Neustadt. Andere Mitarbeiter bestätigen die Vorwürfe, wollen sich aus Angst um ihren Arbeitsplatz aber nicht öffentlich äußern. Viele haben laut Gerstacker befristete Verträge und fürchten, dass diese nicht verlängert werden, wenn sie protestieren. Im Rosenkrug gibt es keinen Betriebsrat, das Unternehmen ist kompliziert aufgebaut.
Gerstacker, bisher Qualitätsmanager der Seniorenresidenz, ist ebenfalls betroffen. Sein Dezembergehalt hätte zum 1. Januar auf dem Konto sein sollen. Es kam nicht, obwohl er mehrmals an Geschäftsführer Udo Schulz geschrieben haben will. Erst kurz vor dem Gang zum Arbeitsgericht sei das ausstehende Geld bar ausgezahlt worden, berichtet er.
Schulz, Geschäftsführer der Rosenkrug GmbH, behauptete gestern, von den Vorgängen nichts zu wissen. Er ist bei einem Bornheimer Unternehmen angestellt, das Anteile am Rosenkrug hält. Schulz geht von einem Verwaltungsfehler aus. Zudem seien Küche und Reinigung an ein anderes Unternehmen verpachtet, er sei also nicht zuständig, wisse von nichts. „Bei mir hat sich niemand gemeldet“, sagt er.
Auf die Probleme angesprochen, sagt Schulz, es könne zu Verwerfungen gekommen sein, weil sein Arbeitgeber die Geschäftsführung abgeben will. Grund: An dem Gebäude, das einem Berliner Immobilienfonds gehört, steht eine umfangreiche Renovierung an. Außenanstrich, neue Böden und andere Verschönerungen werden mehr als eine halbe Million Euro kosten. Die Geschäftsführung soll laut Schulz eine andere, vom Gebäudebesitzer beauftragte Firma übernehmen, die näher am Rosenkrug sitze und den Bau besser beaufsichtigen könne. Bisher sei ihm dieses neue Unternehmen nicht bekannt, darum hänge vieles in der Luft, sagte Schulz. Er versprach, sich zu kümmern.
Qualitätsmanager Gerstacker hat seit gestern Hausverbot im Rosenkrug. Heute wäre sein letzter Arbeitstag. Von Kollegen hat er gehört, dass nach der Anfrage der Leine-Zeitung eine Liste mit Betroffenen erstellt wurde, die nun ihr Geld bekommen sollen.
Susanne Döbke
