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Auch nach 64 Berufsjahren denkt Edelgard Krüger nicht ans Aufhören

Barsinghausen Auch nach 64 Berufsjahren denkt Edelgard Krüger nicht ans Aufhören

1972 war das Jahr der Olympischen Spiele in München. Es war zugleich das Jahr, in dem Edelgard Krüger in die Firma Speckmann eintrat. Seit 45 Jahren arbeitet die gebürtige Hannoveranerin für den Juwelier in der Marktstraße und hat in diesen viereinhalb Jahrzehnten Tausende von Kunden freundlich und kompetent beraten.

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Kathrin Rudolph überreicht Edelgard Krüger (links) einen Blumenstrauß zum Jubiläum.

Quelle: Mirko Haendel

Barsinghausen. „Das ist mein Leben – die Menschen, die Beratung und der Verkauf“, sagt die 79-Jährige, die heute noch zwei Tage in der Woche arbeitet. Und das merkt man sofort, wenn man das Geschäft betritt. Edelgard Krüger eilt zur Tür, um sie den Kunden aufzuhalten. Sie hört den Menschen aufmerksam zu und ist immer bemüht, ihnen einen befriedigende Lösung zu präsentieren. Nach 45 Jahren ist Edelgard Krüger für viele Menschen das Aushängeschild des Juwelier-Fachgeschäfts. Wenn sie einen Kunden an der Tür verabschiedet, bekommt sie nicht selten zu hören: „Wir kennen uns ja schon ein ganzes Leben. Wie immer vielen Dank für die super Beratung.“Die Einzelhandelskauffrau für Uhren und Schmuck, die ab 1966 im Kaufhaus Ballin gearbeitet hatte, trat nach ihrem Mutterschutz am 24. April 1972 in den Betrieb des befreundeten Karl-Albert Speckmann ein. Seitdem dokumentiert die Hobbyseglerin, die sich in verschiedenen Vereinen engagiert, die Geschichte des Unternehmens akribisch. Fotos von Betriebsfeiern, Zeitungsartikel und Speckmann-Werbeanzeigen – alles landet in einem aus allen Nähten platzenden dicken Ordner. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten“, erklärt Krüger ihr Tun: „Möglichst alles aufheben oder alles vergessen.“Auf nahezu allen Fotos ist Edelgard Krüger lachend zu sehen. Sie bezeichnet sich als Frohnatur. Diese Einstellung wussten ihre früheren Chefs Karl-Albert Speckmann, Rosemarie Reif und Wolf Holthoff und wissen auch die aktuellen Inhaber Georg und Kathrin Rudolph zu schätzen. „Frau Krüger begegnet uns und allen Kunden immer mit absoluter Herzlichkeit und Freude“, lobt Kathrin Rudolph. Es ist nicht das Geld, das Edelgard Krüger nach 64 Berufsjahren weiterhin im Geschäft stehen lässt. „Es ist Berufung und mein Hobby“, betont sie.Und dieser Beruf hat sich über die Jahrzehnte verändert. Teilweise sei die Wertschätzung des Schmucks auf der Strecke geblieben – einhergehend mit der Wertigkeit. So werde heute deutlich mehr preiswerter sogenannter Modeschmuck nachgefragt. Doch sei mittlerweile wieder ein entgegengesetzter Trend zu erkennen. „Wir hatten es bereits häufiger, dass ein Großvater für seinen Enkel eine hochwertige Taschenuhr gekauft hat“, sagt Edelgard Krüger.

Von Mirko Haendel

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