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Barsinghäuser Tafel wünscht sich mehr Helfer

Barsinghausen Barsinghäuser Tafel wünscht sich mehr Helfer

Die Barsinghäuser Tafel braucht zusätzliche Helfer, die ein- bis zweimal wöchentlich nachmittags im Tafel-Laden Lebensmittel an bedürftige Menschen austeilen. Aus dem Kreis der ehrenamtlichen Tafel-Helfer waren zuletzt mehrere Personen ausgeschieden – aus Altersgründen, aber auch, weil die Belastungen angesichts steigender Kundenzahlen in den vergangenen Monaten merklich zugenommen haben.

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Heidi Rogge (links) und Marion Meents vom Leitungsteam der Barsinghäuser Tafel helfen beim Einräumen der neuen Ware in die Regale im Tafelladen am Langenäcker.

Quelle: Andreas Kannegießer

Barsinghausen. Im großen Helferteam der Tafel hat sich in den vergangenen Jahren so etwas wie eine Arbeitsteilung ergeben: Die Männer kümmern sich vormittags um die Abholung der Waren bei den Supermärkten und um das Befüllen der Regale im Laden. Den Ausgabedienst übernehmen dann vor allem die Damen im Team. „Wir haben dafür drei Gruppen mit jeweils zehn Helferinnen“, berichten Heidi Rogge und Marion Meents vom Leitungsteam der Tafel.

Für die Mitarbeit bei der Ausgabe suchen die Organisatorinnen nun Unterstützung. „Wir brauchen in jeder Gruppe noch ein bis zwei Helferinnen“, sagen Rogge und Meents. Seit Februar hat die Barsinghäuser Tafel rund 100 Neuanmeldungen von sogenannten Bedarfsgemeinschaften registriert, etwa
 80 Prozent davon sind Flüchtlingsfamilien. Damit ist die Kundenzahl binnen kurzer Zeit um rund ein Drittel gestiegen. Beim Umgang mit den Flüchtlingen gebe es Sprachbarrieren, sagt Rogge. „Das führt ab und an zu Aggressionen und dazu, dass wir den Kunden die Bedingungen der Tafel auseinandersetzen müssen.“

Vielen Neuankömmlingen sei nicht bewusst, dass die Tafel kein Vollversorger sei, betont Meents. „Viele Neukunden haben den Eindruck, die Tafel sei eine staatliche Stelle, aber das ist nicht so“, sagt Günter Gottschalk, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Barsinghausen/ Gehrden, die Trägerin der Tafel ist. Einige der ausgeschiedenen Helferinnen haben auch die Probleme mit der Verständigung als Grund für ihren Rückzug genannt. Aus Sicht von Gottschalk wären Sprachvermittler oder Übersetzer ganz wichtig für einen reibungslosen Betrieb des Tafel-Ladens. Ein Ägypter, der zeitweise diese Aufgabe übernommen habe, stehe nicht mehr zur Verfügung, weil er eine Arbeitsstelle bekommen habe. „So einen könnten wir dreimal gebrauchen“, sagt Gottschalk.

Die Barsinghäuser Tafel versorgt inzwischen insgesamt rund 330 sogenannte Bedarfsgemeinschaften mit Lebensmitteln aller Art. „Das sind rund 1000 Menschen“, sagt Heidi Rogge. Die Verantwortlichen sind froh, dass inzwischen immer mehr Supermärkte und Logistikzentren die Arbeit der Tafel mit Lebensmittelspenden unterstützen. „Wir können unsere Kunden gut versorgen“, sagt AWO-Vorsitzender Gottschalk.

Die Tafel hat zwei Kühlfahrzeuge im Einsatz, die regelmäßig Ware aus rund 20 Supermärkten im Raum Barsinghausen, Wennigsen, Empelde, Gehrden und Lauenau abholen. Auch das Kaufland-Logistikzentrum in Bantorf und das Edeka-Logistikzentrum in Lauenau geben frische Produkte an die Tafel ab. „Von den Logistikzentren kommt die beste Qualität“, lobt Marion Meents. Nach Rogges Worten zählt inzwischen auch der Discounter Aldi zu den Lieferanten der Tafel. „Darauf sind wir stolz. Wir können alle Aldi-Märkte anfahren, um Ware zu erhalten.“

Die Barsinghäuser Tafel am Langenäcker ist montags und donnerstags ab 14.30 Uhr für die Kunden geöffnet. Wer Lebensmittel erhalten möchte, muss sich zuvor angemeldet und seine Bedürftigkeit – zumeist als Hartz-IV-Empfänger oder Asylbewerber – nachgewiesen haben. „Das wird genau geprüft“, betont Gottschalk. Wer ehrenamtlich mithelfen möchte, kann sich bei Christa Ufer unter Telefon (05105) 3551, bei Heidi Rogge unter (05105) 83758 oder bei Marion Meents unter (05105) 84602 melden. Günter Gottschalk appelliert auch an Menschen, die im Bereich der Flüchtlingshilfe aktiv werden möchten: „Sie könnten auch hier bei uns etwas machen.“

Von Andreas Kannegießer

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