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1500 Barsinghäuser protestieren gegen Fremdenhass

Demonstration nach Anschlag 1500 Barsinghäuser protestieren gegen Fremdenhass

Nach dem Brandanschlag auf eine sich im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft an der Hannoverschen Straße am Wochenende haben am Mittwochabend 1500 Menschen in Barsinghausen mit einem Protestzug durch die Stadt gegen Fremdenhass demonstriert. 

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1500 Barsinghäuser protestierten am Mittwoch gegen Fremdenhass.

Quelle: Surrey

Barsinghausen. Die Demonstration für Weltoffenheit und Toleranz am Mittwochabend ist für die Organisatoren, aber auch für die gesamte Stadt zu einem großen Erfolg geworden: Mehr als 1500 Menschen haben an dem Demonstrationszug und der abschließenden Kundgebung auf dem Parkplatz neben der Flüchtlingsunterkunft teilgenommen. 

Nach dem Brandanschlag auf eine sich im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft am Wochenende haben am Mittwochabend 1500 Menschen in Barsinghausen mit einem Protestzug durch die Stadt gegen Fremdenhass demonstriert. 

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Unbekannte hatten am Sonnabend einen Anschlag auf den Rohbau des Flüchtlingsheims verübt. Die Täter brachten Gasflaschen in den Rohbau, drehten die Hähne auf und entzündeten dann ein Feuer: In letzter Minute konnte die Feuerwehr in Barsinghausen verhindern, dass es in dem Rohbau eines geplanten Flüchtlingsheims zur Explosion oder zu einem Großbrand kam. Auch Ministerpräsident Weil meldete sich nach der Tat zu Wort. 

In einem Rohbau an der Hannoverschen Straße hat es gebrannt. In dem Gebäude sollen nach Fertigstellung Flüchtlinge untergebracht werden.

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Es war eine machtvolle Reaktion auf den Brandanschlag auf den Rohbau des Asylbewerberheims. Sybille Bruchmann-Busse und Ulrike Kalmbach von der Lenkungsgruppe des Bündnisses Barsinghausen ist bunt strahlten denn auch über das ganze Gesicht: „Der gewaltige Zuspruch ist ein großer Ansporn für uns“, sagte Bruchmann-Busse.

Bürgermeister Marc Lahmann würdigte in seiner Ansprache den langjährigen offenen und freundlichen Umgang mit Flüchtlingen in Barsinghausen. „Das ist das Bild, das von Barsinghausen ins Land geschickt werden sollte – und nicht das Bild einer brennenden Flüchtlingsunterkunft“, rief Lahmann. Das Stadtoberhaupt appellierte zugleich an die Demonstranten, auch „auf die Menschen mit den Ängsten“ zuzugehen und mit ihnen zu diskutieren. „Tun wir dies nicht, übernehmen Populisten und Demagogen dieses Feld“, sagte er.

„Wir stehen zusammen für eine klare Botschaft des Willkommens“, bekräftigte Superintendentin Antje Marklein in ihrer Rede. „Lassen Sie uns nicht die Grenzen schützen, lassen Sie uns die Menschen schützen, die zu uns kommen“, appellierte sie. Es gehe darum, gute Ideen zu finden: „Suchen wir kleine Lösungen, wo große Lösungen noch fehlen.“

Im Namen des Bündnisses Barsinghausen ist bunt sprach Gewerkschafter Ingo Arlt zu den Demonstranten. Der Brandanschlag sei „ein Anschlag auf unsere örtliche Demokratie“, stellte Arlt fest. Er lobte die Bereitschaft von Politik und Verwaltung in der Stadt, für die Unterbringung von Flüchtlingen größere Summen zu investieren. Außerdem brach Arlt eine Lanze für das Grundrecht auf Asyl, das nicht beschränkt werden dürfe. „Grundrechte sind der rechtliche Normenkern der Gesellschaft, sie sollen unveräußerlich sein“, rief Arlt unter dem Beifall der Demonstranten. 

von Andreas Kannegießer

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Ein Zeichen gegen Gewalt: Schüler und Lehrer der drei weiterführenden Schulen aus Barsinghausen halten neben der im Bau befindlichen Flüchtlingsunterkunft eine Mahnwache ab.

Mit einer Mahnwache neben der im Bau befindlichen Flüchtlingsunterkunft an der Hannoverschen Straße haben Abordnungen der drei weiterführenden Schulen aus Barsinghausen am Mittwochmorgen ihre Empörung über den Brandanschlag auf das Gebäude ausgedrückt.

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