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Bäume fallen für die Verkehrssicherheit

Egestorf Bäume fallen für die Verkehrssicherheit

Die Forstverwaltung plant im Sommer umfangreiche Baumfällarbeiten am Nienstedter Pass und unweit des Bahnhofs Egestorf, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

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Ortstermin mit Naturschützern: Forstamtsleiter Christian Boele-Keimer (links) und mehrere Kollegen erläutern die geplanten Baumfällarbeiten.

Quelle: Andreas Kannegießer

Egestorf. Der frühe Wintereinbruch Anfang November 2016 hatte erhebliche Folgen für den Straßen- und Bahnverkehr in der Region. Weil viele Laubbäume damals noch Blätter hatten, fand der nasse und schwere Schnee darauf guten Halt. Zahlreiche Bäume knickten um, Äste brachen ab und wurden so tagelang zur Gefahr im Wald und am Waldrand. Der Nienstedter Pass war drei Tage gesperrt, und auch die Landesstraße zwischen Egestorf und der Wennigser Mark war aus Sicherheitsgründen zeitweise unpassierbar. „Es war ein dramatisches Ereignis“, sagt der Leiter des Niedersächsischen Forstamtes Saupark, Christian Boele-Keimer.

Damit die Folgen bei ähnlichen Wetterlagen für den Verkehr nicht erneut so weitreichend sind, wollen die Behörden reagieren: Entlang der Landesstraße 401 über den Nienstedter Pass und an der L 391 zwischen Egestorf und der Wennigser Mark sollen jene Bäume gefällt werden, die zur Gefahr für den Straßenverkehr werden können. „Der Landesbetrieb für Straßen hat uns aufgefordert, tätig zu werden“, sagt Boele-Keimer.

Weil größere Baumfällaktionen von vielen Bürgern und Naturschützern oft kritisch gesehen werden, wollen die Forstbehörden sehr frühzeitig über die für den Spätsommer geplanten Arbeiten informieren. Bei einem Ortstermin mit Vertretern von Naturschutzverbänden haben Boele-Keimer sowie die Revierförster Frank Nüsser und Axel Gerlach das Vorhaben präsentiert und Anregungen entgegengenommen. „Wir wollen so umweltverträglich wie möglich vorgehen“, erklärte Gerlach den Umweltschützern. Die Forstverwaltung wolle vornehmlich solche Bäume wegnehmen, „die zur Fahrbahn geneigt sind und damit ein Gefahrenpotenzial bilden“. Insgesamt solle zurückhaltend vorgegangen werden, betonte Gerlach. In seiner Revierförsterei Köllnischfeld südlich der Passhöhe des Nienstedter Passes ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt: Dort schlängelt sich die Passstraße durch ein Flora-Fauna-Habitat mit Eschenquellwald, einen unter Naturschutzaspekten wertvollen und deshalb besonders geschützten Lebensraum. Auf der nördlichen Seite des Nienstedter Passes erläuterte Frank Nüsser von der Revierförsterei Georgsplatz, dass nur wenige starke Bäume, vor allem aber schlaksige Bäume und Sträucher im Straßenseitenraum entfernt werden müssen. Nach Überzeugung der Förster werden sie bald wieder ausschlagen.

In die Planungen sind auch die Naturschutzbehörden der Region Hannover und des Landkreises Hameln-Pyrmont einbezogen. Laut Boele-Keimer muss die Forstverwaltung eine Liste mit allen zur Fällung vorgesehenen Bäumen vorlegen, die mehr als 25 Zentimeter Durchmesser haben. Vertreter der Naturschutzverbände appellierten an die Forstverwaltung, maßvoll vorzugehen. „Vor allem bei größeren Bäumen sollte sehr genau hingesehen werden“, sagte Olaf von Drachenfels vom Barsinghäuser Nabu-Vorstand.

Die Baumfällarbeiten sollen nach dem Ende der Brut- und Setzzeit voraussichtlich Ende August beginnen. Die Förster planen mit einer Dauer des Vorhabens von insgesamt gut zwei Wochen. „Dabei wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen“, kündigt Forstamtsleiter Boele-Keimer an. Am Nienstedter Pass rechnen die Förster damit, dass die Straße zeitweilig komplett gesperrt werden muss – aber immer nur für einen kurzen Zeitraum. Ansonsten soll der Straßenverkehr möglichst einspurig an den Bereichen vorbeigeführt werden, in denen gerade gearbeitet wird. Dabei werden nach aktuellem Planungsstand auch mobile Ampeln eingesetzt.

Von Andreas Kannegießer

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