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Seelze

Die Bahn rückt von 
ihren Einsparplänen ab

Von Ralf Heußinger

Die Stellenkürzungen am Rangierbahnhof Seelze scheinen vom Tisch zu sein. Offiziell will das die Bahn zwar noch nicht bestätigen. Unter der Hand ist jedoch zu erfahren, dass am Rangierbahnhof weder Arbeitsplätze wegfallen noch – wie vom Betriebsrat befürchtet – ganze Teile stillgelegt werden.
Rangierbahnhof Seelze

Rangierbahnhof Seelze

© Nancy Heusel (Archivbild)

Ein Treffen von Vertretern der Stadtverwaltung und der Bahn erbrachte offenbar dasselbe Ergebnis. Die Bahn habe in dem Gespräch darauf hingewiesen, dass vermutlich keine Einsparungen nötig sein werden, sagte Stadtsprecherin Martina Krapp.

Der Betriebsrat hatte im Dezember Überlegungen der Geschäftsführung von DB Schenker Rail, der Frachtsparte der Bahn, öffentlich gemacht. Danach hätten die Pläne bis zu 80 Arbeitsplätze in Seelze kosten können.

Für die Arbeitnehmervertreter ist die Bedrohung noch nicht vorbei: „Es ist noch nichts zurückgenommen worden“, sagte Dieter Pielhop vom Betriebsrat in Hannover. Erst in vier bis acht Wochen wolle die Konzernführung konkrete Pläne vorlegen. Auch Andreas Elandt von der Gewerkschaft der Lokomotivführer sagte, die Bahn habe den Sparplänen bislang nicht offiziell widersprochen.

Die wirtschaftliche Entwicklung allerdings spielt den Beschäftigten in die Hände. Der Rangierbahnhof ist im Aufwind, die Auftragsflaute überwunden. „Wir sind schon fast bei dem Niveau angekommen, bei dem wir 2008 waren“, sagte Frank Schünke, der Leiter des Betriebsmanagements. Vor allem die Stahlwerke in Salzgitter und Bremen sowie die Automobilindustrie sorgten für mehr Güterverkehr. „Seelze ist der Nutznießer.“ Die Kurzarbeit ist laut Schünke auf ein Minimum zurückgefahren. Durchschnittlich werden täglich 3300 Waggons rangiert.

Pielhop zufolge sind die Rangieranlagen bundesweit ausgelastet – vor allem nachts. „Wir laufen über“, sagte der Betriebsratschef.

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