Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlingszahlen steigen unablässig weiter

Barsinghausen/ Ronnenberg Flüchtlingszahlen steigen unablässig weiter

Die Kommunen im Calenberger Land erwarten für Anfang 2016 eine weitere drastische Steigerung der Zahl der Flüchtlinge, die ihnen zur Unterbringung zugewiesen werden. Die Stadt Barsinghausen hat am Freitag eine Planungsgruppe eingerichtet, die nach Lösungen in der dramatischen Lage suchen soll.

Voriger Artikel
Am Boulodrome entsteht ein Dorftreffpunkt
Nächster Artikel
Appell: Erleichterungen für Neubauvorhaben

Das Asylbewerberheim in Großgoltern reicht längst nicht mehr aus. Die Stadt Barsinghausen sucht Grundstücke für mehrere weitere Unterkünfte.

Quelle: Archiv

Barsinghausen/ Ronnenberg. Die Barsinghäuser Stadtverwaltung rechnet damit, dass ihr ab Februar jeden Monat knapp 200 Flüchtlinge zugewiesen werden könnten. "Das wäre eine Verdoppelung der bisherigen Zahlen", sagt Bürgermeister Marc Lahmann. Er hält es für wichtig, die Zahlen frühzeitig transparent zu machen. "Politik und Bürger müssen informiert werden", sagt Lahmann.

Die Stadtverwaltung will nicht nur das geplante Asylbewerberheim an der Hannoverschen Straße so schnell wie möglich realisieren. "Wir suchen weitere Standorte für Neubauten von Unterkünften", sagt Lahmann. Die Stadt hat die Ansprüche an Grundstücke bereits heruntergeschraubt: "Es würden auch Baulücken reichen", sagt Lahmann. Dort müssen nicht jeweils große und massive Flüchtlingsheime entstehen. Statt dessen setzt die Stadt auf kleine Holzhäuser, die je nach Grundstückssituation miteinander und mit einem Sanitärtrakt kombiniert werden können. Darüber hinaus hofft die Barsinghäuser Stadtverwaltung darauf, dass ihr auch weiterhin Häuser und Wohnungen zur Nutzung angeboten werden. "Die Stadt ist ein solventer Mieter", wirbt Lahmann.

Manche Immobilienbesitzer versuchen die Situation aber offenbar auszunutzen: "Wir müssen manches Angebot ablehnen, weil die Bedingungen überhaupt nicht marktkonform sind", sagt Lahmann. Die Stadt habe den lokalen Wohnungsmarkt im Blick, versichert der Bürgermeister. "Wir müssen Bürger mit geringeren Einkommen schützen und dürfen mit unseren Aktivitäten die Preise nicht kaputt machen."

Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms (CDU) und ihre Mitarbeiter versuchen ebenfalls händeringend, weiteren Wohnraum zu beschaffen. "Nur von Oktober bis Februar 2016 müssen wir 197 Personen unterbringen. Bis Mitte 2016 sind uns weitere 240 Flüchtlinge angekündigt worden", sagt Harms. Seit Anfang des Jahres nehme die Kommune jeden Monat 40 bis 50 Asylsuchende auf. Vorher waren es rund neun Flüchtlinge im Monat. Mittlerweile greift die Stadt auf jede verfügbare Liegenschaft zurück. "Wir machen derzeit ein städtisches Gebäude in der Hansastraße in Empelde bewohnbar, das eigentlich abgerissen werden sollte. Wir haben keine andere Wahl", sagt Harms. Im November sollen dort Flüchtlinge einziehen. In dem früheren Erotikhotel Felsenburg bei Weetzen, das die Stadt gekauft und renoviert hat, wohnen seit einigen Tagen 20 Asylsuchende. Für ein weiteres, größeres Objekt verhandelt die Verwaltung derzeit mit dem Privateigentümer über einen Ankauf. "Wir hoffen, dass wir auf diese Weise nicht auf Turnhallen und Gemeinschaftshäuser zurückgreifen müssen", sagt Harms.

Von Andreas Kannegießer und Kerstin Siegmund

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Kosten der Flüchtlingskrise
Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD).

Die Flüchtlingskrise wird Niedersachsen im kommenden Jahr etwa eine Milliarde Euro kosten. Davon geht Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) aus und betont erstmals öffentlich, dass zur Finanzierung der Herausforderungen des Flüchtlingsstroms andere Investitionen gestrichen werden könnten. 

mehr
Mehr aus Nachrichten
Barsinghausen
doc6sm6s0ilp50j9a3fcj1
Immer wieder samstags rollt der Handball

Fotostrecke Barsinghausen: Immer wieder samstags rollt der Handball

Ihr Kontakt zur Redaktion

Andreas Kannegießer:
Telefon: 05105 5213 - 14
E-Mail: andreas.kannegiesser@haz.de

Jörg Rocktäschel:
Telefon: 05105 5213 - 19
E-Mail: joerg.rocktaeschel@haz.de