Rund 2000 Mitglieder umfasst der neue Verein, der den Namen „Wassersportfreunde von 1898 Hannover“ bekommt. Leistungssport, Schwimmausbildung, aber auch der öffentliche Badebetrieb sollen effizienter werden. Die Wasserfreunde nutzen seit jeher das städtische Lister Bad in Vahrenheide; Waspo betreibt seit Jahren gemeinsam mit dem Hannoverschen Schwimmverein von 1892 (HSV 1892) das Volksbad Limmer. An diesen Konstellationen wird sich nichts ändern. „Es geht ja auch darum, ortsnahe Angebote bereitzuhalten“, sagte Simone Tinne vom Wasserfreunde-Vorstand. Aber eine gemeinsame Geschäftsstelle soll es einmal geben.
Die Fusion soll auch einen Weg zur Professionalisierung des Vereinsbetriebs ermöglichen; etwa durch die Festeinstellung von Mitarbeitern. „Das kann ein großer Verein einfach besser umsetzen“, findet Wasserfreunde-Vorsitzender Michael Nölke. Sein Verein bringt gut 1500 Mitglieder ein, Waspo weitere rund 450. Die Details der Fusion werden in den kommenden Monaten noch festgelegt. Grünes Licht für diese Vorbereitungen haben sich beide Vereine von ihren Mitgliedern bereits geholt.
Auch die Sportmanager der Stadtverwaltung wollen die Klubs beteiligen. „Das ist ein Großprojekt. Wir hoffen, dass die Stadt den Prozess begleitet und moderiert“, sagte Waspo-Chef Bernd Seidensticker. Dass gerade diese beiden Schwimmvereine fusionieren, kommt nicht von ungefähr. Seit 2003 bilden die Klubs eine Spielgemeinschaft für ihre Wasserball-Teams. Womöglich beteiligt sich in naher Zukunft auch der HSV 1892 an dem Fusionsprojekt. „Langfristig könnte das durchaus interessant sein“, sagte Klubchef John Haywood.
Auch der HSV sei mit gut 300 Mitgliedern ein recht kleiner Verein. Welchen Aufwand die Klubverwaltung bedeutet, macht Haywood am Beispiel der Geschäftsstellenmitarbeiterin klar: „Sie arbeitet rund 360 Stunden im Jahr, und das ehrenamtlich.“ Mehr sei einfach nicht drin. Das sind Grenzen, an die auch Wasserfreunde und Waspo derzeit stoßen. Erst Fusion, dann Professionalisierung der Verwaltung und schließlich die Schaffung neuer Angebote für Mitglieder und Besucher des Volksbads – das sind die Ziele, die der Fusion zugrunde liegen. Die Klubehe soll auch die Position bei Verhandlungen mit der Stadt stärken. „Gemeinsam stellen wir dann etwa ein Drittel aller Vereinsschwimmer in Hannover“, sagte Nölke.
Und die hätten ein Problem mit der zur Verfügung stehenden Wasserfläche. „Davon gibt es zu wenig“, sagte er. Vor allem Hallenzeiten für Training oder Schwimmausbildung von Kindern seien knapp. Wartelisten mit bis zu 100 Kindern, die bei den Wasserfreunden das Schwimmen lernen wollen, seien die Regel.
Die Lösung soll die Erweiterung des Fössebads in Limmer um ein wettkampftaugliches Becken sein. Das städtische Hallenbad wird von der gemeinnützigen Fössebad-Betriebsgesellschaft verwaltet, die einst von der Waspo mitbegründet wurde. „Eine Baugenehmigung stellt die Stadt in Aussicht“, sagte Nölke. Aber Größe und Finanzierung des Projekts müssten erst noch geklärt werden. „Platz genug dafür gibt es“, sagte Fössebad-Betriebsleiter Carsten Koch. Derzeit sei das Hallenbad mit seinem kleinen 25-Meter-Becken überlastet; ein neues Sportbecken brächte genügend Potenzial für neue Angebote, sagte Koch.
Marcel Schwarzenberger