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Polizei will Präsenz in Barsinghausen verstärken

Nach Brandstiftung am Rathaus Polizei will Präsenz in Barsinghausen verstärken

Erneut hat es in Barsinghausen gebrannt, wieder handelt sich um Brandstiftung. Drei Autos sind in der Nacht zu Donnerstag in Flammen aufgegangen."Wir lassen uns durch die Brandstiftung nicht beeindrucken", betont Bürgermeister Lahmann. Die Polizei will ihre Präsenz in der Stadt erhöhen.

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Drei Autos standen am Rathaus in Flammen: In Barsinghausen hat es erneut gebrannt.

Quelle: Frank Herrmann

Barsinghausen. Auf dem Parkplatz des Barsinghäuser Rathauses sind in der Nacht zu Donnerstag mehrere Dienstfahrzeuge der Stadt in Flammen aufgegangen. Drei Autos brannten komplett aus. "Es war Brandstiftung", sagt Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann. Die Polizei bestätigte das am Mittag. Lahmann vermutet einen Zusammenhang mit der großen Demonstration für Weltoffenheit und Toleranz am Mittwochabend und dem Brandanschlag auf das im Bau befindliche Asylbewerberheim am vergangenen Wochenende.

Eine Anwohnerin aus der Glockenstraße hatte die Flammen auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus gegen 3.52 Uhr in der Nacht zu Donnerstag bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Die Einsatzkräfte waren wenige Minuten später in der Bergamtstraße zur Stelle, konnten aber nicht verhindern, dass drei Autos vollständig ausbrannten. Ein viertes Fahrzeug wurde durch Hitzeeinwirkung beschädigt. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude des Rathauses offenbar in letzter Minute verhindern. Im Tiefgeschoss war bereits ein Fenster durch die Hitze geplatzt.

Nur einen Tag nachdem 1500 Barsinghäuser mit einem Protestzug gegen Fremdenhass demonstriert haben, ist es in der Stadt erneut zu einem Brand gekommen. Drei Autos fingen neben dem Rathaus Feuer.

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Eines der drei brennenden Fahrzeuge hat nach den Worten des Bürgermeisters unmittelbar an der Fassade gestanden. Noch ist unklar, ob die Brandstifter das Auto dorthin geschoben haben, um maximalen Schaden anzurichten. Die Polizei halte es auch für möglich, dass sich das Fahrzeug infolge eines Kurzschlusses im Anlasser während des Brandes von selbst in Bewegung gesetzt habe, sagt Lahmann. Vier Trupps der Feuerwehr waren mit Atemschutzgeräten im Einsatz. Sie verhinderten mit Schaum und Wasser, dass die Flammen sich ausbreiten konnten. Insgesamt waren 24 Feuerwehrleute im Einsatz.

Die Polizei hat die drei ausgebrannten Fahrzeuge beschlagnahmt. Bereits kurz nach 7 Uhr morgens wurden die Wracks von mehreren Abschleppfahrzeugen abtransportiert. Nachdem Brandermittler die Fahrzeuge untersucht hatten, gehen auch sie von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Nach dem Brandanschlag auf eine sich im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft am Wochenende haben am Mittwochabend 1500 Menschen in Barsinghausen mit einem Protestzug durch die Stadt gegen Fremdenhass demonstriert. 

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Der Polizeivizepräsident Thomas Rochell von der Polizeidirektion Hannover kündigte eine verstärkte Präsenz der Sicherheitsbehörden an. Die Untersuchung der Fahrzeuge müsse ergeben, wie die Autos in Brand gesetzt wurden. Ob die Tat im Zusammenhang mit dem Brandanschlag am Sonnabend steht, will die Polizei nun in einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe untersuchen, die mit zehn Personen beim Staatsschutz angegliedert ist. Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter (0511) 109-5555 entgegen.

Im Rathaus ist durch die Einwirkung von Rauch ein Schaden von 100.000 Euro entstanden. Den Gesamtschaden an den Autos schätzt Lahmann auf 60.000 Euro. Nach den Worten von Lahmann ist der EDV-Bereich im Tiefgeschoss zurzeit nicht nutzbar. Auch in mehreren Büros der Tiefbauabteilung an der Nordfassade im Erdgeschoss des Rathausanbaus sowie in weiteren Räumen im ersten Obergeschoss kann laut Lahmann vorübergehend nicht gearbeitet werden.

"Angriff auf Barsinghausen und unsere demokratischen Werte"

"Wir lassen uns durch die Brandstiftung nicht beeindrucken", betont Lahmann. Die Arbeit gehe normal weiter. Die für Donnerstagabend geplante Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Flüchtlinge und zu dem Brandanschlag auf die im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft werde stattfinden, sagt Lahmann. Beginn ist um 19.30 Uhr im Zechensaal. „Dieser erneute Anschlag erschüttert mich, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung und alle Bürgerinnen und Bürger Barsinghausens aufs Tiefste“ sagte Lahmann. „Dies ist ein Angriff auf Barsinghausen und unsere demokratischen Werte!“

Trotz der Einschränkungen innerhalb der Verwaltung stehe das Rathaus I an der Bergamtstraße weiterhin allen Bürgern offen, betont das Stadtoberhaupt. „Die mit dem Anschlag verfolgten Ziele und Motive des Täters oder der Täter werden nicht erreicht. Die Stadtverwaltung Barsinghausen wird weiterhin ihre Aufgaben wahrnehmen“ stellte Lahmann fest. „Mein Dank gilt erneut der Feuerwehr Barsinghausen, die durch schnelles und professionelles Handeln den Brand der Fahrzeuge gelöscht und ein Übergreifen der Flammen auf das Rathaus verhindert hat.“

Von Andreas Kannegießer (mit: frs/bj)

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Nach dem Brandanschlag auf Dienstfahrzeuge auf dem Rathausparkplatz: Ein Handwerker sichert notdürftig das durch die Hitzeeinwirkung beschädigte Fenster.

Nach dem nächtlichen Brandanschlag auf mehrere Dienstfahrzeuge am Barsinghäuser Rathaus herrscht bei den Barsinghäuser Parteien Fassungslosigkeit. Alle sind sich einig: Die Brandstiftung war nicht nur ein Angriff auf Barsinghausen, sondern auf den gesamten Staat und seine demokratische Grundordnung.

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