Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Viel Verständnis für Wohnheimpläne

Barsinghausen Viel Verständnis für Wohnheimpläne

Das große Interesse war vorauszusehen. Zur Informationsveranstaltung der Stadt über das geplante Flüchtlingswohnheim in Kirchdorf für 328 Menschen sind am Donnerstagabend fast 500 Besucher erschienen. Kritik an dem Projekt wurde allerdings eher verhalten vorgetragen. Statt dessen gab es viele Appelle, die künftigen Bewohner bei der Integration tatkräftig zu unterstützen.

Voriger Artikel
Mehr als 100 Kunsthandwerker zeigen ihre Werke
Nächster Artikel
Schüler stärken im Zirkus ihren Teamgeist

Rund 500 Besucher sind zur Informationsveranstaltung der Stadt zum Thema Flüchtlingswohnheim in Kirchdorf in das Schulzentrum Am Spalterhals gekommen.

Quelle: Rocktäschel

Kirchdorf. Bürgermeister Marc Lahmann erläuterte eindringlich, dass die Stadt Barsinghausen gar keine andere Möglichkeit habe, als das Heim auf dem der Region gehörenden Grundstück an der Einsteinstraße bauen zu lassen. Die enorme Anzahl der Flüchtlinge, die der Stadt zugewiesen werden, mache dies notwendig.

600 Flüchtlinge leben bereits in der Stadt. Bis zum Jahresende rechnet die Verwaltung damit, dass diese Zahl auf 1500 bis 2500 steigen wird – je nach Prognose. „Wir müssen die Menschen, die unter Flucht und Vertreibung leiden, menschenwürdig aufnehmen“, betonte Lahmann unter großem Beifall.

Kritiker des Wohnheimprojekts bemängelten vor allem die schnelle Entscheidung ohne Bürgerbeteiligung und die Größe der Einrichtung. Eine Anwohnerin kritisierte besonders die Pläne von Stadt und Region für die Nachnutzung des Gebäudekomplexes. Ein Flüchtlingsheim für einen begrenzten Zeitraum sei akzeptabel, nicht aber die spätere „Umwandlung in ein Schlichtwohngebiet“, sagte sie.

Die Leiterinnen der beiden Schulen am Spalterhals sind sich einig, „dass von dem Flüchtlingsheim keine Gefahr ausgeht“, wie HAG-Schulleiterin Silvia Bethe betonte. Größere Sorge bereite zurzeit, dass Schüler von Kritikern des Vorhabens angesprochen würden „und ihnen gezielt Angst gemacht wird“. Auch die Elternratsvorsitzende der Lisa-Tetzner-Schule, Jennifer Gäfke, bezeichnete es als „empörend“, dass Kinder und deren Eltern auf diese Weise instrumentalisiert werden sollen.

In Kirchdorf gibt es offenbar gute Chancen dafür, dass sich eine Gruppe zusammenfindet, die – nach Bantorfer Vorbild – Kontakte zu den Flüchtlingen pflegen und sie bei der Integration unterstützen will. Pastorin Ute Kalmbach gab den Anstoß dafür: „Wir wollen eine Willkommensgruppe auf die Beine stellen“, appellierte sie.

doc6oht0udx91t1f2582fox

Fotostrecke Barsinghausen: Viel Verständnis für Wohnheimpläne

Zur Bildergalerie

Von Jörg Rocktäschel und Andreas Kannegießer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6qrxpyspezk17zyz4oe5
Gneis-Findling wird zum Naherholungsziel

Fotostrecke Barsinghausen: Gneis-Findling wird zum Naherholungsziel

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de