Bei den Untersuchungen der Gewässerverunreinigung sind Mitarbeiter der Wasserbehörde (Region) und der Gemeinde auf das Regenrückhaltebecken gestoßen. Dorthin gelangt nicht nur das Regenwasser aus dem Bereich Max-Planck- und Albert-Einstein-Straße, sondern auch vom Betriebsgelände der Firma Laverana. Laut Region ist die Biokosmetikfirma für den Schadensfall von Anfang Februar sowie für mindestens zwei weitere im vergangenen Jahr verantwortlich.
Anwohner der zehn Jahre alten Siedlung mussten bereits Ende vergangener Woche feststellen, dass das Regenrückhaltebecken von Mitarbeitern des Bauhofs freigeschnitten wurde. Bäume wurden gefällt, darunter auch eine etwa zehnjährige Rotbuche.
Ziel der von der Region angeordneten Aktion sei es, an das Becken zu gelangen, sollte es weitere Probleme geben“, sagt Bürgermeister Christoph Meineke. Ein zwischen den Grundstücken 40 und 42 freigelassener Korridor sei zu schmal, um notfalls mit einem Bagger anrücken zu können. Deshalb sei die Schneise längs der Bahnlinie freigeschnitten worden.
Für die Anwohner ist das Regenrückhaltebecken zu einem lieb gewonnenen Biotop geworden. „Wir mussten laut Bausatzung selbst Grünstreifen mit Hecken und Büschen bepflanzen“, sagt eine Anwohnerin. Sie habe bereits den seltenen Eisvogel über dem lang gestreckten Becken fliegen sehen. Über die Aktion der Gemeinde sei sie nicht informiert worden.
Bei den in den Zulauf des Mühlbachs gelangten Schadstoffen soll es sich um sogenannte Tenside handeln. Die Seifenstoffe sind für die Schaumbildung verantwortlich, die Spaziergängern aufgefallen war. Der Graben war mit einem dichten Teppich überzogen. Tenside bewirken, dass zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten wie Öl und Wasser vermengt werden können. Sie werden unter anderem in Waschmitteln, Spülmitteln und Shampoos verwendet. Ob der Eintrag mit einem Fischsterben im Mühlbach im vergangenen Sommer zu tun hat, steht nicht fest.
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