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Sprachpaten lesen berührende Geschichten vor

Barsinghausen Sprachpaten lesen berührende Geschichten vor

Sprache verbindet - das ist am Mittwoch in der Stadtbücherei deutlich geworden. Aufmerksam lauschten die Zuhörer den fünf beteiligten Sprachpaten, die als Teil der Interkulturellen Woche berührende Geschichten der Zuwanderung oder Flucht nach Deutschland und dem Leben in der neuen Heimat vortrugen.

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Traute Stöcker (von links) liest Rona Popal, Beate Rühmkorf, Jutta Kircher, Ruth Hartz und weiteren Zuhörerinnen aus einem Buch über das Leben in Afghanistan vor.

Quelle: Carsten Fricke

Barsinghausen. "Ein Mensch soll nie seine Wurzeln vergessen. Hier werden wir immer Fremde bleiben." Dieses ernüchternde Zitat ihrer Mutter schildert Autorin Renan Demirkan in ihrem autobiografischen Roman "Schwarzer Tee mit drei Stück Zucker", in der sie auch Gedanken ihrer aus Anatolien stammenden Eltern schildert, die einst zum Arbeiten nach Deutschland kamen. "Ich denke, hier zeigt sich, dass sich gerade um die erste Einwanderergeneration niemand gekümmert hat", sagte Sprachpatin Beate Rühmkorf.

Aus dem Buch "Die Piroge" von Abasse Ndione las Heimke Dernedde vor, in dem der Autor eine dramatische Überfahrt von 80 afrikanischen Flüchtlingen in einem kleinen Boot über das Mittelmeer schildert. "Alles war sehr schnell gegangen. Niemand hatte Zeit gehabt, ihm zu Hilfe zu kommen", gab Dernedde einen Auszug wieder, in dem einer der Mitfahrer in einem Sturm über Bord geht und ertrinkt, bevor die Gruppe von Piloten entdeckt und einem Schiff gerettet wird. Weitere Textauszüge beschrieben das Leben in Afhanistan und Syrien.

"Für diese Lesung war es uns wichtig, Texte zu finden, in denen die betroffenen Menschen uns ihre Gedanken und Gefühle mitteilen", betonte Rühmkorf. Ein Schwerpunkt sei die Frage, was Menschen bewege, sich auf die teils gefährliche Reise nach Europa zu machen, sagte Dernedde. Zuvor hatten die Sprachpaten bereits vier Kinder und ihre Eltern zum Bilderbuchkino mit der Geschichte "Lachen ist die beste Medizin" begrüßt.

Weitere Aktionen zur Interkulturellen Woche sind am Donnerstag ab 15 Uhr auf dem Wochenmarkt geplant. Am Thie informieren Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums unter anderem über Mauern im Kopf sowie mit großen Bausteinen über die fünf Säulen des Islam und fordern die Passanten auf diese Weise zum Gespräch auf.

Von Carsten Fricke

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