Argestorf. Reitlehrerin Michaela Drechsler war bereit, die beiden einen Monat lang auf dem Reiterhof zu beschäftigen. Die beiden besuchen in Frankreich ein landwirtschaftliches Fachgymnasium und haben sich auf die Pferdewirtschaft und -haltung spezialisiert. Auch wenn die beiden seit Kindesbeinen mit Pferden vertraut sind, birgt das Praktikum Tücken.
„Die beiden sprechen kein Wort Deutsch“, sagt Eckehard Brückner vom Partnerschaftsverein Forges-les-Eaux. Er steht den Schülerinnen in Deutschland als Tutor zur Seite, hat den Praktikantinnen ein Wörterbuch mit den wichtigsten Fachbegriffen zusammengestellt und begleitet die beiden so oft wie möglich. Die Sprachbarriere sieht er allerdings als großes Problem an, da auch er kein perfektes Französisch spricht.
„Die Mädchen haben strenge Vorgaben von der EU für ihr Praktikum“, sagt Brückner, „ich habe manchmal Bedenken, dass wir ihnen nicht alles bieten können.“ Bei dem Besuch des Tierarztes oder des Hufschmiedes habe er die Schwierigkeiten besonders gemerkt. „Das sind Spezialbegriffe, die man nicht parat hat“, sagt er.
Die mangelnden Sprachkenntnisse würden die Französinnen jedoch durch ihr Engagement auf dem Hof wieder wettmachen. Sie müssen die Schulpferde des Vereins versorgen und die Pferdeboxen ausmisten. Zum Programm gehören auch Besuche des Reitturniers German Classics und der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Gern verbringen sie ihre Zeit in Wennigsen bei Ausritten am Deister.
Von Stefanie Heitmüller
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