Barsinghausen. Hans und Gerda Borngräber leben seit mehr als 55 Jahren am Langenäcker in Barsinghausen.
Sie hatten Glück, dass sie im Januar 1954 mit ihrer dreijährigen Tochter in die neu gebauten Häuser der Niedersächsischen Treuhandgesellschaft einziehen konnten. Acht Jahre lang war der Bergmann aus Degersen täglich mit dem Fahrrad zur Preußag in Barsinghausen gefahren. „Es war damals sehr schwer, eine Wohnung zu finden“, erinnert sich Borngräber zurück. Er war einer der Ersten, der mit seiner Familie eine Wohnung in den Mehrfamilienhäusern für Bergleute zwischen Knappenweg und Stettiner Straße bezog. Aus dem Wohnzimmerfenster schaute das Ehepaar im Süden auf die neu entstehende Siedlung von Einfamilienhäusern, aus dem Küchenfenster nach Norden blickten sie noch über das freie Feld. Die Mehrfamilien- und Einfamilienhäuser in den Stichstraßen gegenüber entstanden erst nach und nach. „Am Anfang gab es hier einen Glück-Auf-Konsum, ein Gemüsegeschäft und eine Drogerie“, sagt Gerda Borngräber. Ein Fleischer und ein Bäcker seien später dazu gekommen.
Bevor jedoch eine gefestigte gute Nachbarschaft unter den Bewohnern entstehen konnte, zogen die ersten Familien schon wieder weg. 1956 schloss die Zeche und viele der Bergleute gingen ins Ruhrgebiet.
Damals gab es gerade zwei Autos in der Straße. Das hat sich Hans Borngräber eingeprägt. Wo heute Parkbuchten für Autos angelegt sind, blühten damals Blumen in den Vorgärten. Auch sei die Straße lange nur geschottert gewesen, sagt er. Das Ehepaar hat sich gefreut, als die heutige Adolf-Grimme-Grundschule gebaut wurde und die Petrusgemeinde an der Hans-Böckler-Straße gegründet wurde. Während die Tochter in ihrer Grundschulzeit noch zur Wilhelm-Stedler-Schule gehen musste, hatte der 1966 geborene Sohn nur noch einen sehr kurzen Schulweg. „Wir haben im Sommer einen wunderbaren Blick über blühende Vorgärten auf den Deister“, freut sich Gerda Borngräber. Auch wenn die Wohnsituation durch sehr häufige Mieterwechsel anonymer und oberflächlicher geworden ist, möchte das Ehepaar aus der lieb gewordenen Wohnung nicht mehr weg. Im Frühjahr hat es Diamantene Hochzeit gefeiert.
Und immer noch ist es das Fahrrad, mit dem die beiden über 80-Jährigen ihre Besorgungen in den nahe gelegenen Supermärkten machen.
Langenäcker im Überblick:
- Länge: 1200 Meter vom Gänsefußweg bis zur Hannoverschen Straße
- Höchste Hausnummer: 77
- Seitenstraßen nach Süden: Osterfeldstraße, Nelkenstraße, Dahlienstraße, Hans-Böckler-Straße, Königsberger Straße, Knappenweg, Stollenstraße, Stettiner Straße, Rostocker Weg
- Seitenstraßen nach Norden: August Böger-Straße, Glück-Auf-Straße, Saarstraße, Waldenburger Straße, An der Hängebank, Am Füllort, Brunsloher Weg
- Die Adolf-Grimme-Schule (Grundschule) und die Volkshochschule Calenberger Land liegen am Langenäcker
- Die Tafel der Arbeiterwohlfahrt betreibt dort ihren Laden
- Langenäcker 17: Eltern-Kind-Gruppe Kinderbude e.V.
- Tankstelle an der Hannoverschen Straße
- Vom Anfang der Straße 5 Minuten Fußweg zum Bahnhof
- Nächster Spielplatz: Klein Basche (am Ende des Brunsloher Wegs)
- Ev.-luth. Petrus-Kirchengemeinde Hans-Böckler-Straße mit Familienzentrum
- Treffpunkt Wohnen in Gemeinschaft: Hans-Böckler-Straße 21
(von Dorothea Welzel)
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