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Interne Mails werden öffentlich

Barsinghausen Interne Mails werden öffentlich

Im kleinen Kreis hatten die im Rat vertretenen Parteien sich darüber abstimmen wollen, wie in Zukunft mit der AfD umzugehen sei. Es ging darum, ob es richtig wäre, einen Vertreter der Partei bei der Informationsveranstaltung der vergangenen Woche auf das Podium zu setzen. Die unspektakuläre, aber interne Korrespondenz hat jetzt den Weg zur AfD gefunden – die das mit Genuss ausschlachtet.

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Die in die Öffentlichkeit geratenen Mails beschäftigten sich mit der Frage, ob die AfD bei der Bürgerinformationsveranstaltung in der vergangenen Woche auf dem Podium dabei sein sollte oder nicht.

Quelle: Archiv (Kannegießer)

Barsinghausen. Der Barsinghäuser AfD-Stadtverband hat die beiden Schreiben im Wortlaut auf seiner Homepage veröffentlicht – verbunden mit der Behauptung, die Mails seien der AfD vom Bürgermeisterbüro zugespielt worden. Ratsfrau Kerstin Beckmann (Aktiv für Barsinghausen) ist Verfasserin einer der beiden Mails. Sie vermutet die undichte Stelle eher in der Riege der fünf anderen Ratsfraktionsvorsitzenden und spricht von „beschädigtem Vertrauen“.

Beckmann hatte sich in ihrer jetzt öffentlich gewordenen Mail am 14. Januar an Bürgermeister Marc Lahmann gewandt. Im Namen auch von SPD, Grünen und FDP schlug sie darin vor, die AfD bei der Bürgerinformationsveranstaltung in der vergangenen Woche auch aufs Podium zu laden. Ziel müsse es sein, die AfD „aus den Hinterzimmern herauszuholen“ und ihr „die Hoheit über die Stammtische zu nehmen“, schreibt Beckmann darin. Die Mail hatte sie an Bürgermeister Marc Lahmann persönlich gerichtet und Kopien an die Vorsitzenden der im Rat vertretenen Fraktionen geschickt.

Ebenso öffentlich geworden ist ein Antwortschreiben aus dem Büro des Rates, in dem die Verwaltung es ablehnt, die AfD auf das Podium zu laden – mit der Begründung, dass dann auch alle anderen nicht im Rat vertretenen Gruppierungen wie etwa die Linke den gleichen Anspruch gehabt hätten, dabei zu sein.

„Die Schreiben sind nicht aus dem Rathaus weitergeleitet worden“, sagt Lahmann nach einer ersten Prüfung. Lahmann will nicht kommentieren, wie das Schreiben zur AfD gelangt sein könnte. „Das wäre reine Spekulation.“
Kerstin Beckmann will die Sache dagegen nicht auf sich beruhen lassen. „Das Ganze ist wirklich erschütternd“, sagt sie. Sie habe zwar keinerlei Problem damit, dass ihre Mail inhaltlich öffentlich geworden sei, betont sie – wohl aber mit dem Vertrauensbruch an sich. „Der Schaden ist ziemlich groß“, sagt Beckmann und kündigt an: „Ich würde gerne mit allen Fraktionen darüber reden.“

Von Andreas Kannegießer

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