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Gewerbegebiete: Grabungen nach neuen Funden

Barsinghausen Gewerbegebiete: Grabungen nach neuen Funden

Die Stadt Barsinghausen braucht dringend neue Gewerbeflächen für Firmen, die umziehen oder sich neu am Deister ansiedeln wollen. Die Ausweisung neuer Flächen verzögert sich aber – unter anderem wegen aufwendiger archäologischer Untersuchungen der Grundstücke.

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Mitarbeiter einer archäologischen Fachfirma untersuchen das Areal, auf dem einmal ein Logistik-Gewerbegebiet entstehen soll.

Quelle: Rocktäschel

Barsinghausen. Die Kommune ist dabei, zwei größere neue Gewerbegebiete vorzubereiten – ein rund 8,3 Hektar großes Areal am Calenberger Kreisel am Rand der Kernstadt und das Logistik-Gewerbegebiet nördlich von Groß Munzel mit rund 37 Hektar Fläche. Beide Projekte hinken hinter dem ursprünglichen Zeitplan her. In Groß Munzel ist ein Fachunternehmen seit vielen Monaten dabei, den potenziellen Baugrund auf Spuren frühzeitlicher Besiedelung zu untersuchen. Ähnlich verhält es sich am Calenberger Kreisel: Dort ist die erste archäologische Begutachtung abgeschlossen – mit dem Ergebnis, dass weitere Untersuchungen notwendig sind. Diese sogenannte „harte Prospektion“ soll nach den Worten von Bürgermeister Marc Lahmann nach der Ernte in Auftrag gegeben werden. „Das hat uns deutlich nach hinten geworfen“, sagt der Verwaltungschef. Parallel zu den weiteren Untersuchungen will die Stadtverwaltung die Bauleitplanung für die Fläche am Kreisel vorantreiben. „Die Hoffnung ist, dass wir noch 2016 mit der Erschließung des neuen Gewerbegebiets beginnen können“, sagt Lahmann. Für das stadtnahe Gebiet gebe es bereits eine Liste mit sechs bis sieben Firmen, die sich dort ansiedeln wollen. „Da drängt es wirklich“, betont der Bürgermeister. Schon jetzt drohten Interessenten abzuspringen. In Groß Munzel plant die Verwaltung für den Herbst eine öffentliche Bürgerinformation zum Stand der Planungen für das Logistik-Gewerbegebiet, wie Baudirektor Tobias Fischer berichtet. Er hält es für realistisch, dass dort Ende 2017 mit der Erschließung begonnen wird.

Siedlungsgebiet

Das Calenberger Land ist augrund der guten Böden schon zu Zeiten der alten Germanen ein beliebtes Siedlungsgebiet gewesen. Das belegen zahlreiche Untersuchungen.

Im Bereich der Deponiestraße, wo seit November 2014 auf zwei rund 20 Hektar großen Flächen nach Siedlungsspuren gesucht wird, saßen sie sogar „dicht an dicht“, wie Tobias Poremba, Geschäftsführer der beauftragten Grabungsfirma Archaeofirm bei einem Ortstermin anmerkte. Dass noch immer Spuren und Funde gesichert werden, damit hatte anfangs niemand gerechnet. Lediglich die Größe der Siedlung hatte überrascht. Diese erstrecke sich wahrscheinlich bis hinüber nach Wunstorf, sagt Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege.

Grund für die weiteren Grabungen bei Groß Munzel sind überraschende Funde, die im März und April gemacht worden sind. Neben den üblichen Keramikfragmenten wurden Gewichte für einen senkrecht stehenden Webstuhl gefunden, der wahrscheinlich abgebrannt ist. Erstmals sind bei Grabungen im Stadtgebiet auch sogenannte Grubenhäuser entdeckt worden. Die Häuser waren drei mal vier Meter groß und einen Meter tief in den Boden eingelassen. Sie verfügten über ein einfaches Dach und waren zum Teil sogar beheizbar.

Die Suchflächen auf dem nördlichen Feld sind die ergiebigsten. Es ist übersät mit 50 bis 60 Zentimeter tiefen Gruben und dichten Pfostenstellungen für Holz-Lehm-Häuser sowie für Stallungen. Das südliche Feld, das näher an Groß Munzel liegt, weist deutlich weniger Befunde auf. Alle Häuser, von denen etliche abgebrannt sind, stammen aus den Jahrhunderten vor und nach Christus.

Andreas Kannegiesser und Jörg Rocktäschel

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