Der Prozess wegen Unterschlagung im DRK-Ortsverein Schloß Ricklingen im vergangenen Jahr geht in die zweite Runde. Hoffnung, das Geld wiederzusehen, macht sich der Verein indes nicht. „Die Dame ist jetzt im Heim, dafür wird wohl die Rente draufgehen“, sagt Vorstandsmitglied Bärbel Grundmann. Der Verein vermutet dahinter einen Schachzug der Familie. Auf eine telefonische Anfrage dieser Zeitung hat diese nicht reagiert.
Die Zivilklage ist das zweite Rechtsverfahren, mit dem sich die 72-jährige ehemalige Kassenwartin auseinandersetzen muss. Es sei nötig, so Grundmann, damit der Ortsverein einen Titel als Gläubiger und damit Zugriff auf das Geld bekomme – wenn es denn jemals zurückgezahlt werden sollte. Die veruntreute Summe kam allein in zehn Jahren zusammen. Von den ersten 20 Jahren ihrer insgesamt 30-jährigen Tätigkeit existieren keine Unterlagen mehr.
Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte bereits im Herbst ihre Ermittlungen für einen Strafprozess aufgenommen, nachdem der Verein Anzeige erstattet hatte. „Es sind auch schon Zeugen vernommen worden“, sagt Thomas Dettmer, hauptamtlicher Vorstand der DRK-Region Hannover. Dettmer hatte damals gesagt, dass er solch einen Fall in 27 Berufsjahren erst einmal erlebt habe. Dort sei die veruntreute Summe zurückgezahlt worden.
Die ehemalige Kassenwartin war im Sommer vergangenen Jahres aufgeflogen, als die neue Kassenwartin die Buchführung von Hand auf Computer umgestellt und die Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte.
Oliver Kühn
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