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Das Stuhlmuseum ist ihre Leidenschaft

Barsinghausen/Eimbeckhausen Das Stuhlmuseum ist ihre Leidenschaft

Drei Barsinghäuser sind als ehrenamtliche Mitarbeiter im Stuhlmuseum Eimbeckhausen aktiv. Ingrid Lipka, Bernard Bonset und Waldemar Schüler helfen bei der Restaurierung der Objekte, kümmern sich um das Archiv und arbeiten mit Schülern zusammen.

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Flechterin Ingrid Lipka bespricht sich mit Lehrmeister Manfred Rothkugel.

Quelle: Bonset

Barsinghausen. Das Stuhlmuseum in Eimbeckhausen, einem Ortsteil der Stadt Bad Münder, ist in der ehemaligen Stuhlfabrik Wente & Söhne (1884 bis 1997) untergebracht und wurde im Jahr 2000 gegründet. 16 ehrenamtliche Mitarbeiter des Museums gründeten eine Grundstücks- und Eigentümergesellschaft und erwarben das 1950 eröffnete Fabrikgelände.

Auf das Stuhlmuseum sind die drei Barsinghäuser zu unterschiedlichen Zeiten während der Veranstaltungsreihe Calenberger Landsommer gekommen. Ingrid Lipka besichtigte das Museum vor drei Jahren, Manfred Rothkugel (Flechter) und Dieter Meier (pensionierter Tischler) führten damals durch das Museum und die Werkstätten. Lipka hatte sich bei einer Haushaltsauflösung einen Jugendstilstuhl gekauft, dessen Sitzfläche neu geflochten werden musste. In einem Volkshochschulkurs hatte sie zwar damit angefangen. Doch das gute Stück wurde nicht fertig. Rothkugel bot ihr an, in der Flechtwerkstatt den fehlenden Zierrand unter seiner Anleitung zu vollenden. Seitdem ist In-grid Lipka aktive ehrenamtliche Flechterin im Stuhlmuseum.

Waldemar Schüler, inzwischen 80 Jahre alt, hatte viele Jahre in Egestorf und Barsinghausen als Tischler gearbeitet, Bernard Bonset ist pensionierter Gymnasiallehrer. Beide stießen 2014 hinzu. Schüler repariert defekte Stühle und Tische aus den Museumsbeständen. Bonset arbeitet in der Schülerwerkstatt mit.

Seit einem Jahr gibt es eine Kooperation mit dem Ratsgymnasium Minden. „Schülergruppen, die in regelmäßigen Abständen eine Woche in den Werkstätten verbringen, arbeiten alte Stühle aus dem Fundus des Museums auf, um ihre Mensa damit auszustatten“, erläutert Bonset. Unter Anleitung von erfahrenen Tischlern wie Dieter Meier und Hubert Dolle haben sie Stühle mit neuen Sitzflächen versehen, Kanten gebrochen und zum Schluss die fertigen Stühle geölt. Behilflich waren dabei auch Herbert Kowalzik, Kurt Fichtner und Bonset. Besonders faszinierend sei das Ersatzteillager der ehemaligen Stuhlfabrik. Es sei noch relativ umfangreich erhalten, und die Teile könnten sogar zu Sitzmöbeln zusammengebaut werden. Ein Polsterer, ein Lackierer und ein Dutzend holzbegeisterter Mitarbeiter ergänzen das aktive Team.

Bonset kümmert sich zudem um das erhaltene Archiv, das über eine umfassende Sammlung von alten Katalogen, Rechnungen, Fotos, Sitzmöbelentwürfen und anderen Dokumenten aus der Geschichte der Stuhlindustrie verfügt. „Diese Dokumente sollen in Vitrinen des Museums die Industriegeschichte des Deister-SüntelTals dokumentieren“, sagt er.

Die Werkstätten werden außerdem zur Instandhaltung der alten Möbelfabrik genutzt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Stuhlmuseums freuen sich über alle Interessierten, die das Aufarbeiten alter Stühle erlernen möchten: vom Stuhlbau über das Polstern und Flechten bis hin zum Beizen und Lackieren.

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