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„Null Toleranz für Brandstifter“

Barsinghausen „Null Toleranz für Brandstifter“

Barsinghausen ist bunt“ steht auf dem Transparent, das den Demonstrationszug anführt. Und Barsinghausen hat viele Gesichter. Unter den gut 1500 Menschen, die sich um kurz nach 17 Uhr vor dem Bahnhof treffen, sind nahezu alle Bevölkerungsgruppen vertreten. So war die Stimmung beim Protestzug am Mittwochabend.

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Mit einer Viertelstunde Verspätung setzt sich der Zug gegen 17.30 Uhr in Bewegung.

Quelle: Surrey

Barsinghausen. Hier schieben Eltern ihren Kinderwagen, dort halten Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums ihre selbst gemalten Plakate in die Luft, und direkt dahinter geht Arm in Arm ein Rentnerehepaar. Die Teilnehmer des Protestzuges kommen aus allen Gesellschaftsschichten.
Mit einer Viertelstunde Verspätung setzt sich der Zug gegen 17.30 Uhr in Bewegung. Die Organisatoren warteten noch auf zwei S-Bahnen, in denen weitere Demonstranten anreisten. Die Stimmung ist keineswegs ausgelassen. Eher ruhig und nachdenklich schiebt sich die Menschenmasse langsam vorwärts – mit Regionspräsident Hauke Jagau, Bürgermeister Marc Lahmann und dem Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch in den vordersten Linien.

Nach dem Brandanschlag auf eine sich im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft am Wochenende haben am Mittwochabend 1500 Menschen in Barsinghausen mit einem Protestzug durch die Stadt gegen Fremdenhass demonstriert. 

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Sprechchöre sind auf dem etwa 30-minütigen Marsch bis zum im Bau befindlichen Flüchtlingsheim, den auch mehrere Fernsehteams begleiten, kaum einmal zu hören. Stattdessen lassen viele Teilnehmer ihre Schilder und Plakate sprechen: „Null Toleranz für Brandstifter“, „Schande für mein Land“, „Welcome Refugees“, „Faschisten = Verbrecher“ und „Keine Macht den Dummen“ ist dort zu lesen.

Die Demonstranten lassen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als ihnen nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt der blanke Hass entgegenschallt. „Geht nach Hause“, schreit ein Mann, der vor einer Kneipe steht. „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“, legt er nach. Die meisten Menschen ignorieren den Schreihals kopfschüttelnd. Nur einer ruft eine Antwort zurück: „Du bis ja ein kluger Kopf.“ Mehr Aufmerksamkeit verdient sich der Mann nicht. Die Bühne gehört an diesem Abend in Barsinghausen anderen. 

von Jörg Rocktäschel und Björn Franz

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Demonstration nach Anschlag
Foto: 1500 Barsinghäuser protestierten am Mittwoch gegen Fremdenhass.

Nach dem Brandanschlag auf eine sich im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft an der Hannoverschen Straße am Wochenende haben am Mittwochabend 1500 Menschen in Barsinghausen mit einem Protestzug durch die Stadt gegen Fremdenhass demonstriert. 

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