit Strom aus der Steckdose, sein.

Nicht zum ersten Mal macht die marode Bausubstanz dem Traditionsgymnasium zu schaffen. Im September 2014 musste ein Gebäudetrakt geschlossen werden, weil er akut einsturzgefährdet war. Rund 180 Schüler wurden zunächst in ein leer stehendes Schulgebäude ausquartiert, danach stellte die Stadt Container auf. Inzwischen ist der baufällige Trakt abgerissen, die Stadt errichtet einen Neubau für sechs Millionen Euro.

Insgesamt fast zehn Millionen Euro will die Verwaltung in die Hand nehmen, um das KWRG zu modernisieren. „Zusätzlich zum Neubau sanieren wir den Haupttrakt, richten eine Mensa ein und erneuern drei Biologie- und Chemieräume sowie zwei Physikräume“, sagte Tegtmeyer-Dette in der Ratssitzung. Die CDU ist skeptisch, ob die Pläne tatsächlich umgesetzt werden. „Die Schule hat schon oft erlebt, dass solche Vorhaben wieder zurückgestellt werden“, sagt CDU-Ratsherr Oppelt. Ihn verwundere, wie resolut die Dezernentin in der Ratssitzung aufgetreten sei, obwohl es die Stadt jahrelang versäumt habe, das Schulgebäude instand zu halten. Die Christdemokraten argwöhnen, dass die Rot-Grün geführte Stadt für ein humanistisches Gymnasium tendenziell weniger Geld ausgibt als für Integrierte Gesamtschulen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Zooviertel
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Zooviertel in Zahlen
  • Stadtbezirk : Mitte, 1. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 34.040
  • Einwohner je Stadtteil: MItte (9.418 Ew.), Calenberger Neustadt (6.556 Ew.), Oststadt (13.695 Ew.) und Zoo (4.371 Ew.)
  • Bevölkerungsdichte : 3.167 Einwohner/km²
  • Postleitzahlen : 30159, 30161, 30167, 30169, 30175
  • Markantes aus der Geschichte : Der spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg lebte von 1919 bis 1925 im Stadtteil Zoo, woraus sich die heute noch vereinzelt verwendete Bezeichnung Hindenburgviertel ableitete.
Region