Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Neustadt

Das Neustädter Modell sorgt für Furore


Im Vorjahr Deutschlands stärkste Schule, jetzt ein „Ausgewählter Ort“: Kooperative Gesamtschule (KGS) und Berufsbildende Schulen (BBS) schreiben weiter an ihrer gemeinsamen Erfolgsgeschichte, dem „Neustädter Modell“.

Mit einer Kombination aus Schul- und berufsbildendem Unterricht haben beide Schulen die Berufschancen von Hauptschülern enorm verbessert, haben dafür gesorgt, dass mittlerweile 60 (vorher 20) Prozent der Hauptschüler einen Ausbildungsplatz bekommen. 2009 gab es dafür von Bundespräsident Horst Köhler den Titel stärkste Schule.

Jetzt folgt die nächste Ehrung: Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann kommt am Mittwoch, 12. Mai, nach Neustadt, in der Tasche ein Schild „Ausgewählter Ort“. Die Deutsche Bank und die von der Bundesregierung getragene Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ zeichnen damit an jedem Tag des Jahres einen Standort im Land aus, der sich durch Ideen, Visionen oder kreative Leidenschaft auszeichnet.

KGS-Leiter Herwig Dowerk und Bernhard Marsch, sein Kollege von den Berufsbildenden Schulen, nehmen den Preis entgegen – dieses Mal am Berufsbildungszentrum Bunsenstraße, wo die Hauptschüler den praktischen Teil des Unterrichts erhalten.

Dirk von Werder

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
  • Idiotogie Siegfried – 09.05.10
    Ich habe mit neustädter Journalisten über die Schulen in NRÜ diskutiert und die ideologische Grundrichtung der Schülerausbildung offengelegt. Ich hätte auch versuchen können, Sarah Wagenknecht der Sozialismus auszureden. Deprimierend war die völlige Unfähigkeit der Schüler wie der Journalisten, sachbezogen zu diskutieren, auf andere Meinungen einzugehen und diese mit ernstzunehmenden Argumenten zu widerlegen.
    Eine Krankheit der heutigen Zeit.
  • Sehr gut! NN – 09.05.10
    Dem Kommentar von Herrn Meyer-Grotjahn gibt es meiner Auffassung nach nichts hinzuzufügen. Auch ich erlebe in meiner täglichen Arbeit im Haupt- und Realschulzweig einer Gesamtschule eine zunehmende Konzentration auf "die Arbeitswelt", die einerseits natürlich wichtig ist für Schüler, andererseits aber auch droht, Haupt- und Realschülern die Chance auf kulturelle Bildung und eine abgerundete Persönlichkeitsentwicklung zu nehmen.

    Man könnte wohl behaupten, dass vor allem schwache Schüler mit nicht-arbeitsrelevanten Inhalten überfordert wären und deshalb lieber praktische Dinge lernen sollten und vielleicht ist diese Überlegung auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Andererseits gilt es aber auch berücksichtigen, dass auch schwache Schüler Menschen sind, die das Anrecht auf Teilhabe an der Gesellschaft, auch im politischen und kulturellen Bereich haben. Tut man dies nicht, darf man sich über das Anwachsen einer unterbelichteten Unterschicht nicht wundern.

    Letztendlich gilt, dass die Ausbildung einer kritischen, dabei aber weltoffenen und selbstreflektierenden Persönlichkeit die Grundlage für ein erfolgreiches Bestehen im Berufsleben ist. Daran sollte die Schule vor allem arbeiten. Dass "nebenbei" auch die Kompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen ausreichend ausgebildet werden, gehört ganz selbstverständlich dazu.
  • Neustädter "Modell" ist keines hamegro – 08.05.10
    Wer sich ein bisschen in der bildungs- und schulpolitischen Landschaft auskennt, weiß, dass die zwischen der KGS Neustadt und der benachbarten BBS praktizierte Kooperation eben nur unter den dortigen besonderen Bedingungen funktionieren kann. Das schmälert zwar nicht den Verdienst der beiden Kooperationspartner, macht es aber eben gerade nicht zum "Modell", das heißt ja: Vorbild für andere Schulen. Welche allgemeinbildende Schule hat denn eine BBS in unmittelbarer Nachbarschaft?

    Es gibt aber einen weiteren und viel gewichtigeren Grund, warum Neustadt nicht Modell werden darf:

    Man weiß, dass die Landesregierung den "hype" um das Neustädter Modell nach Kräften fördert, weil er ihr bestens in den ideologischen Kram des dreigliedrigen Schulsystems passt, demzufolge Haupt- und Realschüler möglichst zügig und effizient an "die Berufswelt" herangeführt werden sollen.

    Dass dafür bestimmte Schulfächer oder - darf man davon überhaupt noch sprechen? - Bildungsideale einer ganzheitlichen Menschenbildung (Kopf, Herz und Hand ...) über die Klinge springen müssen, wird zwar gern verschwiegen, steht aber - für jeden lesbar - geschrieben in entsprechenden Erlassentwürfen des Kultusministeriums (Änderungsentwürfe zum Erlass "Die Arbeit in der Hauptschule" und zum Erlass "Die Arbeit in der Realschule", beide vom 12.1.2010, herunterzuladen von der Website des mk.niedersachsen.de).

    Darin wird die künstlerische und musikalische Bildung von Haupt- und Realschülern ab Jg. 8 völlig zur Disposition gestellt zugunsten verstärkter Berufsorientierung und -vorbereitung. Im Klartext: In Zukunft sollen RealschülerInnen während ihrer Schulzeit von Klasse 5-10 statt bisher 16 nur noch 10 Stunden Unterricht in musisch-kulturellen Fächern wie Kunst, Musik, Textilem Gestalten oder Darstellendem Spiel haben. Bei HauptschülerInnen ist es - logisch? - sogar eine Stunde weniger, nämlich demnächst 9 statt bisher 15 (oder sogar mehr!).

    Das ist Schmalspurbildung statt Horizonterweiterung - und widerspricht im übrigen auch dem Allgemeinbildungsauftrag des Niedersächsischen Schulgesetzes.

    Nochmals: Schön, wenn die Kooperation zwischen allgemeinbildender und berufsbildender Schule in Neustadt so gut funktioniert. Als Modell kann sie nicht dienen - und darf es nicht, solange der allgemeine Bildungsauftrag für ALLE Schülerinnen und Schüler gilt.

    Hans-Olaf Meyer-Grotjahn
    Fachbereichsleiter Musisch-kulturelle Bildung an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule, Kooperative Gesamtschule (KGS) Hemmingen

Oft gelesen

Anzeige

Neustadt am Rübenberge in Zahlen

Foto: Harry Lohmann (myheimat.de)
  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 357 km²
  • Einwohner: ca. 45.000
  • Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km²
  • Postleitzahl: 31535
  • Ortsvorwahlen: 05032, 05034, 05036, 05072, 05073, 05074
  • Wirtschaft: Firmendatenbank
  • Stadtverwaltung: Nienburger Straße 31, 31535 Neustadt am Rübenberge, Telefon (05032) 840
  • Bürgermeister: Uwe Sternbeck (Grüne)
  • Rat: SPD (15 Sitze), CDU (13), Grüne (7), UWG (2), FDP/BürgerForum (2), Linke (1)
  • Heimatzeitung: Die Leine-Zeitung liegt in Neustadt am Rübenberge täglich der HAZ und der Neuen Presse bei


Top